Kühlschränke Test

Die Bewertungen für den Stromverbauch der 13 getesteten Einbaukühlschränke reichen von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Wo liegt der beste Kompromiss zwischen einem teuren Stromsparer und einer billigen Energieschleuder?

Wer in seiner Einbauküche Platz für einen Gefrierschrank hat, kann beim Kühlgerät getrost auf das Eisfach verzichten. In eine 88 Zentimeter hohe und 57 Zentimeter breite Einbaunische lassen sich dadurch Geräte integrieren, die genug Lebensmittel für die Familie fassen. 13 dieser reinen Cooler hat test jetzt unter die Lupe genommen. Schließlich soll das unverzichtbarste aller Haushaltsgeräte über Jahre zuverlässig seinen Dienst versehen.

Wir haben geprüft, ob die Lebensmittel auch bei wechselnden Raumtemperaturen zwischen 10 und 32 Grad Celsius stets gut gekühlt, das heißt etwa bei plus fünf Grad gelagert werden. Da ein Kühlgerät ständig in Betrieb ist, macht sich ein Blick auf die Stromkosten bezahlt. Die summieren sich in zehn Jahren auf Beträge, die im Extremfall den Kaufpreis des Geräts erreichen oder sogar übersteigen. Diesen Extremfall erreichten Foron und Ökoline. Wertungspunkte der technischen Prüfung brachten die Türdichtheit, die sich auf den Stromverbrauch auswirkt, die Raumausnutzung und das Laufgeräusch, das besonders für jene wichtig ist, bei denen der Kühlschrank in einer offenen Wohnküche steht.

Kühlleistung

Kühlschränke Test

Eine Luftklappe am Gemüsefach soll das Grünzeug länger frisch halten.

Nur fünf Kühlschränke, AEG, Bauknecht, Miele, Quelle und Whirlpool, erreichten die Note „gut“ in der Haupteigenschaft Kühlen. Bei unterschiedlichen Raumtemperaturen zwischen 10 und 32 Grad blieb ihre Kühltemperatur konstant und war genügend Regelreserve vorhanden. Das heißt: Die Regler lassen genug Spielraum, um das Gerät verschiedenen Raumtemperaturen anzupassen oder die Kühltemperatur zu ändern. Eine gradgenaue Temperaturvorwahl ermöglichen AEG und Quelle durch die digitalen Regler und Anzeigen. Die kältetechnisch baugleichen Geräte von Bosch, Neff und Siemens sowie der Foron liefen bei 32 Grad Raumwärme so lange, dass die Kühltemperatur für mehr als zehn Stunden pro Tag unter den Gefrierpunkt fiel – das brachte Minuspunkte. Der Bauknecht brauchte zu lange, bis frisch eingelagerte Lebensmittel auf die Kühltemperatur von fünf Grad gebracht wurden. Wie es um die Kältedämmung bestellt ist, zeigt sich im Störfall. Fällt die Kältemaschine aus, erwärmt sich das Kühlgut im Bauknecht-, Juno-, Liebherr-, Miele- und Ökoline-Gerät etwas schnell.

Stromverbrauch

Kühlschränke Test

Prüfung des Temperaturverlaufs nach dem Einlagern: Außen lagern kalte Lebensmittel, innen wird warmes Kühlgut dazugepackt.

Beim Whirlpool verhinderte der relativ hohe Stromverbrauch ein besseres Gesamtergebnis als „befriedigend“. Unter allen geprüften Kühlgeräten der Effizienzklasse A verbraucht er am meisten. Nach zehn Jahren ist die Stromrechnung beim Liebherr, Miele und Quelle um bis zu 142 Euro niedriger. Da der Liebherr aber 190 Euro, der Miele sogar 250 Euro mehr kostet als der Whirlpool, geht die Gesamtrechnung dennoch nicht auf. Auch mit den höheren Stromkosten bleibt der Whirlpool im Rückblick auf zehn Jahre die preiswertere Anschaffung.

Das probehalber eingekaufte Billig-modell Ökoline IKS 150 macht seinem Namen mit Stromkosten von 336 Euro keine Ehre. Dank des niedrigen Preises von nur 259 Euro ergeben sich aber die geringsten Gesamtkosten in zehn Jahren. Der höhere Stromverbrauch resultiert auch aus der dünneren Dämmung, die dem Ökoline andererseits einen Vorteil bei der Raumausnutzung verschafft.

Tipp: Helfen Sie mit, den Energieverbrauch zu senken. Entscheiden Sie sich für ein stromsparendes Gerät, auch wenn es zunächst teurer ist. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich im Laufe der Betriebszeit. Denn bei Kühlschränken beträgt sie erfahrungsgemäß mehr als zehn Jahre.

Damit Verbraucher auf den ersten Blick einschätzen können, ob es sich um ein Energiespargerät handelt, wurde vor einigen Jahren das Energie-Label eingeführt. Mit ihm werden die Geräte in den Verkaufsräumen, Prospekten und Katalogen ausgezeichnet. Inzwischen unterschreitet eine Reihe von Kühlschränken die Grenzwerte der bisher besten Energieeffizienzklasse A so weit, dass man europaweit über eine neue Kennzeichnung für diese besonders sparsamen Geräte nachdenkt. Unter dem Arbeitstitel Energy+ werden Geräte geführt, die mindestens 25 Prozent weniger Strom verbrauchen als für das A-Label erforderlich wäre. Einige Hersteller, die diese Grenzwerte bereits unterschreiten, kennzeichnen ihre Geräte auch mit Super-A oder A+.

Handhabung

Im täglichen Gebrauch zeigten die geprüften Geräte nur geringe Unterschiede. Der Türanschlag war bei allen Fabrikaten rechts. Wer ihn beim Einbau auf die andere Seite umwechseln muss, braucht dazu beim Bosch, Neff und Siemens einen speziellen Torx-Schraubendreher – bei den anderen genügt ein normaler. Positiv bei der Handhabung dieser drei Modelle ist die sehr variable Innenaufteilung. So gibt es zum Beispiel für Wurst, Käse oder anderes flaches Kühlgut eine seitlich verschiebbare Schublade, die unter einem Ablageboden hängt. Eine weitere Besonderheit dieser Geräte (auch bei AEG, Quelle und Zanussi) ist eine Luftklappe am Gemüsefach. Wird sie geschlossen, soll unverpacktes Grünzeug länger frisch bleiben. Das Gemüsefach ist meist in zwei unterschiedlich tiefe Hälften geteilt. Nur der Ökoline hat eine durchgehende, nicht allzu tiefe Schale. Als einziges Gerät im Test ist der Ökoline auch noch mit Gitterrosten – und zwar ungeteilten – ausgestattet. Die lassen sich nicht so bequem reinigen und die Kippsicherheit kleiner Becher ist weniger gut. Die übrigen Geräte haben je vier Glas- oder Kunststoffablagen, von denen jeweils eine geteilt und einschiebbar ist – außer bei Foron und Whirlpool.

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