Mieter, die wegen Eigenbedarf gekündigt wurden, können kaum Schadenersatz durchsetzen, wenn der Vermieter doch nicht in die Wohnung einzieht. Laut Bundesgerichtshof muss der Exmieter beweisen, dass der Vermieter niemals die ­Absicht hatte, die Wohnung tatsächlich selbst zu nutzen (Az. VIII ZR 368/03).

Der Vermieter hatte für die Wohnung Eigenbedarf angemeldet und dem Mieter gekündigt. Doch nachdem er die Wohnung renoviert hatte, vermietete er sie weiter. Der Vermieter, der zwischenzeitlich geheiratet hatte, erklärte, die Wohnung wäre für ihn allein gut gewesen, als Familienwohnung sei sie zu klein.

Die Richter ließen das gelten. Denn der Vermieter habe plausibel dargelegt, warum der ­ursprüngliche Eigenbedarf weggefallen ist.

Der Mieter konnte natürlich nicht beweisen, dass der Vermieter die Wohnung nie selbst nutzen wollte und den Eigenbedarf nur vorgeschoben hatte.

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