Kauft die Mitarbeiterin eines Drogeriemarktes im eigenen Laden Waren mit Gutscheinen ein, die dafür nicht gelten, darf ihr der Arbeitgeber fristlos kündigen (Bundesarbeitsgericht, Az. 2 AZR 485/08). Angesichts des schweren Vertrauensbruchs komme es nicht darauf an, dass eine illegale Videoaufzeichnung den Chef darauf gebracht habe.

Die Mitarbeiterin hatte nach Feierabend für rund 60 Euro Windeln und eine elektrische Zahnbürste gekauft und alles mit Geld und den Gutscheinen bei einer Kollegin bezahlt. Der Vorgang war von einer Kamera aufgezeichnet worden. Kurz darauf präsentierte ihr der Chef den Kassenauszug, der den Kauf belegte. Als die Mitarbeiterin ihr Fehlverhalten einräumte, warf der Chef sie und die Kassiererin raus. Zu Recht, fand das Gericht. Dass nur ein geringer Schaden entstanden sei, spiele keine Rolle. Entscheidend sei der Vertrauensbruch.

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