Kryptowährungen Meldung

Blasen platzen leicht: Eine ­falsche Bewegung, schon stehen Anleger vor dem Nichts.

Bitcoin und andere virtuelle Währungen bergen das Risiko ­eines Total­verlusts. Viele Geschäfte sind extrem riskant. Das geht auch deutlich aus einer Warnung der drei EU-Finanz­aufsichts­behörden für Wert­papiere, Banken und Versicherungen hervor: „Die meisten virtuellen Währungen unterliegen extremen Preis­schwankungen und haben klare An­zeichen einer Preisblase ausgebildet.“ Doch das ist nicht das einzige Problem.

Abwick­lungs­ärger

Wegen der ­fehlenden Regulierung und dem Sitz vieler Anbieter im Ausland sind Anleger wenig geschützt. Leser berichten zum Beispiel über Probleme mit dem Kunden­service und der Auszahlung von Guthaben beim Broker 24option.com aus Zypern, der anbietet, auf Kryptowährungs­kurse zu setzen. Zu den ­Vorwürfen äußerte er sich auf ­Finanztest-Anfrage nicht. Er steht auf unserer Warnliste Geldanlage.

Existenz­bedrohende Kredite

Die ­Onlineplatt­form Bitbond vermittelt Darlehen in Bitcoin zwischen Kredit­gebern und -nehmern. Das ist gefähr­lich, ebenso wie sich Geld für Spekulationen mit Kryptowährungen zu leihen. Jede Kredit­aufnahme für oder in Kryptowährungen kann je nach Kurs­verlauf die Existenz bedrohen.

Virtuelle Währungen

Die bekann­teste Kryptowährung ist sicher Bitcoin. Wie das Geld aus dem Internet funk­tioniert, erklärt unser Special Bitcoin. Viele Unternehmen bieten auch Coins oder Tokens an – digitale Einheiten auf Basis bestehender oder neu geschaffener Kryptowährungen. Der Kauf solcher „Gutscheine“, mit deren Hilfe Firmen Kapital aufnehmen, ist freilich betrugs­anfäl­lig und riskant. Mehr dazu in unserem Special Coins und Tokens – Spekulation oder Schwindel?

Betrugs­mails

Vielen Anlegern ist bei Geschäften mit Kryptowährungen noch nicht klar, wann ihnen Gefahr droht. Sie geben zum Beispiel Pass­wörter preis, wenn sie in Betrugs­mails (Phishing-Mails) dazu aufgefordert werden. Das nutzen Kriminelle aus, um Zugangs­daten zu elektronischen Brieftaschen der Nutzer zu erlangen und sie auszurauben.

Mehr­stufiges System

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Kryptowährungen. Wieso gelten Bitcoins als Strom­fresser? Sollte man jetzt noch einsteigen? Wo kann man mit Bitcoin bezahlen? Diese und viele andere Fragen beant­wortet der test.de-Podcast.

Eine Gruppe um die Ducatus Global Pte. Ltd. aus Singapur bietet Coins für die „Kryptowährung“ Ducatus an. Inner­halb von drei bis vier Jahren will sie diese für „Credits“ ausgeben, die Kunden in ­Paketen ab 50 Euro kaufen. Ein mehr­stufiges Vergütungs­system soll dazu moti­vieren, die Produkte weiter unter die Leute zu bringen. Die Abnehmer sind in dieser Zeit abhängig von den Entscheidungen der Unter­nehmens­gruppe. Das Risiko eines Total­verlusts ist hoch. Die Schweizer Finanzmarkt­aufsicht Finma hat die Schweizer Nieder­lassung Swiss­mine mit den Webseiten Swiss­mine.club und Swiss­mine.world im November 2017 auf ihre Warn­liste gesetzt. Ducatus-Finanz­chef David Putnam teilte dazu mit, die Nieder­lassung sei geschlossen worden und die Finma habe offen­bar danach vergeblich versucht, sie zu kontaktieren. Auch die Firmen rund um den Ducatus sind ein Fall für unsere Warnliste Geldanlage.

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