Kühlschränke Test

Kühlgeräte werden oft älter als 15 Jahre – das ist eine lange Zeit. Umso wichtiger ist es, eines der besten zu kaufen: Viele im Test sind „gut“ oder „sehr gut“.

Energieeffizienzklasse A klingt eigentlich ganz positiv. Doch beim Kauf von Kühl- und Gefriergeräten sollten sich Verbraucher nicht täuschen lassen: Geräte der Klasse B gibt es kaum noch und Klasse A ist nur noch drittklassig. Wer einen geringen Stromverbrauch wünscht, muss auf die „A+“- oder die noch bessere „A++“-Deklaration achten (siehe Meldung Neues Energielabel). In unseren Test haben wir gezielt die sparsamsten Kombimodelle einbezogen: 9 Einbaugeräte und 13 separat aufstellbare Standgeräte.

Tipp: Wenn Sie wählen können, sollten Sie sich im Zweifelsfall für ein Standgerät entscheiden. Unsere Preisrecherche zeigt, dass dies im Schnitt deutlich preiswerter ist. Obendrein lassen sich die Kosten fürs Einbaumöbel sparen. Und meist sehen die Standgeräte auch noch echt cool aus.

Fünf Geräte sind mit Kaltlagerfächern ausgestattet, deren niedrigere Temperaturen von 0 bis 3 Grad Celsius die Lebensmittel besonders lange frisch halten sollen. Die teuren Kombis von Miele und Liebherr haben sogar zwei Kaltlagerfächer für unterschiedliche Luftfeuchtigkeit: ein trockenes Fach für Fleisch und Wurst und ein eher feuchtes Fach für Obst und Gemüse.

Stromverbrauch minimieren

Wo der Platz für zwei separate Geräte fürs Kühlen und Einfrieren fehlt, ist ein Kombigerät eine sinnvolle Lösung: Ausgewählt haben wir Modelle, die unten ein Volumen von 40 bis 85 Liter fürs Einfrieren bieten. Oben gibt es viel Platz zum Kühlen.

Tipp: Lassen Sie sich von der Werbung nicht verleiten, ein unnötig voluminöses Modell zu wählen. Große Kühlgeräte verbrauchen meist mehr Strom als kleine. Dies belegt auch der im Test ermittelte „Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Jahr“.

Bei der Bewertung des Stromverbrauchs haben wir auch die Besonderheiten rechnerisch berücksichtigt: Geräte mit größerem Gefrierfach oder mit Kaltlagerfächern durften im Verhältnis mehr Strom verbrauchen, um ein positives Urteil zu erzielen.

No-Frost-Technik im Gefrierteil sorgt automatisch für regelmäßiges Abtauen, benötigt dafür aber Strom. Auch dafür gab es einen Bonus, denn Modelle ohne diese Technik müssen mit Energieverlust von Hand abgetaut werden. Unsere Rechnungen ermöglichen also den fairen Vergleich.

Tipp: Je wärmer die Umgebungstemperatur, desto mehr muss der Kühlschrank „arbeiten“. Deshalb besser einen kühlen Aufstellort wählen: nicht neben Heizkörper oder Backofen. Der Stromverbrauch kann dadurch erheblich gesenkt werden.

Kühlschränke Test

Der „Winter-Schalter“ von Hanseatic lässt die Glühlampe bei geschlossener Tür brennen.

Mit der billigen Hanseatic-Kombi können Stromsparer allerdings eine böse Überraschung erleben: Stellt man sie in eine unbeheizte Speisekammer und drückt gemäß Anleitung den Schalter für „Winter-Kühlung“ (niedrige Außentemperatur), kann der Stromverbrauch steigen! Ursache ist die primitive Regelung: Um zu verhindern, dass der Thermostat im Kühlteil den Kompressor zu selten startet und es im Gefrierteil zu warm wird, brennt die Innenbeleuchtung auch bei geschlossener Tür. Die Wärme der Glühlampe soll für häufigeres Anspringen sorgen. Ärgerlich: Der Schalter ist nicht einmal beschriftet und kann leicht versehentlich betätigt werden.

Auch in anderen Prüfpunkten zeigte sich beim Hanseatic-Gerät, dass „billig“ nicht gleichbedeutend mit „preiswert“ ist: Es schwächelte beim Abkühlen und Einfrieren. Beim Reinigen zerbrach ein klemmendes Kunststofffach. Außerdem hat das Hanseatic-Gerät keinerlei Warnanzeigen. Wenn im Störfall das Gefriergut auftaut, ist das ärgerlich.

Manche warnen, andere nicht

Dass sehr gute Temperatur- und Warnanzeigen technisch kein Problem sind, beweist die Konkurrenz. Wenn die Türen aus Versehen nicht ganz geschlossen sind oder bei Stromausfall ertönen Signale. Hilf­reich: Viele Geräte informieren sogar später, ob die Temperatur im Gefrierteil beim Störfall auf kritische Werte gestiegen ist.

Einige Anbieter werben mit antibakteriellen Eigenschaften ihrer Kühlgeräte, etwa mit Umluft-„Hygienefilter“. Wir meinen: Solche Maßnahmen vermitteln eine trügerische Sicherheit. Viel wichtiger sind gründliches Reinigen aller Flächen und kritische Blicke auf die Lebensmittel und deren Mindesthaltbarkeitsdaten.

Unterm Strich ist das Testergebnis erfreulich: Die meisten Geräte arbeiten effizient und bieten viel Komfort. Einen besonderen Akzent setzt das Liebherr-Einbaugerät mit besonders hellen, seitlichen LED-Lichtleisten. Sie sparen Ener­gie und sorgen zugleich für Durchblick.

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