Kündigung Meldung

Der Chef darf einen Mitarbeiter selbst dann nicht ohne Warnung feuern, wenn dieser mehrere Wochen unentschuldigt fehlt. Das entschied das Arbeitsge­richt in Frankfurt am Main (Az. 22 Ca 8289/04).

Ein Angestellter einer türkischen Lebensmittelhandlung hatte sich mit seinem Chef gestritten, weil dieser ihn angeblich grundlos bei seiner Krankenkasse abgemeldet hatte. Im Zuge dieses Streits war der Mann mehrere Wochen unentschuldigt nicht zur Arbeit erschienen – und daraufhin fristlos gekündigt worden.

Das Arbeitsgericht erklärte die Kündigung für unwirksam. Da ein Rauswurf immer das letzte, äußerste Mittel sein soll, hätte der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter zunächst zur Weiterarbeit auffordern müssen und ihm mit einer Abmahnung einen Schuss vor den Bug versetzen müssen.

Eine Abmahnung muss nicht schriftlich sein, die Anforderungen an ihren Inhalt sind aber streng. So muss der Chef das beanstandete Verhalten exakt beschreiben, mit Uhrzeit und Datum. Der Arbeitnehmer muss außerdem darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihm „beim nächsten Mal“ eine Kündigung droht.

Nur in Härtefällen darf der Arbeitgeber auf eine Abmahnung verzichten. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Mitarbeiter vorsätzlich Geschäftsgeheimnisse verraten oder er eine Straftat begangen hat.

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