Kühl-Gefrier­kombis im Test

Strom­kosten – wann der alte Kühl­schrank raus muss

Kühl-Gefrier­kombis im Test - Kühl­schränke – stark und spar­sam
Strom­kosten. Ein alter Kühl­schrank kann ordentlich Energie fressen. Prüfen Sie, ob ein Austausch Strom und Geld sparen könnte. © mauritius images / Chromorange

Einen alten Kühl­schrank wegen der Strom­kosten gegen einen neuen zu tauschen, lohnt sich nicht immer. Wirt­schaftlich ist das oft nur, wenn der alte Kühl­schrank ein Strom­fresser und das neue Gerät spar­sam und relativ preis­wert ist. Mit unserer Muster­rechnung kommen Sie zur Entscheidung.

Kühl-Gefrier­kombis im Test Testergebnisse für 219 Kühlgeräte

Inhalt

Kühl­schrank ersetzen oder behalten?

Schritt 1: Verbrauch des Kühl­schranks messen

Bestimmen Sie als erstes mit einem Strom­mess­gerät, wie viel Energie Ihr alter Kühl­schrank verbraucht. Messen Sie mindestens 24 Stunden lang, besser ist eine Woche. Um das Mess­ergebnis nicht zu verfälschen, sollten Sie im Mess­zeitraum nicht unüblich viele oder wenige Lebens­mittel lagern. Auch die Umge­bungs­temperaturen sollten nicht ungewöhnlich sein – Frühling und Herbst eignen sich besonders.

Tipp: Viele Stadt­werke, verschiedene Initiativen sowie alle Verbraucherzentralen verleihen Strom­mess­geräte kostenlos – in der Regel für zwei Wochen, gegen Vorlage des Personal­ausweises und meist gegen Kaution. Das Mess­gerät wird zwischen Gerät und Steck­dose geschaltet.

Schritt 2: Jähr­lichen Strom­verbrauch hoch­rechnen

Richtig einge­stellt, gibt das Mess­gerät den Verbrauch in Kilowatt­stunden (kWh) an. Haben Sie eine Woche lang gemessen, multiplizieren Sie das Ergebnis mit 52, um auf den jähr­lichen Strom­verbrauch zu kommen. Für eine alte, viel Energie verbrauchende Kühl-Gefrier-Kombi haben wir für unseren Musterfall mit 9,25 Kilowatt­stunden in der Woche kalkuliert:

Jähr­licher Strom­verbrauch altes Gerät:
9,25 kWh pro Woche x 52 Wochen pro Jahr = 481 kWh pro Jahr

Schritt 3: Strom­verbrauch mit neuem Gerät vergleichen

Haben Sie den Strom­verbrauch für Ihren eigenen alten Kühl­schrank aufs Jahr hoch­gerechnet, müssen Sie den Verbrauch mit einem neuen Gerät vergleichen, das für Sie infrage käme. Für die Kühlschränke in unserer Test-Datenbank geben wir dem Strom­verbrauch pro Jahr bei geringer Nutzung an. Diese Werte sind kostenlos.

Für unsere Beispiel­rechnung schauen wir uns zwei in diesem Jahr getestete Kühl-Gefrier­kombinationen an: Die spar­samste Einbaukombi der Tests aus diesem Jahr verbraucht bei geringer Nutzung 121 Kilowatt­stunden im Jahr, die spar­samste frei stehende Kombi 147 Kilowatt­stunden. Die Differenz zum alten Gerät entspricht der maximal möglichen Ersparnis. Beachten Sie, dass wir unseren Angaben immer eine geringe Nutzung zugrunde legen (Tür bleibt geschlossen, keine neue Ladung zum Kühlen kommt ins Gerät). Nutzen Sie Ihr Gerät in der Mess­phase sehr intensiv, sind die errechneten Werte tendenziell zu hoch.

Eine Orientierung beim Kauf eines neuen Kühl­schranks bei nicht getesteten Modellen bietet das Energielabel mit seinen Energieeffizienz­klassen. Das Label informiert zudem über den jähr­lichen Energieverbrauch in Kilowatt­stunden.

Verbrauchs­ersparnis bei frei stehender Kombi:
481 kWh pro Jahr minus 147 kWh pro Jahr = maximal 334 kWh pro Jahr
Verbrauchs­ersparnis bei Einbaukombi:
481 kWh pro Jahr minus 121 kWh pro Jahr = maximal 360 kWh pro Jahr

Schritt 4: Das jähr­liche Spar­potenzial ausloten

Diese Differenz im Strom­verbrauch multiplizieren wir mit 0,31 Euro – so viel kostet im Durch­schnitt eine Kilowatt­stunde. Oder Sie wählen Ihren aktuellen Verbrauchs­preis pro Kilowatt­stunde. Auf diesem Wege finden Sie heraus, was die Verbrauchs­ersparnis maximal für Sie wert ist – zumindest, so lange der Strom­preis nicht steigt.

Maximales Spar­potenzial bei Wechsel auf moderne frei stehende Kombi:
334 kWh pro Jahr x 0,31 Euro ~104 Euro pro Jahr
Maximales Spar­potenzial bei Wechsel auf moderne Einbaukombi:
360 kWh pro Jahr x 0,31 Euro ~ 112 Euro pro Jahr

Schritt 5: Amortisations­zeitraum ermitteln

Um abzu­schätzen, wann sich die Investition in ein neues Kühlgerät ungefähr bezahlt machen würde, teilen Sie den Anschaffungs­preis der neuen Kühl-Gefrier­kombination durch die zuvor berechnete jähr­liche Ersparnis. Die spar­samste und gute frei stehende Kombi aus unserem aktuellen Test kostet etwa 745 Euro, das spar­samste Einbaugerät etwa 1 150 Euro:

Moderne frei stehende Kombi macht sich frühestens bezahlt nach:
745 Euro: 104 Euro pro Jahr ~ 7,2 Jahren
Moderne Einbaukombi macht sich frühestens bezahlt nach:
1 150 Euro: 112 Euro pro Jahr ~ 10,3 Jahren

Fazit: Vor dem Wechsel lieber genau rechnen

Für unser Beispiel haben wir mit einem Altgerät gerechnet, das mit einem jähr­lichen Verbrauch von 481 Kilowatt­stunden bei geringer Nutzung ein ziemlicher Strom­fresser ist. Die Rechnung zeigt, dass es selbst in so einem Fall recht lange dauern kann, bis sich teure, energiespar­same Kühlgeräte auszahlen. In unserem Beispiel der Einbaukombi rechnet es sich frühestens nach mehr als zehn Jahren.

Die Strom­kosten minimieren

Weichen­stellung beim Kauf

  • Auf Energielabel achten. Seit den Neunziger­jahren vergibt die EU-Kommis­sion das Energielabel für elektrische Geräte, um es den Verbrauche­rinnen und Verbrauchern zu erleichtern, Strom – und damit auch Geld und Kohlen­dioxid­emissionen – einzusparen. Das Label informiert nicht nur über die Energieeffizienz­klasse der Geräte, sondern auch über den jähr­lichen Energieverbrauch in Kilowatt­stunden, die Volumina der Kühlfächer sowie die Schall­emissionen der Geräte, siehe unser Special Energielabel. In jedem Fall lohnt es sich, beim Strom­verbrauch genau hinzuschauen: Der Wechsel zu einem effizienteren Gerät kann jähr­lich bis zu 200 Euro an Strom­kosten einsparen.
  • Voraus­schauen. Ein heute gekauftes Kühl- und/oder Gefriergerät kann locker 15 Jahre alt werden. Während dieser langen Zeit summiert sich der Energieverbrauch auf einige tausend Kilowatt­stunden. Unsere Test­daten­bank zeigt die voraus­sicht­lichen Strom­kosten für die nächsten 15 Jahre – auf der Basis heutiger Strom­preise. Falls sich elektrische Energie in Zukunft weiter verteuern sollte, wäre die Belastung umso stärker.
  • Effizienz wählen. Mit wenigen Klicks können Sie aus unserem Kühlschrank-Test energiesparende Geräte heraus­filtern, die beide Aufgaben mit geringem Strom­verbrauch erledigen.
  • Optimale Größe. Über­legen Sie genau, wie viel Fassungs­vermögen Ihr Kühlgerät tatsäch­lich haben muss. Große Kühl­schränke bieten zwar einer­seits vielfältige Lager­möglich­keiten und Über­sicht­lich­keit, anderer­seits verbrauchen sie im Vergleich zu kleineren Modellen mehr Strom. Achten Sie daher nicht nur auf die Effizienz-Note für den Strom­verbrauch, sondern auch auf die in der Test­daten­bank genannten Kilowatt­stunden pro Jahr. Und entscheiden Sie sich im Zweifel gegen ein unnötig großes Volumen. Entscheidend ist das von uns ermittelte praxis­relevante Gebrauchs­volumen.
  • Alte Schätz­chen. Altgeräte sind mitunter wahre Strom­fresser. Vor allem dann, wenn im Laufe der Zeit die Dichtung gelitten hat. Testen können Sie dies mit einer Taschen­lampe, die Sie ins Gerät legen: Dringt deren Licht bei geschlossener Tür in die nächt­lich dunkle Küche, besteht Hand­lungs­bedarf. Alte Dichtungen lassen sich oft austauschen. Den Energieverbrauch können Sie mit einem Strommessgerät prüfen.

Den besten Aufstell­ort finden

  • Kühle Umge­bung. Den Energieverbrauch können Sie dauer­haft gering halten, wenn Sie die Kühlgeräte nicht neben Wärmequellen aufstellen. Meiden Sie zum Beispiel die Nähe zu Heizkörpern und Back­öfen oder einen Stand­ort im prallen Sonnenlicht am Südfenster.
  • Eine Frage der Raum­temperatur. Bei Hitze werden Kühl­schränke stromhung­rig, wie unsere Messungen belegen. Das über­rascht zwar nicht, zeigt aber: Ein spar­sames Gerät nützt wenig, wenn es neben dem Back­ofen oder neben dem Fenster zur Südseite steht.
Kühl-Gefrier­kombis im Test - Kühl­schränke – stark und spar­sam
© Erfurth Kluger Infografik

Strom sparen im Alltag

  • Schnell abkühlen. Viele Kühl- und Gefriergeräte verfügen über spezielle Funk­tionen, um Lebens­mittel schnell abkühlen oder einfrieren zu können. Wird derartiges Supercool- oder Superfrost akti­viert, kühlt die Kälte­maschine intensiver – und zieht mehr Strom aus der Steck­dose. Deshalb sollten Sie die Funk­tionen nur dann akti­vieren, wenn größere Mengen frischer Lebens­mittel in die Kälte kommen.
  • Kühl trans­portieren. Kühlboxen und Kühltaschen schützen beim Einkaufen die Ware aus dem Kühl­regal vorm Aufwärmen und die Tiefkühl­kost vorm Auftauen. Der „Kühl­trans­port“ beugt schnellem Verderben vor und spart oben­drein Strom: Je weniger Arbeit das Gerät hat, um Pizza, Joghurt & Co nach dem Trans­port wieder auf Soll-Temperaturen abzu­kühlen, desto güns­tiger.
  • Schnell zurück. Lassen Sie Milch, Käse und andere Lebens­mittel nicht unnötig lange auf dem Früh­stücks- oder Abend­brottisch stehen. Je weniger sie sich dort erwärmen, desto weniger Zeit und Energie braucht der Kühl­schrank fürs erneute Abkühlen.
  • Draußen abkühlen. Gekochtes gehört möglichst erst nach dem Abkühlen ins Gerät. Getränkekisten sollten Sie nach dem Kauf an einem möglichst kühlen Ort lagern, damit Sie die Flaschen schon etwas vorgekühlt in den Kühl­schrank stellen können.
  • Abtauen. Sofern das Gefrier­teil Ihres Gerätes über keine No-Frost-Abtau­automatik verfügt, sollten Sie es mindestens einmal jähr­lich abtauen. So beugen Sie allzu dicken Eiskrusten auf den Wärmeüber­tragern vor und erhöhen die Effizienz des Kühl­kreis­laufs. Optimal funk­tioniert das, wenn das Gerät gerade fast leer ist (etwa vor der neuen Ernte­saison) oder an eiskalten Winter­tagen: Sie können die Tiefkühl­kost dann während der Abtau­zeit – gut verpackt – auf Terrasse oder Balkon „parken“.
  • Anleitung beachten. Lesen Sie die Bedienungs­anleitung. Mitunter finden sich hier weitere nützliche Tipps zum Energiesparen.

Kühl-Gefrier­kombis im Test Testergebnisse für 219 Kühlgeräte

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278 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.03.2022 um 15:53 Uhr
Stromverbrauch

@Janug: Der absolute Stromverbrauch ist für manche Einbaugeräte relativ niedrig, weil sie wenig Fassungsvermögen haben. Sie brauchen dann wenig Strom, haben aber auch wenig Platz. Wenn Sie mit dem wenigen Platz auskommen, ist dann natürlich alles gut.
Bei der Effizienz, den Stromkosten pro Liter Inhalt, sind die freistehenden Modelle vorne. Teils weil sie schlicht größer sind und ein größeres Volumen effizienter zu kühlen ist. Teils auch weil sie besser, mit mehr Isolierschaum, gedämmt sind. Einbaugeräte leiden unter Platzmangel, weil sie in die vorgesehenen Nischen der Küche passen müssen.
Momentan lässt sich nicht übersehen, wann die nächste Untersuchung durchgeführt wird. Ihren Wunsch haben wir aber in jedem Fall registriert.

Janug am 23.03.2022 um 06:50 Uhr
Stromverbrauch

Hallo, im Artikel steht, dass freistehende Kombis meist energieeffizienter sind. Trotzdem finde ich die geringsten Werte für den Stromverbrauch pro Jahr bei den Einbau Kombis. Wie kommt es dazu? Eine Filtermöglichkeit nach Stromkosten pro Jahr wäre sehr wünschenswert! Weiters würde mich interessieren ob bereits bekannt ist wann das nächste Update der Tests bzw. das Testen neuer Geräte geplant ist.

Profilbild Stiftung_Warentest am 21.03.2022 um 11:34 Uhr
Aufwärmzeit nach Stromausfall

@cpbecker: Spitzengeräte halten fast einen Tag durch und andere weniger als die Hälfte.

cpbecker am 19.03.2022 um 12:37 Uhr
Aufwärmzeit nach Stromausfall

In den FAQs und Artikeln findet sich keine Angabe darüber, wieviel Zeit beim Anstieg der Temperatur des Gefriergutes von - 17°C auf - 9°C nun tatsächlich vergeht, wenn die Kühl-Gefrier-Kombi bzgl. Verhalten bei Störungen mit z. B. "sehr gut" bewertet wird.

Seraphim1982 am 19.03.2022 um 11:39 Uhr
Begründungen für schlechte Bewertungen fehlen

Ich bin etwas enttäuscht wegen der wenigen Details die zu den Tests herausgegeben werden. Wenn ein Modell in einer Kategorie nur mit Note 4, oder 5 abgeschnitten hat, ist das ein wichtiger Punkt. Leider ist dann nicht ersichtlich mit welcher Begründung das Modell ausgerechnet an dieser Stelle schlecht bewertet wurde.
Die Beschreibung wie getestet wurde gibt nur einen ganz groben Überblick und hilft bei der Nachvollziehbarkeit leider kaum.
In anderen Tests gab es in den Detailbewertungen zu den entsprechenden Geräten noch eine Zusammenfassung, wo solche Mängel dann mit Begründung hervorgehoben wurden. Das ist hier leider nicht der Fall. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Tests daher nicht belastbar und wirken leider nicht sehr seriös.