Eine Bewerbung mit manipulierten Unterlagen kann auch nach ­Jahren guter Arbeit zur fristlosen Kündigung führen. Das hat das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg entschieden.

Es hatte den Fall eines Schweißers auf dem Tisch, der die Ergebnisse seiner Ausbildungszeugnisse um jeweils eine Note nach oben frisiert und sich damit beworben hatte. Als der Schwindel nach rund acht Jahren zufällig aufflog, bekam der Schweißer die Kündigung und zog dagegen vor Gericht. Die Richter wiesen seine Klage ab.

Nach so einem Vorfall habe das Arbeitsverhältnis keine Vertrauensgrundlage mehr, meinte das Gericht. Dass der Schweißer tatsächlich so gut gearbeitet hatte, wie es den gefälschten Noten entsprach, half ihm nicht.

Das Vertrauen von Arbeitgebern auf die Richtigkeit von Zeugnissen sei besonders schützenswert. Nur so könne ein Unternehmen die Bewerber fair vergleichen.

Ein weiterer Grund für die harte Linie des Gerichts: Erfahren Außenstehende davon, dass eine Firma solche Mitarbeiter beschäftigt, ­leidet das Ansehen des Unternehmens. Deshalb sei die Kündigung rechtens (Az. 5 Sa 25/06).

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