Finanzen in Krisen­zeiten

Beiträge Dezember 2022: Dividendenfonds, Portfolio-Gewichtung, Markt­einstieg

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Finanzen in Krisen­zeiten - Was taugt das neue ETF-Depot von Vanguard?
Zwar haben US- und Technologie­titel lange Zeit gut performt, doch viele wollen ihr Depot ausgeglichener gestalten. Wir zeigen Alternativen zum MSCI World. © Getty Images / Josep Rovirosa, Stiftung Warentest (M)

Im MSCI World machen US-Aktien mehr als 70 Prozent aus, auch IT ist stark vertreten. Das ist manchem zu viel. Wir zeigen, mit welchen Strategien sich gegen­steuern lässt.

So lässt sich der Anteil von US- und IT-Aktien im ETF-Depot verringern

30.12.2022

Der MSCI World enthalte zu viele US-Aktien und zu viele IT-Titel – so eine verbreitete Kritik. Ist sie berechtigt? Vor drei Wochen haben wir dazu verschiedene gleichgewichtete Portfolios mit einem geringeren Anteil an USA und IT im Vergleich zum MSCI World Index betrachtet. Fazit: Der MSCI World schnitt in den vergangenen 15 Jahren besser ab. Wer trotzdem von der Index-Zusammenset­zung abweichen will, findet in diesem Beitrag vier Strategien, die gut umsetz­bar und nicht so aufwendig sind wie eine Gleichgewichtung. Um ein gutes Rendite-Risiko-Profil aufzuweisen, muss das Portfolio breit gestreut sein, es darf nur wenig kosten und man sollte aktive Portfolio­entscheidungen vermeiden – sprich: nicht alle Nase lang die Strategie ändern.

Wir stellen vier Alternativen zu einem MSCI-World-ETF vor:

  • kleiner Anteil an Schwellenländer­aktien
  • uner­schro­cken auf Wachs­tums­märkte setzen
  • mit Europa Gewichte verschieben
  • Wirt­schafts­kraft als Maßstab

Das ist meistens mit mehr Aufwand verbunden und garan­tiert natürlich keine bessere Performance – muss aber auch nicht schlechter sein.

USA-Anteil in verschiedenen Indizes

Zunächst werfen wir einen Blick auf die Zusammenset­zung verschiedener Indizes:

  • MSCI World : 69,2 Prozent USA, 21 Prozent IT
  • MSCI All Country World (ACWI): 61,7 Prozent USA, 20,8 Prozent IT
  • MSCI World Small Caps: 61,3 Prozent USA, 11,1 Prozent IT
  • MSCI Emerging Markets : 0 Prozent USA, 19,6 Prozent IT
  • MSCI Europe: 0 Prozent USA, 7,3 Prozent IT

(Stand: 30. November 2022, Quelle: MSCI)

Es fällt auf, dass die vier Regionen und Bausteine neben dem MSCI World nicht nur einen nied­rigeren US-Anteil aufweisen, sondern auch einen nied­rigeren IT-Anteil. Das heißt, durch solche Beimischungen zur Reduktion des US-Anteils sollte gleich­zeitig eine Reduktion des IT-Anteils erreicht werden – das macht es einfacher.

Strategie 1: Kleiner Anteil an Schwellenländer­aktien

Der MSCI World Index umfasst nur Industrieländer. Es gibt aber auch Indizes, die beides enthalten, sowohl Industrie- als auch Schwellenländer. Mit einem solchen Index lässt sich der US-Anteil auf circa 62 Prozent senken. Auch der IT-Anteil sinkt, aber kaum spür­bar. Der Unterschied zum MSCI World ist zwar nicht groß, aber die Anla­gestrategie ist sehr einfach umzu­setzen. Schwellenländer machen in diesen Indizes aktuell circa 11 Prozent aus. Zwei breit streuende Indizes bieten sich dafür an:

  • MSCI All Country World (ACWI)
  • FTSE All-World

Tipp: ETF mit einem Schwellenländer­anteil finden Sie in der Gruppe Aktien Welt.

Gut zu wissen

Schwellenländer weisen höhere politische Risiken auf. Das hat sich bei russischen Aktien gezeigt, die nach den Sanktionen quasi wert­los wurden, und es hat sich in China gezeigt, wo Staats­eingriffe die Börsen­kurse großer Aktiengesell­schaften oder gar ganzer Branchen nach unten gerissen haben. Schwellenländer sind also eine sinn­volle Beimischung, aber sie kommen mit Risiken einher, die man aus Industrieländern nicht unbe­dingt kennt.

Strategie 2: Uner­schro­cken auf Wachs­tums­märkte setzen

Da der US-Anteil in der eben beschriebenen Lösung nicht so stark sinkt, können uner­schro­ckene Anleger auch ein Portfolio aus zwei Bausteinen wählen: einmal Industrieländer, zum Beispiel mit einem ETF auf den MSCI World und einmal Schwellenländer, mit einem ETF auf den MSCI Emerging Markets. Der Anteil Schwellenländer kann bis zu 30 Prozent ausmachen – mehr sollte es wegen der oben genannten Risiken nicht sein. Der US-Anteil sinkt dann auf knapp unter 50 Prozent. Empfehlens­wert ist in diesem Fall die Wahl des gleichen Indexanbieters für beide Bausteine. Sonst könnte es zu Über­schneidungen kommen: Bei MSCI zählt Südkorea zum Beispiel noch zu den Schwellenländern, bei FTSE rangiert es bereits bei den Industrieländern.

Tipp: Emerging-Markets-ETF finden Sie in der Gruppe Aktien Schwellenländer.

Strategie 3: Mit Europa Gewichte verschieben

Statt auf Schwellenländer zu setzen, kann man zum Welt-ETF auch einen Europa-ETF beimischen. Wer zum Beispiel 30 Prozent Europa beimischt, landet bei knapp unter 50 Prozent US-Anteil. Da Europa auch im MSCI World vertreten ist, kommt man in der Summe auf 42 Prozent Europa. Im MSCI World macht Europa aktuell rund 18 Prozent aus. Im Gegen­satz zur Beimischung von Schwellenländern kann man mit einem Europa-Baustein auch den IT-Anteil besser senken. Wer ein 70/30 Portfolio wählt, hätte aktuell nur noch einen IT-Anteil von knapp 17 Prozent statt 21 Prozent im reinen MSCI World.

Tipp: Passende ETF finden Sie in der Gruppe Aktien Europa.

Strategie 4: Wirt­schafts­kraft als Maßstab

Eine weitere Möglich­keit ist die Ländergewichtung nach Wirt­schafts­kraft. Diese Strategie ist bei Vermögens­verwaltern und Robo-Advisors recht beliebt. Als Maß für die Wirt­schafts­kraft wird das Brutto­inlands­produkt gewählt, kurz BIP. Damit hat man von außen vorgegebene Zielgewichtungen und kommt nicht in Versuchung, subjektive Gewichtungen durch­gehen zu lassen. Auch hier kann man ein Portfolio nur mit Industrieländern oder zusätzlich mit Schwellenländern wählen. Wie erläutern beide Möglich­keiten und beziehen uns immer auf Industrie- und Schwellenländer, wie sie MSCI definiert.

Um alle Länder genau anhand ihrer Wirt­schafts­kraft zu gewichten, bräuchte man einen ETF für jedes Industrie­land – insgesamt 23 Stück – oder gar 47 Länder-ETF, wenn man auch Schwellenländer abbilden möchte. Das ist natürlich viel zu aufwendig. Wir beschränken uns deshalb darauf, die wichtigsten Regionen entsprechend ihrer Wirt­schafts­kraft abzu­bilden. Mit drei oder vier ETF kommt man schon recht weit.

Gut zu wissen

Wer verschiedene ETF mischt, sollte immer einen klaren Plan haben, welche Zielgewichtung er wünscht und welche Abweichungen er zulassen will. Anpassungen sollten nach festen Regeln erfolgen. Es sollte unbe­dingt vermieden werden, dass ein Baustein zu viel Gewicht bekommt, weil er so gut läuft und man ihn nicht zurecht­stutzen möchte. Denn wer anfängt, seine Bausteine und deren Gewichte aus dem Bauch heraus zu beur­teilen, macht womöglich Fehler bei der Portfolio­steuerung, die Rendite kosten können.

Industrieländer nach Wirt­schafts­kraft gewichtet

Die Industrieländer kann man mit den Regionen Nord­amerika, Europa und Pazifik abbilden – nur Israel fehlt dann, aber dessen BIP macht weniger als ein Prozent an der BIP-Gesamt­summe aus. Da es für die Regionen Nord­amerika und Pazifik kaum ETF gibt, kann man noch weiter vereinfachen, indem man statt­dessen je einen ETF für USA und Japan wählt. Für diese Länder gibt es ein großes Angebot an ETF und man deckt immer noch 90 Prozent der Wirt­schafts­kraft aller Industrieländer ab. Mit den BIP-Daten der Welt­bank für 2021 ergibt sich dann die folgende BIP-Verteilung inner­halb dieser drei Länder beziehungs­weise Regionen:

  • USA: 49 Prozent
  • Europa: 41 Prozent
  • Japan: 10 Prozent

Man sieht sofort: Die USA machen nun nur noch knapp 50 Prozent des Portfolios aus und mit dem hohen Anteil Europas und Japans sinkt auch der IT-Anteil im Portfolio. Das Gewicht Deutsch­lands steigt so von circa drei Prozent im MSCI World auf über 5 Prozent. Eigentlich macht Deutsch­land sogar 8 Prozent des BIP der Industrieländer aus, aber mit nur drei Bausteinen lässt sich die genaue BIP-Gewichtung aller einzelnen Länder wie gesagt nicht erreichen. Trotzdem, das eigentliche Ziel, den US- und IT-Anteil zu senken, wird so recht einfach erreicht. Für jede der Regionen haben wir eine Vielzahl von 1. Wahl-ETF definiert, auch solche, die Nach­haltig­keits­kriterien berück­sichtigen.

Tipp: Die entsprechenden ETF finden Sie in den Gruppen Aktien USA, Aktien Europa und Aktien Japan.

Industrie- und Schwellenländer nach Wirt­schafts­kraft gewichtet

Wenn man auch Schwellenländer berück­sichtigt, würden diese knapp 40 Prozent der Wirt­schafts­kraft auf sich vereinen – im MSCI World All Country (ACWI) machen sie nur circa 11 Prozent aus. Aufgrund der beschriebenen politischen Risiken in Schwellenländern beschränken wir deren Gewicht im folgenden Beispiel auf 30 Prozent und erhalten folgende Aufteilung:

  • USA: 34 Prozent
  • Europa: 29 Prozent
  • Japan: 7 Prozent
  • Schwellenländer: 30 Prozent

Der Börsen­wert der einzelnen Länder und Regionen wird sich schneller ändern als die BIP-Anteile. Man wird also regel­mäßig die Gewichtungen anpassen müssen. Das ist wichtig, um nicht will­kürlich Märkte und Ländergewichtungen zu tolerieren, nur weil man gerade keine Zeit oder keine Lust zur Anpassung hat.

Tipp: Die ETF für diese Strategie finden Sie in den Gruppen Aktien USA, Aktien Europa, Aktien Japan und Aktien Schwellenländer.

Fazit

Alle vier Strategien bieten sich für Anleger an, denen der Anteil der USA und des IT-Sektors in der Stan­dard-Lösung zu hoch ist. Trotzdem sei noch einmal fest­gehalten, dass sich objektiv nicht fest­stellen lässt, im MSCI World seien die USA oder IT zu hoch gewichtet. Wer es bequemer mag, kann daher bei der einfachsten Lösung bleiben.

Um die 3 Prozent Ausschüttungs­rendite mit aktiven Dividenden-Fonds

22.12.2022 (Update 23.12.2022)

Vor einer Woche haben wir an dieser Stelle global anlegende Dividenden-ETF und deren aktuelle Ausschüttungs­renditen gezeigt. Für Leser, die noch tiefer einsteigen wollen: Wir stellen mitt­lerweile in jenem Beitrag auch zusätzlich die historischen Verläufe der Ausschüttungs­renditen dar. So können sich Anle­gerinnen und Anleger ein Bild davon machen, wie stabil die Ausschüttungs­renditen über die Zeit waren.

In diesem Beitrag blicken wir nun auf welt­weit anlegende aktiv gemanagte Fonds mit hoher Ausschüttungs­rendite – und zeigen, warum Anle­gerinnen und Anleger nicht allein auf die Ausschüttungs­rendite schauen sollten.

Warum die Ausschüttungs­rendite trügerisch hoch sein kann

Die Ausschüttungs­rendite ergibt sich rechnerisch aus den Ausschüttungen inner­halb der vergangenen zwölf Monate geteilt durch den aktuellen Preis des Fonds. Diese Kenn­zahl wird auch Dividendenrendite genannt und spielt für so manche Anleger eine wichtige Rolle. Es gibt jedoch mehrere Gründe, warum die Dividendenrendite trügerisch hoch sein kann.

  • Die Dividendenrendite kann vorüber­gehend besonders hoch (oder auch besonders nied­rig) erscheinen, weil es eine Verschiebung der Ausschüttungen von einem Monat auf den anderen gegeben hat. Oder weil die Ausschüttungs­frequenz geändert worden ist, zum Beispiel durch eine Umstellung von jähr­licher auf vierteljähr­liche Ausschüttung.
  • Manche Fonds legen eine bestimmte Ausschüttungs­quote fest, zum Beispiel 6 Prozent oder 4 Prozent pro Jahr. Sie schütten dabei gegebenenfalls auch mehr aus, als sie an Dividenden erwirt­schaftet haben. Das können Erträge sein, die sie anderweitig generiert haben, zum Beispiel durch Options­strategien. Es können aber auch sogenannte „Ausschüttungen aus der Substanz“ sein. Wir listen weiter unten einige Beispiele für solche Fonds auf.
  • Auch ein gefallener Kurs kann vorüber­gehend eine höhere Ausschüttungs­rendite bewirken. Bei solchen „Scheinriesen“ ist die Ausschüttungs­rendite nur deshalb so hoch, weil die Kurse des Fonds inner­halb des vergangenen Jahres stark gefallen sind. Auch hierzu geben wir weiter unten einige Beispiele.

Wichtig ist auch: Generell ist eine hohe Ausschüttungs­rendite kein alleiniger Indikator für die Qualität eines Fonds. Dazu muss neben den Kurs­steigerungen auch das Risiko berück­sichtigt werden. Das machen wir mit der Punktebe­wertung des Anlage­erfolgs in unserem Fondsfinder.

Aktive Dividendenfonds mit hoher Ausschüttung

In der folgenden Tabelle zeigen wir die zehn globalen, aktiv gemanagten Dividendenfonds mit aktuell höchster Ausschüttungs­rendite. Ein weiteres Kriterium: Sie müssen außerdem noch eine positive Einjahres­rendite aufweisen.

In den zwei Charts darunter zeigen wir zudem für die Fonds­auswahl den historischen Verlauf der Ausschüttungs­renditen. Und zwar einmal die tatsäch­lichen Werte der Dividendenrendite und einmal die rollierenden Zwei­jahres­durch­schnitte.

Tipps für Sie:

  • Durch Klick auf den Fonds­namen gelangen Sie zur jeweiligen Einzel­fonds­ansicht in unserem Fondsfinder. Dort können Sie die Finanztest-Bewertung des Anlage­erfolgs sowie gegebenenfalls die Bewertung der Nach­haltig­keit des Fonds über­prüfen.
  • Beim ersten Chart gibt es Sprünge in manchen Kurven. Solche „Zacken“ können, wie bereits weiter oben erwähnt, aus Änderungen in der Frequenz der Ausschüttungen herrühren.
  • Beim zweiten Chart werden die oben erwähnten Sprünge geglättet, indem wir die rollierenden Durch­schnitte darstellen, hier über einen Zwei­jahres­zeitraum. So sehen Sie, wie stabil die Dividendenrenditen sind.

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Fonds mit hoher, fest­gelegter Ausschüttungs­rendite

Unter den welt­weit anlegenden Fonds mit hoher und stabiler Ausschüttungs­rendite sind solche, die ihre Ausschüttungs­quote fest­gesetzt haben – und dafür auch in Kauf nehmen, dass sie unter Umständen mehr ausschütten, als sie an Dividenden erwirt­schaftet haben. Wir zeigen einige Beispiele.

  • DWS Invest Top Dividend USD LDM (Isin LU0911038429): Diese Anteils­klasse schüttet monatlich 0,5 Prozent aus, also auf Jahres­sicht ungefähr 6 Prozent. Die Fonds­gesell­schaft DWS hat uns auf Nach­frage mitgeteilt, dass der Fonds aus der Substanz ausschütten kann und für asiatische Kunden konzipiert wurde. Es gibt zu diesem Fonds jedoch auch Anteils­klassen, die eher für deutsche Anleger geeignet sind, zum Beispiel den DWS Invest Top Dividend LD (Isin LU0507266061), mit einer aktuellen Ausschüttungs­rendite von 3 Prozent. Zur Erinnerung: Häufig gibt es für einen Fonds verschiedene Anteils­klassen, die der gleichen Strategie folgen, sich jedoch in ihren Kosten, der Fonds­währung oder auch der Ertrags­verwendung unterscheiden. Die Anteils­klassen heißen ähnlich und unterscheiden sich beim Namen nur über sogenannte Tranchenkürzel am Ende. Sie müssen also beim Kauf darauf achten, die richtige Tranche zu erwischen. Damit Sie nicht durch­einander­kommen: Es gibt von der DWS auch einen nahezu identischen Fonds mit nahezu identischem Namen („Dividende“ statt „Dividend“) mit deutscher Isin. Auch zu diesem Fonds gibt es mehrere Anteils­klassen. Eine davon führen wir in der obigen Tabelle der „echten Dividendenfonds“ auf: den DWS Top Dividende LD (DE0009848119) mit 3,1 Prozent Ausschüttungs­rendite.
  • AB Low Volatility Equity AR (LU1536768523): Der Fonds folgt einer Risikominimierungs­strategie und hat eine auffallend hohe, relativ konstante Ausschüttungs­quote. Der Fonds warnt auf seiner Website davor, dass Ausschüttungen aus der Substanz erfolgen können.
  • Robeco QI Global Conservative Equities (EUR) B (LU0705780269): Der Fonds strebt explizit eine Ausschüttungs­rendite von 4 Prozent pro Jahr an.

Tipp für Sie: Fonds mit hoher fixierter Ausschüttungs­rendite schütten eventuell auch aus der Substanz aus.

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Scheinriesen: Hohe Ausschüttungs­renditen – wegen stark gefallener Kurse

Wer nach Fonds mit einer hohen Ausschüttungs­rendite sucht, wird zur Zeit auch auf Fonds treffen, die zwar eine hohe Dividendenrendite aufweisen, aber gar keiner Dividenden­strategie folgen und auch nicht explizit eine hohe Ausschüttungs­quote anstreben. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft solche „Scheinriesen“.

Die höchste Ausschüttungs­rendite aller aktiven Aktienfonds Welt weist zurzeit mit 7,4 Prozent der Fondita Global Megatrends (Isin FI 000 880 288 9) auf. Der Fonds investiert nach eigener Aussage thematisch in Unternehmen, deren Aktivitäten die wachsende Nach­frage nach Umwelt­schutz, die Bedürf­nisse, die sich aus dem demogra­fischen Wandel ergeben, und die Wachs­tums­aussichten im Technologiesektor nutzen. Wieso hat dieser Fonds also eine höhere Ausschüttungs­rendite als alle Dividendenfonds?

Der Grund hierfür sind die stark gefallenen Kurse der ungefähr 40 Titel im Global Megatrends. Das sorgt für eine hohe Ausschüttungs­rendite, aber anders als sich Anle­gerinnen und Anleger es wünschen würden.

Das ist auch der Grund, warum so mancher Growth-Fonds eine scheinbar besonders attraktive Dividendenrendite hat – Wachs­tums­titel haben besonders stark in diesem Jahr gelitten. Anleger erkennen dies an den besonders schlechten Einjahres­renditen.

Tipp für Sie: Die Tabelle zeigt Fonds, bei denen die Ausschüttungs­rendite trügerisch hoch ist, weil die Kurse besonders stark gefallen sind. Es ist nicht sinn­voll, sie wegen ihrer hohen Ausschüttungs­rendite zu kaufen.

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Über 4 Prozent Ausschüttungs­rendite mit Dividenden-ETF

16.12.2022 (Update 22.12.2022)

Die Europäische Zentral­bank EZB versuchte bisher in diesem Jahr, durch deutliche Erhöhungen der Leitzinsen, die Inflation einzudämmen – ebenso wie auch andere Noten­banken wie die Bank of England und die amerikanische Fed. Das hatte Folgen für die Aktienmärkte. Die Aktien wachs­tums­starker Unternehmen, sogenannte Growth-Aktien, litten besonders stark unter den steigenden Zinsen. Dagegen hielten sich die Aktien dividenden­starker Unternehmen relativ gut.

Es gab deshalb viele Leser­anfragen zu ETF, die Dividenden­strategien abbilden. Wir haben global anlegende Dividenden-ETF analysiert und zeigen neben den Renditen der Vergangenheit erst­mals auch ihre aktuellen Ausschüttungs­renditen.

Dividenden­index von MSCI liegt 2022 im Plus

ETF, die einer Dividenden- oder einer Substanz­werte-Strategie folgen, sind deutlich besser durch die Krise seit Jahres­beginn gekommen als Fonds, die auf Wachs­tums­werte oder Titel mit hoher Vorjahres­rendite (Momentum) setzen. Der folgende Chart zeigt, dass die defensiven Strategien kaum einge­brochen sind und die Kurse betreffender ETF sogar höher stehen als zum Jahres­beginn. Die in den Vorjahren sehr erfolg­reichen Wachs­tums­werte liegen 2022 dagegen ganz hinten.

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Globale Dividenden-ETF im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt globale Dividenden-ETF. Wir nennen für jeden ETF auch die aktuelle Ausschüttungs­rendite, sofern die Daten verfügbar sind. Die Ausschüttungs­rendite ergibt sich, wenn man die Ausschüttungen der vergangenen zwölf Monate aufsummiert und durch den aktuellen Kauf­preis teilt

Ganz oben in der Tabelle steht ein ETF von Xtra­ckers auf den Stoxx Global Select Dividend 100 Index. Die auffallend hohe Ausschüttungs­rendite von fast 9 Prozent ist allerdings trügerisch. Der Fonds wurde im Juni 2022 von jähr­licher auf vierteljähr­liche Ausschüttung umge­stellt, was zu einer vorüber­gehenden Verzerrung der Ausschüttungs­rendite führt. Die tatsäch­liche Ausschüttungs­rendite des ETF von Xtra­ckers ist ähnlich hoch wie beim konkurrierenden ETF von iShares, der denselben Index abbildet, also ungefähr 4,8 Prozent.

Neben der Ausschüttungs­rendite geben wir auch die Anzahl der Ausschüttungen pro Jahr an. Hat sich diese im Vergleich zum Vorjahr geändert, geben wir zusätzlich den Wert für das Vorjahr in Klammern an.

Die deutlich unterschiedlichen Einjahres­renditen der ETF zeigen, dass Indizes auf Dividenden­strategien sehr unterschiedlich definiert sein können. Während ETF auf den Stoxx Global Select Dividend 100 im vergangenen Jahr um die 7 Prozent Rendite brachten, legte der ETF von VanEck in den vergangenen zwölf Monaten 27 Prozent zu (Stand 30.11.2022).

Vor einem Kauf sollten Anle­gerinnen und Anleger beachten, dass es ungewiss ist, wie lange Dividenden­strategien noch besser laufen werden als beispiels­weise markt­breite ETF. In der Vergangenheit gab es auch jahre­lange Durst­stre­cken für Dividenden­investoren.

Ebenfalls wichtig bei der Auswahl ist es darauf zu achten, dass nicht alle ETF mit einer Dividenden­strategie auch tatsäch­lich Ausschüttungen vornehmen. Wir geben in der Tabelle an, ob die Erträge ausgeschüttet (A) oder thesauriert (T) werden.

Tipps für Sie:

  • Strategie-ETF wie etwa Dividenden-ETF sollten eher als Beimischung zu einem welt­weit anlegenden ETF-Portfolio genutzt werden und nicht als alleiniges Aktienfonds­investment.
  • Durch Klick auf den Fonds­namen gelangen Sie zur jeweiligen Einzel­fonds­ansicht in unserem Fondsfinder. Dort können Sie die Finanztest-Bewertung des Anlage­erfolgs sowie gegebenenfalls die Bewertung der Nach­haltig­keit des Fonds über­prüfen.
  • Grund­lagenwissen zu ETF, die bestimmten Anla­gestrategien folgen, auch Smart-Beta-ETF genannt, finden Sie in unserem Special zu Faktor-ETF.

Korrektur / Ergän­zung (22.12.2022):

  • Wir haben die aktuellen Ausschüttungs­renditen korrigiert. Die Korrekturen betreffen bei den meisten ETF die Nach­kommastelle.
  • Wir zeigen zusätzlich zur aktuellen Ausschüttungs­rendite in der Tabelle in zwei Charts darunter die historischen Ausschüttungs­renditen, einmal die tatsäch­lichen Werte und einmal die rollierenden Zwei­jahres­durch­schnitte.
  • Bei ersten Chart mit den tatsäch­lichen Werten gibt es Sprünge in den Kurven, was zwei Gründe haben kann. Erstens Verschiebungen der Ausschüttungen von einem Monat auf den anderen – zum Beispiel wenn ein Fonds immer jähr­lich im April ausschüttet, aber in einem Jahr die Ausschüttung auf den Mai verlegt, wie geschehen im Jahr 2021 beim Xtra­ckers-ETF auf den Stoxx Global Select Dividend 100 (LU0292096186) . Und zweites eine Änderung der Ausschüttungs­frequenz, zum Beispiel eine Umstellung von jähr­licher auf vierteljähr­liche Ausschüttung.
  • Beim zweiten Chart werden die Sprünge geglättet, indem wir die rollierenden Durch­schnitte darstellen, hier über ein Zwei­jahres­zeitraum.

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MSCI World – zu viel USA, zu viele IT-Unternehmen?

09.12.2022

Als Basis­anlage empfiehlt Finanztest börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) auf den breit aufgestellten Index MSCI World. Zum Index selbst finden Anleger in verschiedenen Medien jedoch immer wieder Kritik. Zwei der gängigen Argumente sind:

  • Der MSCI World weise mit einem Anteil von aktuell knapp 70 Prozent USA ein „Klumpenrisiko“ auf und
  • der IT-Bereich sei mit 21 Prozent „überge­wichtet“.

Wir prüfen, wie gleichgewichtete Portfolios gelaufen wären, in denen der US-Anteil geringer war oder IT-Unternehmen einen kleinen Anteil hatten.

Aufteilung des MSCI World Index

Die beiden folgenden Charts zeigen die aktuelle Länder- und Sektorgewichtung im MSCI World Index. Die hohe Gewichtung der USA ergibt sich daher, dass die über 600 US-Titel im Index zusammen eine relativ hohe Markt­kapitalisierung haben. Unter Markt­kapitalisierung versteht man die Anzahl der Aktien eines Unter­nehmens multipliziert mit dem aktuellen Preis der Aktie. US-Titel haben zusammen einen Markt­wert von rund 35 000 Milliarden Euro.

Das ist viel, der gesamte Markt­wert aller Titel im MSCI World beträgt rund 51 000 Milliarden Euro. Auch der hohe Anteil von IT-Unternehmen ergibt sich aus dem hohen Börsen­wert.

US-Titel stellen 41 Prozent aller Titel im MSCI World, aber knapp 70 Prozent des Markt­wertes im Index.

Tipp: Mehr Informationen zur Aufteilung des MSCI World Index finden sie in unserem großen MSCI-World-Portrait.

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Wäre weniger USA und IT besser gewesen?

Ein einfaches Rezept, den MSCI World Index zu schlagen, gibt es nicht. Nur wenige global anlegende Fonds schaffen es, regel­mäßig besser als der Index abzu­schneiden.

Tipp: Die besten aktiv gemanagten Fonds finden Sie in unserer Fondsdatenbank.

Dennoch über­legen viele ETF-Anleger, ob es nicht besser sein könnte, den US-Anteil oder den Anteil der IT-Unternehmen zu reduzieren. Die Kritik richtet sich an die Methode des MSCI World, Unternehmen entsprechend ihrer Markt­kapitalisierung zu gewichten. Wir haben uns das genauer angeschaut und anders gewichtete Portfolios gegen den MSCI World Index antreten lassen.

Wir haben dazu vier verschiedene Portfolios entwickelt, die wir auf verschiedenen Ebenen gleich gewichten:

  • Einzel­titel­ebene: Jedes Unternehmen wird alle viertel Jahre gleichgewichtet.
  • Länder­ebene: Jedes Land aus dem MSCI World wird monatlich gleichgewichtet. Die USA sind also nur noch mit rund 4,5 Prozent vertreten. Inner­halb eines Landes sind die Titel markt­kapitalisierungs­gewichtet.
  • Regionen­ebene: Wir gewichten USA und Europa monatlich gleich. Inner­halb Europas und der USA sind die Titel markt­kapitalisierungs­gewichtet. Japan und andere Länder aus dem Asien/Pazifik-Raum lassen wir ganz raus.
  • Sektor­ebene: Wir gewichten alle Sektoren monatlich gleich. Statt 20 Prozent macht der IT-Sektor also nur noch 9 Prozent im Portfolio aus – so wie alle anderen auch.

Die beiden folgenden Charts zeigen die Ergeb­nisse. Der erste Chart zeigt die Wert­entwick­lung der jeweiligen Portfolios, der zweite Chart die kumulierte Outperformance der Portfolios gegen­über dem MSCI World.

So interpretieren Sie die Charts:

  • Der erste Chart zeigt, dass über den gesamten Zeitraum betrachtet die Gleichgewichtung der Länder am besten lief. Aber: Ein Blick auf den zweiten Chart lässt erkennen, dass die orangene Linie, welche die Outperformance der Ländergleichgewichtung gegen­über dem MSCI World darstellt, seit 2008 fällt. Die Outperformance stammt aus der Zeit von Mai 2000 bis Mai 2008. In diesen Jahren haben sich die USA vergleichs­weise schlecht entwickelt. Ein Grund dafür war der schwache Dollar. Besser lief es in Australien und einigen europäischen Staaten, allen voran Österreich und Norwegen. Seit beinahe 15 Jahren wäre das alternative Portfolio schlechter gelaufen als der MSCI World. In diesem Zeitraum hatten die USA fast am besten abge­schnitten, europäische Märkte hinkten teils deutlich hinterher.
  • Die Gleichgewichtung der Einzel­titel hätte auch über die vergangenen zehn Jahre nicht besser funk­tioniert als der MSCI World.
  • Das gilt ebenfalls für die Gleichgewichtung von USA und Europa sowie die Gleichgewichtung der Sektoren. Die Sektorindizes reichen nicht so weit in die Vergangenheit, daher fängt dieses Portfolio erst 1995 an.

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Depots Marke Eigenbau

Die Simulationen haben wir ohne Berück­sichtigung von Kosten und Steuern gerechnet. Es gibts aktuell keine ETF, mit denen sich die oben dargestellten Portfolios abbilden lassen – außer natürlich auf den MSCI World.

Tipp: Wenn Sie eines der oben dargestellten Portfolios nach­bauen wollen, müssten Sie das beispiels­weise klein­teilig mit Hilfe von Länder-ETF tun. Am ehestens ließe sich noch das Portfolio „USA und Europa gleichgewichtet“ nach­bauen. Wie insbesondere der zweite Chart mit der Darstellung der Outperformance zeigt, ist es aber fraglich, ob sich der Aufwand lohnt.

Markt­einstieg (2): Alles auf einmal oder scheibchen­weise?

02.12.2022

Vergangene Woche hatten wir an dieser Stelle analysiert, was besser war: Alles auf einmal in einen Welt-ETF zu investieren oder Schritt für Schritt über ein Jahr verteilt. Das Ergebnis: Meistens verschenkte man mit einem scheibchen­weisen Einstieg Rendite. In Raten einzuzahlen war allerdings besser für die Nerven, weil man in schlechten Zeiten weniger Geld verlor.

Diesmal schauen wir uns an, ob und wie die Ergeb­nisse sich ändern, wenn wir den Zeitraum für den scheibchen­weisen Einstieg länger oder kürzer als ein Jahr gestalten.

Scheibchen­weiser Einstieg ist wie ein Mini-Sparplan

Um bei unserem Beispiel von vergangener Woche zu bleiben: Stellen Sie sich vor, Sie verfügen über ein Vermögen von 10 000 Euro auf Ihrem Tages­geld­konto, das Sie in einen Aktien-ETF investieren wollen. Entscheiden Sie sich für den scheibchen­weisen Einstieg, entnehmen Sie nach und nach Geld vom Konto und investieren es über die Zeit verteilt in einen Aktien-ETF. Sie wandeln die Einmal­anlage in einen Mini-Sparplan um. Ihre Vermögens­aufteilung verschiebt sich über den gewählten Investitions­zeitraum. Am Anfang liegen 100 Prozent Ihres Vermögens auf dem Tages­geld­konto, am Ende liegt alles Geld im Aktien-ETF. Das Tages­geld schmilzt Monat für Monat um die nächste Rate ab, der Aktien-ETF wächst entsprechend. Das Gesamt­vermögen besteht während des Jahres also aus zwei Geld­anlagen: Tages­geld und Aktien-ETF.

Tipp: Wenn Sie raten­weise Geld in einen Aktien-ETF einzahlen wollen, finden Sie die besten Konditionen in unserem ETF-Sparplan-Vergleich.

Ein Beispiel aus der Finanz­krise

Der folgende Chart zeigt die Vermögens­aufteilung im Zeit­verlauf an einem Beispiel. Im dargestellten Zeitraum von August 2008 bis August 2009 fiel der Aktienmarkt zunächst, um sich dann wieder zu erholen. Der Einfachheit halber unterstellen wir null Prozent Zinsen für das Tages­geld. In diesem Beispiel wäre der schritt­weise Einstieg besser gewesen als die „Alles auf einmal“-Variante. Das Endvermögen war höher und der Wert des Gesamt­vermögens, bestehend aus Tages­geld und Aktien-ETF, ist nicht unter 9 000 Euro gefallen. Bei der All-In-Variante, bei der die 10 000 Euro auf einen Schlag in den ETF flossen, sackte das Vermögen zwischen­zeitlich bis auf 6 500 Euro ab.

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Welches ist der optimale Zeitraum?

Bisher hatten wir die Einmal­anlage mit einem scheibchen­weisen Einstieg über zwölf Monate verglichen. Historisch gesehen wäre nur in 33 Prozent aller Fälle der scheibchen­weise Einstieg über ein Jahr besser gewesen als der „Alles auf einmal“-Einstieg. Der folgende Chart zeigt, wie sich die Wahr­scheinlich­keit, dass der Minisparplan besser abschneidet als die „Alles auf einmal“-Variante, in Abhängig­keit von der Dauer des Minisparplans verändert.

Das sagt der Chart:

  • Länger als zwei Jahre brauchen Sie die Anlage nicht zu stre­cken. Die Wahr­scheinlich­keit des Erfolgs sinkt von 40 Prozent bei 2 Monaten auf 27 Prozent bei 24 Monaten.
  • Je länger Sie den Markt­einstieg stre­cken wird, desto unwahr­scheinlicher wird es, dass Sie damit besser als mit der Einmal­anlage gleich zu Beginn abschneiden.

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Berück­sichtigung der Markt­phase

Wie siehst es aus, wenn wir die Markt­phase zum Zeit­punkt der Investitions­entscheidung berück­sichtigen? Zur Erinnerung: Wir unter­teilen die Markt­phasen wie folgt:

  • Der Markt ist auf oder knapp unter Höchst­stand: Er liegt 0 bis 5 Prozent unter seinem bisherigen Hoch.
  • Der Markt verzeichnet moderate Kurs­korrekturen: Er liegt zwischen 5 und 20 Prozent unter Höchst­stand.
  • Der Markt verzeichnet hohe Kurs­verluste: Er liegt 20 bis 40 Prozent unter Höchst­stand.
  • Der Markt ist sehr stark einge­brochen: Er liegt zwischen 40 und 60 Prozent unter Höchst­stand.

Das zeigt der Chart:

  • Alle vier Kurven fallen tendenziell. Für alle Szenarien gilt also: Wenn Sie scheibchen­weise in den Markt investieren wollen, ist es tendenziell besser, den Einstieg über einen kürzeren Zeitraum zu stre­cken als über einen langen.
  • Je tiefer der Aktienmarkt vor der ersten Investition bereits gefallen war, desto weniger haben sich längere Einstiegs­phasen gelohnt. Zum Verständnis: Vergleichen Sie im folgenden Chart die blaue Linie „Markt ist sehr stark einge­brochen“ mit der gelben Linie „Markt auf Höchst­stand oder bis zu 5 Prozent darunter“. Die blaue Linie fällt nach 39 Monaten (3,3 Jahre) auf Null, die gelbe Linie nach 276 Monaten (23 Jahre). War der Markt bereits stark einge­brochen, hatte es sich in der Vergangenheit nie gelohnt, den scheibchen­weisen Einstieg über mehr als 3 Jahre und 3 Monate zu stre­cken. Lag der Markt dagegen zu Beginn auf oder nahe Höchst­stand, gab es tatsäch­lich einen Zeitraum, bei dem es sich im Vergleich zur Einmal­anlage gelohnt hätte, den Einstieg über fast 23 Jahre zu stre­cken.

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Exkurs: Längste Phase für Sparplan

Zum Schluss schauen wir uns an, welches die längste Stre­ckungs­dauer war, über welche sich wenigs­tens einmal der “Nach und nach“-Einstieg mehr gelohnt hat als der „Alles auf einmal“-Einstieg. Im Januar 2000 war der Aktienmarkt auf Höchst­stand. Es standen schwere Jahre für Aktien­anleger bevor. Zunächst würde die Dotcom-Krise und danach die Finanz­krise die Aktienmärkte immer wieder einbrechen lassen. Wer zu diesem Zeit­punkt investieren wollte, hätte einen scheibchen­weisen Einstieg wählen und diesen über unglaubliche 23 Jahre stre­cken können, um noch etwas besser abzu­schneiden als mit der All-In-Variante.

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Profilbild test_de-Projektleiter_Krueger am 26.01.2023 um 14:20 Uhr
Korrelationübersicht

@threin: Danke, guter Hinweis. Wir schauen mal, ob und wie wir die Korrelationsanalyse bzw. Clusteranalyse demnächst auf dieser Seite darstellen können.

threin am 23.01.2023 um 20:22 Uhr
Korrelationübersicht

Im letzten Jahr wurde eine recht gute Übersicht der Korrelationen zwischen Ländern und Branchen veröffentlicht. Werden wir diese Tabelle dieses Jahr wiedersehen. Schön wäre es.
Mit freundlichen Grüßen
Threin

Profilbild test_de-Projektleiter_Krueger am 13.01.2023 um 14:02 Uhr
Voreingestellte Filter für ETF-Suche gehen nicht

@dreamerkiwi: Danke für den Hinweis, wir haben es korrigiert. Jetzt funktionieren die Links wie gewünscht.

dreamerkiwi am 13.01.2023 um 02:11 Uhr
Voreingestellte Filter für ETF-Suche gehen nicht

Im Artikel wird bei Staatsanleihen vs. Tagesgeld auf die ETF-Suche mit einem Filterprofil verwiesen. Wenn ich darauf klicke, sind allerdings keinerlei Filter eingestellt. Was für Filter wären dort ausgewählt? (profile: euroStaatsanleihenKurzlaeuferETF)
https://www.test.de/Fonds-im-Test-Fuenf-Punkte-fuer-die-Besten-4331006-tabelle/?resetfilter=True&origin=Startpage&defaultprofile=euroStaatsanleihenKurzlaeuferETF

Profilbild test_de-Projektleiter_Krueger am 01.10.2022 um 23:32 Uhr
Geldentwertung?

@Heiner52: Sie finden unsere Beiträge zum Thema Inflation jetzt unter folgenden Links:
www.test.de/Inflation
www.test.de/Inflation-was-Sie-gegen-den-Preisauftrieb-tun-koennen-5887594-0/