ABC der Fach­begriffe

Von Abtau­automatik über Klimaklasse bis Temperaturstabilität: Hier finden Sie Erläuterungen für die wichtigsten Fach­begriffe.

A

Abtau­automatik (No frost). Verhindert die Bildung von Eiskrusten im Innern. Normaler­weise kondensiert Luft­feuchtig­keit, die zum Beispiel beim Türöffnen ins Gerät dringt, an den kältesten Stellen. Dies sind vor allem die (Wärmeüber­trager-) Flächen des Gefrier­teils, die von eiskalter Kühl­flüssig­keit versorgt werden (Verdampfer). Kühl-Gefriergeräte mit Abtau­automatik sind häufig so konstruiert, dass sich diese kalten Flächen in einem separaten Bereich befinden; ein Ventilator sorgt dafür, dass die Kalt­luft zwischen diesen Flächen und dem Gefrier­gut zirkuliert. Um Eiskrusten vorzubeugen, sorgt die Abtau­automatik dafür, dass der Kompressor gelegentlich den Kühl­vorgang unterbricht. Eine integrierte Heizung sorgt dann sehr kurz­zeitig dafür, dass das Eis von den Verdampferflächen abtaut und das Wasser aus dem Gerät fließt. Meist wird es zum warmen Kompressor geleitet, wo es verdunstet.

Im Angebot sind auch Geräte, die nur noch seltener abge­taut werden müssen (siehe Low-Frost-Technik).

E

Energieeffizienz­klasse. Sie soll dem Verbraucher bei der Suche nach energiesparenden Produkten helfen. Die Infos finden sich auf dem Energielabel; dies fordert die Europäische Union. Alle im Handel erhältlichen Kühl- und Gefriergeräte sind mit einem A gekenn­zeichnet. Entscheidend ist die Anzahl der dahinter ange­ordneten +-Zeichen. A+-Geräte sind derzeit am schlechtesten. A+++ sind derzeit am besten, aber auch inner­halb dieser Klasse gibt es Unterschiede. Beim Energielabel wird der Strom­verbrauch bei 25 Grad Umge­bungs­temperatur gemessen – ohne das Abkühlen und Einfrieren von Lebens­mitteln. Die Stiftung Warentest berück­sichtigt beim Urteil für den Strom­verbrauch nicht nur die Energieeffizienz beim Lagern bei verschiedenen Raum­temperaturen, sondern zusätzlich auch den Energie­aufwand beim Abkühlen und beim Einfrieren.

Energielabel siehe Energieeffizienz­klasse

G

Gebrauchs­volumen. Wird im Test ermittelt. Es ist der Raum, der in sämtlichen Fächern, Körben und Einschüben für Gefrier­gut zur Verfügung steht. Das für Verbraucher relevante Gebrauchs­volumen ist oft deutlich geringer als das --> Nutzvolumen (auch als Nettovolumen bezeichnet).

K

Kalt­lagerfach. Vom normalen Kühl­bereich abge­trenntes Spezialfach zum Aufbewahren empfindlicher, leicht verderb­licher Lebens­mittel (zum Beispiel Meeresfrüchte). Die Lager­temperatur liegt hier im Bereich des Gefrier­punktes – bei minus 2 bis plus 3 Grad Celsius. Einige Geräte besitzen sogar zwei solche Spezialfächer, eines davon für Möhren, Brokkoli und Co. Vorsicht beim Kauf: Kunden sollten diese echten Kalt­lagerfächer nicht mit normalen Gemüsefächern verwechseln oder mit anderen Einschüben, die von den Anbietern phantasie­voll beworben werden. Derartige Kühlfächer sind zwar möglicher­weise ebenfalls relativ kühl, aber gewähr­leisten meist nicht die für echte Kalt­lagerfächer geforderte Temperatur in der Nähe des Gefrier­punktes. Verbraucher können echte Kalt­lagerfächer daran erkennen, dass ihr Volumen auf dem Typenschild separat ausgewiesen ist.

Kälte­mittel. Durch­strömt den Kühl­kreis­lauf, wenn der Kompressor arbeitet. Es besteht heut­zutage aus R600a (Isobutan). Diese Substanz ist klimarelevant, erhöht also den Treib­haus­effekt. Allerdings schädigt sie nicht die Ozon­schicht der Atmosphäre. Teilhalogenierte, ozon­schicht­zerstörende Kälte­mittel sind in Europa als Kälte­mittel in Haus­halts­kühlgeräten verboten.

Klimaklasse. Informiert über die Umge­bungs­temperaturen, für die sich ein Kühl­schrank eignet. Gebräuchlich ist in Mittel­europa die Klimaklasse SN-T (Subnormal bis tropisch), bei der die Außen­temperatur zwischen +10 und +43 Grad Celsius liegen darf. Die Klimaklasse N (Normal) eignet sich nur für Außen­temperaturen von +16 bis 32 Grad, also eventuell nicht für den im Winter kälteren Keller.

Kompressor. Pumpe, die das Kälte­mittel verdichtet (komprimiert), so dass es sich unter Druck stark erwärmt. Diese Wärmeenergie wird via Wärmeüber­trager (oft rippen­artige Gitter­konstruktionen auf der Geräter­ückseite) an die Raum­luft abge­geben. Moderne Kompressoren arbeiten mit elektronischer Steuerung (z.B. „Inverter“). Sie passen ihre Leistung dem Kühlbedarf an. Oft laufen sie länger und öfter als klassische Modelle, benötigen dabei aber meist weniger Strom.

Kühl­kreis­lauf. Wird vom Kälte­mittel durch­strömt. Der Kompressor verdichtet dieses; es erwärmt sich dabei. Wärmeüber­tragerflächen (meist auf der Geräter­ückseite) leiten die Wärme an die Außen­luft ab; das Kälte­mittel kühlt sich dabei ab. Anschließend sorgt ein Ventil dafür, dass sich das Kälte­mittel entspannt und dabei eiskalt wird. So durch­strömt es bei Kühl-Gefrier-Kombis meist als erstes die Wärmeüber­tragerflächen im Gefrier­teil. Da das Kälte­mittel deutlich kälter als –18 Grad Celsius ist, kann es hier Wärme aufnehmen; der Innenraum erzielt so die gewünschten Minusgrade. Zusätzlich kann das Kälte­mittel auch den Kühl­bereich abkühlen. Dafür gibt es mehrere tech­nische Möglich­keiten. Besonders bedarfs­gerecht lassen sich die Temperaturen regeln, wenn Gefrier­teil, Kühl­teil und ggf. auch das Kalt­lagerfach über separate Kühl­kreisläufe mit eigenen Temperaturfüh­lern und Thermostaten verfügen. Egal welche Technik gewählt wird: In jedem Fall verdampft Kälte­mittel an Wärmeüber­tragerflächen und strömt im Kühl­kreis­lauf gasförmig zurück zum Kompressor.

L

Low frost Technik: Soll die Bildung von Reif und Eiskrusten im Gefrier­teil verringern, erspart aber im Gegen­satz zu No frost nicht völlig das Abtauen. Versucht wird zum Beispiel, die von außen ins Gerät gelangende Luft­feuchtig­keit zu verringern. Einer anderen Strategie dient eine Metall­platte, die an besonders kalter Position in das Gefrier­teil einge­setzt wird. Diese muss der Nutzer dann von Zeit zu Zeit heraus­nehmen, vom Eis befreien und wieder einsetzen.

N

Nettovolumen. Siehe Nutzvolumen.

No-Frost. Siehe Abtau­automatik.

Nutzvolumen. Wird vom Anbieter auf dem Energy-Label deklariert. Bestimmt wird es ohne heraus­nehm­bare Einbauten (zum Beispiel Einschübe) und ist daher eher eine Größe, die über das theoretisch maximal nutz­bare Volumen informiert. Das Nutz-/Nettovolumen ist daher oft deutlich größer als das ---> Gebrauchs­volumen, das im Test ermittelt wird.

S

Schnell­kühl­funk­tion. Auch Supercool genannt. Diese Funk­tion hilft zum Beispiel beim Getränkekühlen vor einer Party. Ist sie akti­viert, kühlt das Innere des Kühl­teils schneller ab. Ob die Temperatur­regelung des Kühl­schranks dabei Frostgefahr zum Beispiel im Gemüsefach verhindert, wird im Test über­prüft. Die Schnell­kühl­funk­tion kann vor allem bei Geräten hilf­reich sein, die ihre Nutzer normaler­weise energiesparend mit Kühl­temperaturen von 6 Grad Celsius oder mehr betreiben. Hier kann sich die per Tasten­druck gesteigerte Abkühl­leistung deutlich auswirken.

Schnell­gefrier­funk­tion. Auch Superfrost genannt. Diese Funk­tion hilft beim Einfrieren größerer Lebens­mittel­mengen. Ist sie akti­viert, kühlt das Innere des Gefrier­teils schneller ab, die Temperatur sinkt unter die üblichen –18 Grad Celsius. Dafür muss der Kompressor häufiger anspringen, länger laufen oder mit erhöhter Leistung arbeiten. Da dies den Strom­verbrauch erhöht, schalten alle aktuell verkauften Geräte die Schnell­gefrier­funk­tion nach spätestens 72 Stunden auto­matisch ab.

Strom­kosten. Werden berechnet, indem der Energieverbrauch (Kilowatt­stunden pro Jahr) mit dem aktuellen mitt­leren Strom­preis (derzeit 0,28 Euro pro Kilowatt­stunde) und der voraus­sicht­lichen Nutzungs­dauer (15 Jahre) multipliziert wird.

Supercool. Siehe Schnell­kühl­funk­tion.

Superfrost. Siehe Schnell­gefrier­funk­tion.

T

Temperaturstabilität beim Lagern. Wird im Test bei verschiedenen Umge­bungs-/Raum­temperaturen ermittelt. Die Bewertung dieses Prüfkriteriums informiert darüber, ob und wie gut es einem Kühlgerät gelingt, die einge­stellten Lager­temperaturen (zum Beispiel +4 Grad Celsius im Kühl­teil) im Innern einzuhalten. Geprüft wird dies bei verschiedenen Außen-/Umge­bungs­temperaturen von 10, 25 und 32 Grad Celsius.

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