Kühlschränke Test

Für Cocktailfans: Der Eisbereiter im LG-Gerät liefert Eiswürfel und zerstoßenes Eis für kalte Drinks. Die englischen Be­griffe dafür sollte man beherrschen.

Schickes Aussehen, spezielle Klimazonen und sparsame Umlufttechnik sind kein Widerspruch – wenn Kühl-und Gefrierteil übereinander liegen. Das Side-by-SideModell enttäuschte dagegen.

Wo der Platz für zwei separate Geräte fehlt, ist die Kühl-Gefrier-Kom­bination ideal: Oben kühle Plusgrade für die Frischkost, unten frostige Minusgrade für den Vorrat im Kälteschlaf. Die elf Standkombinationen in diesem Test – alle Geräte 60 Zentimeter breit – bieten für 445 bis 1 260 Euro richtig große Kühlteile mit rund 160 bis 240 Liter nutzbarem Volumen – viel Platz also für den Familienhunger.

Bei den meisten ist auch ein Kaltlagerfach integriert: Kühle null bis drei Grad hal­ten Obst, Gemüse, Salate, Aufschnitt, Fleisch, Milch und Jogurt wesentlich länger frisch als die rund fünf Grad auf den übrigen Ablagen. Das lohnt sich: Der Einkauf verdirbt nicht so schnell und so wandert weniger in den Müll. Die Gefrierteile darunter sind mit 65 bis 83 Liter Gebrauchs­volumen eher bescheiden. Riesenvorräte finden darin keinen Platz. Für ein paar Fer­tiggerichte, einige Packungen selbst Ein­gefrorenes sowie Brot und Ersatzbutter reicht es aber.

Seite an Seite mit Schwächen

Bei der 90 Zentimeter breiten Kombination von LG liegen Kühl- und Gefrierteil nicht über-, sondern nebeneinander. Wir haben sie stellvertretend für die neue Generation der Side-by-Side-Geräte mitge­testet. Solche schicken zweitürigen Modelle werden immer beliebter, besonders bei Cocktailfans. Der eingebaute Eisbereiter mit festem Anschluss an die Trinkwasserleitung liefert auf Knopfdruck Würfel- oder Crunch-Eis für die Drinks, auf Wunsch auch gekühltes Wasser. Komplett wird die gastronomische Aufmachung durch eine Klappe mit Zugriff auf kaltge­stellte Flaschen, Dosen und Saftkartons. Ganz wie in einer Bar eben. Für stolze 1 650 Euro gibt es neben dem flotten Design üppige 313 Liter Kühlvolumen und 126 Liter für Tiefkühlkost. Klingt verlockend, doch die Anschaffung will wohl überlegt sein. Erstens braucht solch eine Side-by-Side-Kombination viel Platz. Zweitens zeigte das LG-Modell einige Schwächen: Es kühlt langsam und wird bei einer Störung schnell zu warm. Drittens verbraucht es viel Strom, täglich mehr als zwei Kilowattstunden. Macht im Jahr rund 130 Euro. Die anderen Kombis begnügen sich mit 40 bis 70 Euro jährlich.

Die wichtigste Aufgabe einer Kombination ist es, die erforderlichen Plus- und Mi­nusgrade einzuhalten: im Kühlteil durchschnittlich fünf Grad Celsius, im Kalt­lagerfach zwischen null und drei Grad. Gleichzeitig in den Gefrierfächern kons­tant minus 18 Grad, egal ob es in der Küche warm oder kalt ist. Wichtig: Im Kühlteil dürfen keine Frostgrade auftreten, weil die Lebensmittel sonst anfrieren könnten. Wärmer als zehn Grad darf es wiederum auch nicht werden, sonst verderben sie vorschnell. All das bewältigen die Kombis meist anstandslos. Verändert sich das Klima in der Küche, so hat das erfreulich wenig Einfluss auf die Geräte.

Eine Besonderheit beim LG-Modell sind die Fächer in den Türen. In den oberen Türfächern wird das Gefrorene aber nur dann richtig kalt, wenn der Regler des Gefrierteils auf minus 22 Grad eingestellt ist. Die unterste Schublade im LG-Gerät kann als Gemüse- oder Fleischfach eingerichtet werden. Als Fleischfach hat es tiefere Temperaturen als der Kühlschrank selbst. Es ist aber kein typisches Kaltlagerfach, vor allem nicht bei hohen sommerlichen Temperaturen in der Küche.

Unterschiede beim Herunterkühlen

Wie gut die Kombis kühlen, zeigt sich immer dann, wenn Einkäufe verstaut werden. Erfahrungsgemäß dauert es etliche Stunden, bis alles auf zehn Grad abkühlt. Im Test haben wir viereinhalb Kilogramm auf 100 Liter Volumen neu eingelagert, um alle Geräte gleich zu fordern. Schon nach rund drei Stunden waren im AEG-Electrolux Santo 86378 und dem verwandten Quelle-Modell sieben Kilo heruntergekühlt. Hingegen brauchten die Kombis von Blom­berg, EBD und LG fünf bis sieben Stunden für eine vergleichbare Menge. Im LG-Gerät sind das stattliche 13 Kilo. Aber wer sich schon ein solch großes Teil kauft, will es natürlich voll nutzen und erwartet, dass auch ein Großeinkauf in angemessener Zeit abkühlt.

Fünf Kilo in knapp 18 Stunden

Im Gefrierteil des Bosch-Geräts lässt sich in 24 Stunden die größte Menge einfrieren. Sofern genügend Fächer frei sind, bringt man 20 Kilogramm auf einen Schlag unter. Das geht aber nur, wenn Stunden vorher auf „Superfrost“ gestellt wurde, um eine Kältereserve zu schaffen.

Magere fünf Kilogramm friert die Kombination von EBD in knapp 18 Stunden ein, aber ohne Vorkühlen. Nach Gebrauchsanleitung wird hier die Superfrost-Taste erst direkt beim Einlagern betätigt – bescheiden im Preis (445 Euro), bescheiden auch im Gefriervermögen.

Kälteakkus schützen

Da kann man nur hoffen, dass nicht zwischendurch einmal der Strom ausfällt. Gute Gefrierschränke und -truhen überstehen bis zu 40 Stunden Stromausfall – gefüllt nach Prüfnorm. In den Kombinationen steigen die Temperaturen schneller an. Sind die Gefrierteile entsprechend voll gepackt, erreichen die meisten nach etwa 14 bis 31 Stunden den kritischen Bereich von minus neun Grad. Realistischer ist die halbe Normbeladung. Sie entspricht einem mit unterschiedlichen Lebensmitteln prall ge­füllten Gerät. Dann erreichen die Modelle die minus neun Grad schon nach 11 bis 21 Stunden – das gibt dann schon nach einem Wochenendausflug ein böses Erwachen.

Nicht einmal einen Arbeitstag übersteht das Gefrorene in der LG-Kombination. Bereits nach wenigen Stunden ohne Strom hat das Thermometer an der wärms­ten Stelle die Minus-neun-Grad-Marke geknackt. Hier sollte man unbedingt Kälteakkus dazukaufen und auf die gefrorenen Lebensmittel legen.

Manche warnen gar nicht

Bei einer Störung sollen die Geräte nicht nur gut dämmen, sondern den Verbraucher auch rechtzeitig warnen. Längst nicht alle Kombis tun das. Die Modelle von EBD und LG melden weder optisch noch akustisch, wenn es drinnen zu warm wird. Schlimmstenfalls sind Lebensmittel bereits aufgetaut, ohne dass es jemand merkt. Bei den Geräten von Blomberg, Candy und Otto/Hanseatic signalisiert wenigstens eine rote Leuchte, dass etwas nicht stimmt. Nur leider geht die wieder aus, sobald die Lagertemperatur wieder erreicht ist. So merkt im Nachhinein niemand mehr, dass zwischendurch der Strom ausgefallen war. Bloß gut, dass unser Netz relativ störunanfällig ist und Stromausfälle selten und meist kurz sind.

Optimal ist es, wenn dem Verbraucher auch nach dem Ende der Störung signalisiert wird, dass etwas nicht in Ordnung war. Wenn das Gerät dann noch die Höchsttemperatur anzeigt (siehe Tabelle unter „Aus­stattung“), kann er einschätzen, ob er den Vorrat bald verbrauchen sollte, weil er schon stark angetaut war. Kurz Aufgetautes lässt sich übrigens unbesorgt wieder einfrieren.

Temperaturanzeigen sind nicht selbstverständlich. Die Kombis von Candy und EBD haben überhaupt keine. Und die von LG zeigt nicht die tatsächlichen Gradzahlen an, sondern den vom Benutzer eingestellten Sollwert. Einziger Ausweg: Haushalts- oder Kühlschrankthermometer oben und unten hineinlegen und regelmäßig kontrollieren, wobei kleine Temperaturschwankungen normal sind.

Kein Abtauen durch No-Frost

Kühlteile tauen von selbst ab, Gefrierteile meist nicht. Abtauen ist lästig, aber nötig. Ersparen kann man es sich bei den Kombis von Miele und LG. Sie tauen automa­tisch ab, lassen die Feuchtigkeit verdunsten. Oft heißt es, die No-Frost-Technik sei teuer und erhöhe den Stromverbrauch. Dass es anders geht, beweist Miele. Die Kombination KFN 8667 S-2 kostet nicht mehr als manch andere ohne diese Technik und schont trotzdem die Stromrechnung. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Folgekosten durch den Energiever­brauch (siehe Tabelle). So manch schein­bar günstiges Gerät belastet den Geldbeutel letztlich mehr als ein teures.

Vorbehalte gegen No-Frost-Modelle gibt es auch deshalb, weil sie angeblich gluckern und zischen. In der Tat verursachen heutige Kühl- und Gefriergeräte oft ungewohnte Geräusche. Die kommen normaler­weise nicht von der Kältema­schine, son­dern sind Strömungsgeräusche des Kältemittels. Auch Ventilatoren arbeiten nicht still vor sich hin. Wir haben im Test die Geräusche der Geräte beachtet. Auffallende Nebengeräusche haben wir aber nicht feststellen können.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2670 Nutzer finden das hilfreich.