Inflation, Energiekrise, Zins­wende

Beiträge April: Inflation, Energie-Fonds, Dividenden-ETF

Inhalt

Wie Aktien, Gold und Anleihen vor Inflation schützen

(Update 28.04.2022)

Die Inflations­rate ist im April voraus­sicht­lich auf 7,4 Prozent gestiegen. Schon im März waren es 7,3 Prozent, im Februar 5,1 Prozent. Viele Menschen haben die Geld­entwertung beim Bezahlen im Supermarkt bereits deutlich gespürt: Brot, Gemüse, Milch – alles ist teurer geworden. Die größten Preistreiber im Warenkorb sind aber die Energiekosten.

Auch Anle­gerinnen und Anleger machen sich zunehmend Sorgen, wie sie bei den immer noch mick­rigen Zinsen ihre Erspar­nisse vor Entwertung schützen können. Wir haben das analysiert und dazu verschiedene Anla­geklassen lang­fristig untersucht. Die folgende Grafik zeigt die realen Renditen von Aktien, Gold und Anleihen mit verschiedenen Lauf­zeiten. Real, das heißt nach Abzug der Inflation. Klar ist: Je höher die Rendite­chancen, desto größer die Wahr­scheinlich­keit, dass auch bei hohen Preissteigerungs­raten unterm Strich noch was übrig bleibt.

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Auch Anleihen mit Schutz

Zu den Anla­geklassen mit den besten Rendite­chancen gehören Aktien. Wie die Grafik zeigt, weist der Welt­aktien­index MSCI World über die Gesamt­zeit den höchsten Inflation­schutz auf, der Dax hingegen liegt leicht hinter Gold. Nur in den 70er- und den Nullerjahren haben Anleger mit Aktien real Geld verloren. Auch Gold, von dem viele denken, es ist der Inflations­schutz über­haupt, hatte eine Schwächephase: Sowohl in den 80er- als auch in den 90er-Jahren gab es mit dem Edel­metall real Verlust.

Was viele erstaunen dürfte: Auch Anleihen können vor Inflation schützen – allerdings nur, wenn es Zinsen gibt. Noch in den 2010er-Jahren warfen Bundes­anleihen mit längeren Lauf­zeiten real Gewinn ab. Seit einiger Zeit sieht es aber übel aus.

Tipps für die Geld­anlage

Wir wissen nicht, wie sich Aktien, Anleihen und Gold in den nächsten Jahren entwickeln. Aus diesem Grund empfehlen wir einen Mix aus verschiedenen Anlageformen: Aktienfonds Welt als Rendite­baustein fürs Depot, dazu Zins­anlagen – auch wenn sie sich kaum rentieren, sind sie als Sicher­heits­anker dennoch notwendig. Wer mag, kann dazu unserer Anla­gestrategie, dem Pantoffel-Portfolio folgen. Gold eignet sich als Beimischung fürs Depot. Mehr als zehn Prozent sollte sein Anteil nicht ausmachen. Eine weitere Beimischungs­idee sind Energie- und Rohstofffonds. Auf diese Weise können Anle­gerinnen und Anleger ihre gestiegenen Energiekosten zumindest zum Teil wieder ausgleichen. Ebenfalls vor Inflation schützen können inflationsindexierte Anleihen. Anlegende sollten allerdings beachten, dass Anleihen Verluste machen können, wenn die Zinswende kommt und die Zinsen wieder steigen.

Inflation: Die größten Preistreiber im Warenkorb

(Update 22.04.2022)

Die Wochen­einkäufe im Supermarkt sind teurer geworden, das Tanken reißt ein regelrechtes Loch in den Geldbeutel. Wohl jeder hat die hohe Inflations­rate schon zu spüren bekommen. Aber welche Produkte sind denn nun die größten Preistreiber? Wir haben uns den Warenkorb einmal näher angeschaut. Besonders krass ist der Preis von Heizöl gestiegen, der hat sich binnen Jahres­frist verdoppelt. Aber auch Gemüse hat sich stark verteuert, ebenso Hand­werker (Instandhaltung und Reparatur der Wohnung). Die Grafik zeigt die Top Ten der Preistreiber auf Jahres­sicht. Zum Vergleich haben wir die Preis­änderungen auf Monats­sicht daneben gestellt.

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Es gibt aber auch ein paar Dinge, die güns­tiger sind als vor einem Jahr. Das Telefonieren gehört dazu, ebenso wie Bier. Die Grafik zeigt die zehn Produkte, die auf Jahres­sicht am wenigsten im Preis gestiegen sind. Dort, wo kein Balken sicht­bar ist, sind die Preise konstant geblieben.

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In der folgenden Grafik haben wir die einzelnen Komponenten nach ihrer Bedeutung im Warenkorb sortiert. Die Nettokaltmiete zum Beispiel macht 19,6 Prozent am Warenkorb aus (steht in der Legende). Ihr Preis ist seit einem Jahr – glück­licher­weise – nur um rund 1,6 Prozent gestiegen. Die zweitgrößte Komponente sind Kraft­stoffe mit einem Anteil von 3,5 Prozent. Hier schlägt die Inflation schon stärker zu: plus 47,1 Prozent.

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Um einen Eindruck davon zu vermitteln, wo der größte Geld­fresser lauert, zeigen wir in der folgenden Grafik noch einmal die Preissteigerungs­raten der zehn Produkte mit dem größten Einfluss aufs Budget. Dazu haben wir den Anteil des Produkts im Warenkorb mit der Preissteigerungs­rate eines Jahres multipliziert. Wer seine persönliche Inflation nied­rig halten will, sollte sich vor allem hier nach Spar­möglich­keiten umsehen. Wer mag, kann vielleicht vom Auto aufs Fahr­rad umsteigen, dann hat er den größten Geld­fresser, das Tanken, von der Backe. Beim zweitgrößten Geld­fresser wird es schon schwieriger. Heizung runterdrehen wäre eine Idee. Zum Glück kommt jetzt erst einmal der Sommer.

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Energie-ETF: Kann man als Anleger vom hohen Gaspreis profitieren?

(Update 20.04.2022)

Infolge des Ukraine-Kriegs sind die Gaspreise in Europa stark angestiegen. Leser haben uns gefragt, ob es ETF gibt, die den Gaspreis in Deutsch­land oder Europa abbilden. Auf diese Weise könnten sie vom Preis­anstieg profitieren und so ihre steigenden privaten Ausgaben zumindest teil­weise ausgleichen.

Zertifikate, Rohstoff­preis- oder Energie-Aktien-ETF

In Deutsch­land gibt es – anders als in den USA – keine ETF, die ausschließ­lich den Gaspreis abbilden. Einige Banken bieten Zertifikate auf den Gaspreis an. Anleger sollten beachten, dass es sich dabei um Schuld­verschreibungen der jeweiligen Bank handelt. Zertifikate bilden den Future-Preis ab, oft sogar gehebelt, was mit einem höheren Risiko einhergeht. Future-Preise beziehen sich – im Gegen­satz zu Spot-Preisen – auf eine Lieferung in der Zukunft.

Fonds­anleger können sich für ETF auf gemischte Rohstoffindizes entscheiden, in denen auch Gas gelistet ist. Hier wird ebenfalls der Future-Preis abge­bildet. Eine andere Alternative stellen ETF dar, die sich nicht direkt auf Energiepreise beziehen, sondern die Aktien­kurse von Energiekonzernen abbilden. Der folgende Chart zeigt drei Indizes im Vergleich mit dem Welt­aktien­index MSCI World: den gemischten Rohstoff­index Refinitiv Corecommodity CRB (RF/CC CRB), sowie die zwei Energie­aktienindizes MSCI World Energy und MSCI Europe Energy.

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Der Aktien­index MSCI World Energy umfasst 50 Titel aus der Energiebranche, 60 Prozent der Unternehmen kommen aus den USA, 14 Prozent aus Kanada, 12 Prozent aus Groß­britannien, 5 Prozent aus Frank­reich, 2 Prozent aus Australien und 7 Prozent aus anderen Ländern (Stand 31. März 2022). Die drei Schwergewichte im Index sind Exxon Mobil (14 Prozent), Chevron (12 Prozent) und Shell (8 Prozent).

Die europäische Variante MSCI Europe Energy, ebenfalls ein Aktien­index, enthält 12 Titel, davon 53 Prozent aus Groß­britannien, 22 Prozent aus Frank­reich, 8 Prozent aus Italien, 7 Prozent aus Norwegen, 3 Prozent aus Finn­land und 7 Prozent aus weiteren europäischen Ländern. Die drei Top-Unternehmen im Index sind Shell (36 Prozent), Total (22 Prozent) und BP (17 Prozent).

Der gemischte Rohstoff­index Refinitiv Corecommodity CRB hat 19 Komponenten. Davon fallen 39 Prozent auf Energieprodukte, 34 Prozent auf Agrar­produkte, 20 Prozent auf Metalle und 7 Prozent auf Vieh. Die größte Einzel­komponente ist Rohöl mit 23 Prozent, der Anteil von Erdgas beträgt 6 Prozent. Im Index wird die gewichtete Preis­entwickung von Futures dargestellt.

Die Charts zeigen die Renditen im Vergleich mit dem MSCI World.

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Tipps. Fonds aus dem Energiesektor finden Sie im Fonds­finder. Über die folgenden Links gelangen Sie direkt zu den entsprechenden Fonds­gruppen.

Die folgende Tabelle bietet zudem eine Auswahl von ETF aus dem Energie- und Rohstoff­sektor. Durch Klick auf den Fonds­namen können Sie direkt zum entsprechenden ETF im Fonds­finder springen.

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Wo Erdgas gehandelt wird

Übrigens: Erdgas wird in Europa an verschiedenen Energiebörsen gehandelt, in den Nieder­landen etwa an der TTF, in Österreich an der VTB und in Deutsch­land am Trading Hub Europe (THE), der im Oktober 2021 aus der Verschmel­zung der NetConnect Germany in Ratingen (NCG) und der Gaspool in Berlin (GPL) hervorgegangen ist. Wer die aktuellen Gaspreise an den europäischen Börsen im Vergleich sehen will, findet diese auf der Seite der European Energy Exchange (EEX). Dort werden sowohl Spot- als auch Future-Preise dargestellt.

Euro-Anleihen: Jetzt noch raus aus Rentenfonds?

(Update 14.04.2022)

Jetzt ist es tatsäch­lich passiert: Die Zinsen von Euro-Anleihen sind rapide gestiegen. Während die Endfäl­ligkeits­renditen von Euro-Staats­anleihen gemischter Lauf­zeiten zu Jahres­beginn noch bei 0,13 Prozent lagen, sind es aktuell 1,07 Prozent (Stand 13.04.2022). Vor über einem Jahr, zum Jahres­beginn 2021, waren die Zinsen für Staats­anleihen sogar noch negativ, minus 0,23 Prozent. Die Zinsen für Euro-Unter­nehmens­anleihen sind von 0,24 Prozent im Januar 2021 auf mitt­lerweile 1,78 Prozent pro Jahr gestiegen. Der folgende Chart verdeutlicht die Zins­entwick­lung am Euro-Anleihen-Markt.

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Die Kehr­seite der Medaille: Steigende Zinsen bedeuten fallende Kurse für schon im Umlauf befindliche Anleihen – was wiederum ETF und Fonds mit Anleihen aus dem Euroraum ins Minus zieht. Der folgende Chart zeigt die Entwick­lung der drei wichtigsten Anleihen-Indizes.

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Anle­gerinnen und Anleger mit Rentenfonds sind wegen der Verluste in ihren Portfolios besorgt. Auf ein Jahr liegt der Vergleichs­index für Rentenfonds mit Staats­anleihen gemischter Lauf­zeiten rund 8 Prozent im Minus. Über fünf Jahre gibt es noch ein gering­fügiges Plus. Auf die Gefahr, bei steigenden Zinsen mit Euro-Rentenfonds Geld verlieren zu können, hatten wir im März 2021 in Szenarien zur Zinswende hingewiesen. Nun fragen uns Anleger, die ihre Rentenfonds beispiels­weise im Rahmen eines Pantoffel-Portfolios behalten haben, ob sie nach den aktuellen Verlusten ihre ETF verkaufen sollen – oder lieber abwarten. Wir haben das analysiert: Wir schauen, ausgehend vom aktuellen Zins­niveau, wie sich ein Euro-Staats­anleihen-ETF entwickelt, wenn die Zinsen einem von sechs Szenarien folgen.

Szenario 1: Die Zinsen bleiben so, wie sie sind.

Szenario 2: Die Zinsen fallen jähr­lich um 0,2 Prozent­punkte.

Szenario 3: Die Zinsen steigen jähr­lich leicht um 0,2 Prozent­punkte.

Szenario 4: Die Zinsen steigen mäßig um 0,5 Prozent­punkte pro Jahr.

Szenario 5: Die Zinsen steigen stark um einmalig 1 Prozent­punkt.

Szenario 6: Die Zinsen steigen sehr stark um 2 Prozent­punkte.

Die folgenden Charts zeigen die Ergeb­nisse unserer Zukunfts­simulationen.

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Ergeb­nisse: Welches Zins-Szenario eintritt, wissen wir nicht. Wir können jedoch sagen, wie sich Renten-ETF entwickeln, je nachdem, ob die Zinsen fallen, bleiben, kontinuierlich oder sprunghaft steigen.

Szenario 1, 2 und 3: Steigen die Zinsen jedes Jahr ein biss­chen, ist die Wert­entwick­lung unserer Simulation zufolge über die kurze und die lange Frist positiv. Das gleiche gilt bei konstanten Zinsen sowie bei wieder fallenden Zinsen.

Szenario 4: Sollten die Zinsen über die nächsten Jahre mäßig steigen, gibt es keinen starken Einbruch, aber es droht eine längere Verlust­phase von rund sieben Jahren.

Szenario 5 und 6: Steigen die Zinsen sprunghaft an, wird es weitere Verluste geben. Bei einem Anstieg um einmalig 1 Prozent­punkt wird das Minus nochmals mehr als 5 Prozent­punkte betragen. Bei noch stärkeren Zins­anstiegen ist der zwischen­zeitliche Rück­schlag entsprechend größer. Je nachdem, wie stark die Zinsen nach oben schnellen, sind die Verluste nach zirka drei Jahren oder etwas später wieder aufgeholt.

Fazit: Für Anleger bedeutet das: Es kann sein, dass das Schlimmste bei den Rentenfonds mit Euro-Staatsanleihen bereits über­standen ist. Es kann aber auch sein, dass die Zinsen nochmals stark anziehen und Rentenfonds weiter verlieren. Wer auch bei einem weiteren Einbruch am Rentenmarkt mit Kurs­verlusten um 5 Prozent die Nerven behält und außerdem bereit ist, mindestens fünf Jahre zu investieren, kann bei Euro-Rentenfonds bleiben. Wer keine (weiteren) Verluste bei seinen Rentenfonds riskieren will, sollte auf Tagesgeld- sowie Festgeld setzen.

Krisengewinner: Öl, Waffen, Weizen

(Update 12.04.2022)

Eine der dunklen Seite der Ukraine-Krise: Der Ölpreis und die Aktien­kurse von Waffen­herstel­lern haben deutlich zugelegt. Die Erhöhung der Weizen­preise kann für viele Länder kritisch werden, etwa für Afrika, wo die Versorgungs­lage ohnehin kritisch ist. Ein Problem ist auch der Anstieg der Dünger­preise. Brasilien zum Beispiel produziert große Mengen an Soja und ist auf den Import von Dünge­mitteln angewiesen, unter anderem aus Russ­land. Einer der wichtigsten Dünger ist Stick­stoff, haupt­sächlich gewonnen aus Harn­stoff. Industrieller Harn­stoff wiederum wird aus Erdgas hergestellt. Russ­land zählte in den vergangenen Jahren zu den größten Exporteuren von Dünge­mitteln.

Wer sein Geld unter ethischen und ökologischen Gesichts­punkten ohne Nahrungs­mittel­spekulationen, fossile Energien und Waffen­hersteller anlegen will, findet in unserem großen Fonds­vergleich die passenden Nachhaltigkeitsfonds. Außerdem haben wir die Debatte um eine mögliche Verlängerung der Atom­kraft­werke aufgegriffen und sind der Frage nachgegangen, inwieweit Waffen – sofern sie helfen, Frieden zu wahren – nach­haltig sein können. Lesen Sie dazu unseren Beitrag Waffen und Atomstrom weiter tabu.

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Zur Einordnung zeigen wir die zuvor dargestellten Krisen­profiteure noch im mittel­fristigen Vergleich.

Tipp: Wenn Sie in der Legende der Grafik mit der Maus zum Beispiel über „Weizen“ fahren, dann sehen Sie die entsprechende Linie alleine. Ebenso können Sie einzelne Bestand­teile „ausgrauen“, in dem Sie sie ankli­cken. Dann wird der Chart über­sicht­licher.

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ETF mit inflations­geschützten Anleihen sprunghaft gestiegen

(Update 08.04.2022)

In Folge der Ukrainekrise und der anziehenden Inflation haben ETF mit inflationsgeschützten Anleihen seit Jahres­beginn deutlich besser abge­schnitten als ETF mit klassischen Euro-Staats­anleihen.

Wie der folgende Chart zeigt, stiegen inflations­geschützte Euro-Staats­anleihen Anfang März um 5 Prozent im Vergleich zum Jahres­beginn. Aktuell liegt der Index ungefähr auf dem Niveau vom Jahres­anfang. Klassische Anleihenindizes notieren dagegen zur Zeit 5 Prozent unter ihrem Wert vom Jahres­anfang.

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Der mittel­fristige Vergleich zeigt, dass Anleger mit ETF auf indexierte Anleihen zwischen­zeitlich aber auch deutlich mehr verlieren konnten. Während des Corona-Crashs im März 2020 zum Beispiel sind ETF auf indexierte Anleihen doppelt so stark einge­brochen wie ETF mit klassischen Anleihen.

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Im Vergleich zu klassischen Anleihen können sich inflations­geschützte Anleihen lohnen, wenn die Inflation stärker steigt als erwartet. Das heißt aber nicht, dass man mit indexierten Anleihen auto­matisch eine positive Realrendite erzielen wird. Real heißt: nach Abzug der Inflation. Aktuell sind die Endfäl­ligkeits­renditen dieser Anleihen negativ. Wer jetzt solche Anleihen kauft und sie bis Fälligkeit hält, sichert sich also eine negative Realrendite. Die reale Rendite der indexierten Anleihen kann mit steigender Inflation zwar nicht weiter fallen, sie steigt aber auch nicht an, wenn die Inflation wieder sinken sollte. Der folgende Chart zeigt die bisherige Entwick­lung der Endfäl­ligkeits­renditen, auf Eng­lisch Yield to Maturity. Bei den klassischen Anleihenindizes haben wir nominale Renditen dargestellt, beim indexierten Anleihen­index die realen Renditen.

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Pantoffel-Portfolio: Entnahme­plan mit Krisenpuffer bewährt sich

(Update 07.04.2022)

Anle­gerinnen und Anleger, die ihr Depot zur Rentenergän­zung nutzen, trifft ein Börsencrash direkt. Sie können Krisen nicht einfach aussitzen, sondern müssen Fonds­anteile unter Umständen zu ungüns­tigen Kursen verkaufen. Deswegen haben wir beim Pantoffel-Portfolio als Rentenergänzung zwei dämpfende Effekte einge­baut: Wir entnehmen die monatliche Auszahlung immer aus dem Tagesgeldkonto. Dadurch geben wir bei Aktien-Crashs den Aktien-ETF Zeit zum Erholen. Wer im Crash den Aktien­anteil reduziert, vergibt diese Chance. Daher: Auch in der Renten­phase besser die gewählte Portfolio­zusammen­stellung beibehalten.

Ein weiterer stabilisierender Faktor ist unser Krisenpuffer für Entnahme­pläne. Er gleicht den Nachteil des flexiblen Entnahme­konzepts aus. Beim flexiblen Konzept teilen wir das Vermögen durch die Zahl der geplanten Renten­jahre. Nach guten Börsen­jahren entnimmt man mehr, nach schlechten Jahren weniger Geld. Bei der Variante mit Puffer hingegen ziehen wir vor der Auszahlung vom Vermögen einen Sicher­heits­puffer ab. Er ist in guten Börsen­zeiten besonders hoch, nach einem Crash geringer.

Der Puffer hat sich in der Corona-Krise bewährt und tut es auch jetzt, wie unsere Simulation zeigt. Wir lassen in dieser einen Entnahme­plan direkt vor dem Corona-Crash Ende Januar 2020 starten, also zu einem denk­bar ungüns­tigen Start­zeit­punkt für eine Entnahme – um die Robustheit zu testen. Das Anfangs­vermögen beträgt 100 000 Euro, die Zusatz­rente soll 30 Jahre reichen, das Portfolio ist ausgewogen konstruiert. Wir lassen zwei Varianten gegen­einander laufen, eine flexible ohne Puffer und eine mit Puffer. Die beiden folgenden Charts zeigen die Entwick­lung der monatlichen Entnahme und der Portfolios:

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Obwohl der Welt­aktienmarkt durch den Krieg zwischen­zeitlich rund 10 Prozent unter seinem Höchst­stand war, mussten Anleger bei der Entnahme­strategie mit Puffer ihre Auszahlraten nicht kürzen. Zudem wächst das Vermögen im Portfolio trotz der Krisen weiter an.

Die Berechnung der Auszahlraten mit dem Puffer ist recht komplex. Hilfe bietet daher unser kostenloser Rechner.

Inflation: So viel teurer sind die Warenkorb-Komponenten

(Update 04.04.2022)

Das Statistische Bundes­amt berechnet die Inflation anhand der Preis­entwick­lung eines repräsentativen Warenkorbes. Er besteht aus rund 650 Produkten und Dienst­leistungen, die in zwölf Haupt­kategorien einge­teilt sind. Das größte Gewicht entfällt auf das Wohnen inklusive Wasser, Strom, Gas und anderen Brenn­stoffen. Nahrungs­mittel stehen an vierter Stelle, mehr Geld geben die Bürgerinnen und Bürger für Verkehr und Frei­zeit­aktivitäten aus. Schluss­licht sind Bildungs­ausgaben.

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Der folgende Chart zeigt die Preis­entwick­lung der Warenkorb-Komponenten seit Jahres­beginn. Am stärksten stiegen in diesem Zeitraum die Wohn­kosten, gefolgt von „Verkehr“ sowie „Nahrungs­mittel und alkoholfreie Getränke“. Etwa gleich geblieben sind die Ausgaben für die Gesundheit. Gesunken sind die Kosten für Bekleidung und Schuhe.

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Ein etwas anderes Bild ergibt sich in der lang­fristigen Betrachtung. Seit Ende 1999 sind die Preise für Alkohol und Tabak am stärksten gestiegen. Auch Fahren kam teuer. Dagegen sind die Ausgaben für die Kategorie „Post und Tele­kommunikation“ stark gesunken.

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Strategie-ETF: Stunde der Dividenden­titel

(Update 01.04.2022)

ETF, die einer Dividenden- oder einer Substanz­werte-Strategie folgen, sind deutlich besser durch die Krise seit Jahres­beginn gekommen als Fonds, die auf Wachs­tums­werte oder Titel mit hoher Vorjahres­rendite (Momentum) setzen. Der folgende Chart zeigt, dass die defensiven Strategien kaum einge­brochen sind und aktuell sogar höher notieren als zum Jahres­beginn. Wachs­tums­werte verloren dagegen am meisten.

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Im mittel­fristigen Vergleich über mehr als fünf Jahre liegen die offensi­veren Strategien jedoch noch weit vorne.

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Anleger, die sich für Dividenden-ETF oder Value-ETF interes­sieren, finden in den folgenden Tabellen eine entsprechende Auswahl. Durch Klick auf den Fonds­namen gelangt man zur jeweiligen Einzel­fonds­ansicht in unserem Fonds­finder.

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11 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.05.2022 um 17:55 Uhr
Morgan Stanley Global Opportunity halten?

@Franz_X: Danke für Ihre Frage zum Fonds Morgan Stanley Global Opportunity. Wir haben eben (11.5.22) auf dieser Seite eine kurze Analyse zu diesem Fonds und möglichen Alternativen veröffentlicht.

Franz_X am 06.05.2022 um 13:15 Uhr
A1h6xk/A1h6xm halten oder verkaufen

Da diese Fonds laut Finanztest aufgrund der früheren Top-Bewertungen zu den beliebtesten gehörten, wird diese Frage wohl mehr Leser interessieren. Deswegen poste ich sie hier.
Der Verlust seit Jahresanfang beträgt ca. 30%. Lohnt es sich, den Fonds jetzt noch zu verkaufen oder sollte man warten, bis diese Fonds sich unter Umständen wieder erholen? Immerhin sind doch einige sehr volatile Titel im Portfolio. Andererseits ist die Streuung der Fonds relativ gering und es kann sein, dass Holdings, wie Amazon oder Facebook erst mal für länger Zeit so niedrig bleiben.

Profilbild test_de-Projektleiter_Krueger am 14.04.2022 um 15:38 Uhr
Gaspreis absichern?

@j-m.s: ETF, welche nur den Gaspreis abbilden, gibt es nicht Deutschland. Es gibt von verschiedenen Großbanken Zertifikate auf den Gaspreis - dann aber immer auf Futures und oft gehebelt. Im ETF-Bereich gibt es als Alternative ETF auf Aktienunternehmen aus dem Energiesektor oder ETF auf gemischte Rohstoffindizes, in denen auch Gas enthalten ist. Wir werden nächste Woche auf dieser Seite einen Beitrag dazu veröffentlichen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.04.2022 um 13:25 Uhr
Zukunft russischer Aktien und ETF

@testco: Die Moskauer Börse nahm zwar den Handel am 24.3. wieder auf, jedoch durften Ausländer keine Aktien verkaufen. Auch Leerverkäufe sowie die Auszahlung von Dividenden und Kupons an Ausländer aus "unfreundlichen Staaten" blieben untersagt. Die Regeln galten ursprünglich bis 1. April. Sobald wir wissen, ob der Verkauf tatsächlich wieder möglich ist, werden wir eine Meldung veröffentlichen. Das gleiche gilt, wenn wir mehr Informationen zu den Osteuropafonds und zum Handel russischer Aktien an deutschen Börsen haben.

j-m.s am 13.04.2022 um 11:13 Uhr
Gaspreis absichern?

Welche ETFs oder ETCs muss ich kaufen, um mich gegen steigende Gaspreise abzusichern (hedging)? Ich finde nur ETCs auf amerikanisches Gas, für Gas in Europa finde ich nichts.