Wer mit speziellen Empfangsgeräten für mehr Unterhaltung in der Küche sorgen will, sollte sich die Testergebnisse genau ansehen. Die Hersteller bieten über­wiegend herbe Klangkost, auch die Bildqualität ist nicht delikat.

Grießbrei rühren, Kartoffeln schälen, Ge­schirr abwaschen, selten ist die Arbeit in der Küche wirklich kurzweilig. Deshalb steht in den meisten Küchen auch ein Radio, das für Unterhaltung sorgt, und immer öfter auch ein Fernseher.

Unter Hängeschränke geschraubt

Aber wo wird geschnippelt und gerührt, wenn zwischen Espressoautomat, Mikrowelle und Toaster das Radio und der TV-Apparat die letzten freien Flächen blockieren? Eine Antwort darauf wird in Küchenstudios und Elektronikmärkten gegeben. Sie bieten Radios und Fernseher an, die unter Hänge­schränke und Regalbretter geschraubt werden. Und die Bildschirme der TV-Empfänger lassen sich klappen und schwenken, damit der Hobbykoch seinen Standort zwischen Herd, Schneidebrett und Spüle wechseln kann – die gerade laufende Kochshow immer fest im Blick.

Und die Geräte können noch mehr: DVDs wiedergeben, Musik von der CD abspielen, manche auch MP3-Dateien.

Der Klang ist mäßig

Während es an der Vielseitigkeit der getesteten Geräte kaum etwas auszusetzen gibt, sieht das beim Bild, Ton und bei der Handhabung anders aus. Da sind die Ergebnisse sehr durchwachsen. Nur einzelne Geräte, wie die beiden Radios von Sony, können dem Hobbykoch mit ordentlichem Klang und relativ einfacher Handhabung die Küchenarbeit versüßen. Es gibt allerdings nur einmal das test-Qualitätsurteil „gut“, für das Sony ICF-CD 543 RM. Bei so manch anderen Geräten im Test hatten wir Mühe, ihnen etwas Gutes abzugewinnen.

Zum Beispiel beim Klang. Nun erwartet niemand von den Hängeradios einen bären­starken HiFi-Sound, doch was da geboten wird, ist selten zu genießen. Im Prüfbericht steht: „Fast alle klingen deutlich verfärbt und auf Dauer anstrengend. Einige neigen zum Dröhnen. Von einer Tieftonwiedergabe kann keine Rede sein.“ Von den beiden Sony-Radios abgesehen sind alle anderen Geräte im Ton „ausreichend“. Clatronic, der schlechtere Elta und die Videogeräte von Lenco, Teamtronic und Odys kamen nur knapp um „mangelhaft“ herum.

Das Bild ist schwach

Während bei den Küchenradios wenigstens noch ein Modell im Test „gut“ abschnitt, hieß es bei den Geräten mit Bildschirm am Ende nur „befriedigend“ und „ausreichend“. Der Grund: Sie überzeugen weder beim Klang noch beim Bild. So hat das AEG mit dem kleinen Bildschirm ein recht düsteres und verwaschenes Bild, sowohl beim Fernsehen als auch über DVD. Als einziges in der Gruppe der Bildschirmgeräte bietet das Lenco keinen Fernsehempfang, es gibt nur DVDs wieder – aber mit einem schwachen Bild. Vor allem die spiegelnde Oberfläche seines Bildschirms bescherte ihm im Sehtest Minuspunkte. Sie lässt nur einen kleinen Betrachtungswinkel zu, in dem das Bild klar erkennbar ist. Und auch sonst ist das Gerät mit Abstand schwächer als die anderen seiner Klasse. In allen wichtigen Punkten heißt es bei ihm „ausreichend“.

Die Bildqualität der anderen Geräte ist ansehnlich, wenn auch nicht brillant. Sie können auch Fernsehen über DVB-T (digitales Antennenfernsehen) empfangen. Das klappt sogar tadellos. Im Analogempfang schafft dagegen gerade mal das AEG-Gerät eine „befriedigende“ Note, am schlechtesten ist der Odys-Empfänger.

Mit Ausnahme des Lenco taugen alle Bildschirmgeräte mit ihrem 12-Volt-Spannungsanschluss auch für den Caravanbetrieb. Bis auf kleine Details und den Namen gleiche Produkte erreichten im Test überraschend verschiedene Noten: AEG, Odys, Soundmaster und Teamtronic unterscheiden sich in Ton, Bild und bei den Empfangsleistungen beim Analog-TV.

Die Handhabung ist auch nicht toll

Die Radio- und Fernsehfunktionen einzu­stellen, könnte den Koch über Gebühr von den Aufgaben in der Küche ablenken. Denn bis auf die beiden Sony-Geräte ist die Handhabung bei allen höchstens „ausreichend“. Der Grund sind unzureichende Anzeige­infor­ma­ti­onen, langsam reagierende Tasten, fehlerhafte Menüs, umständliche Radioab­stimmung und andere Schwächen. In der Anleitung des Video-Soundmaster wird zum Beispiel auf farbige Tasten der Fernbedienung hingewiesen, die sie aber nicht hat.

Herbe Kost lieferte das Elta-Radio mit der Artikelnummer 4258MP3. Seine Schrankhalterung ist schlampig konstruiert: Es kann schon herunterfallen, wenn man nur einen der Schalter seitlich am Gerät betätigt. Nicht dass es bei laufender Kochshow noch im Suppentopf landet.

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