Zins­wende, Energiekrise, Börsental­fahrt Zinsen: Tages­geld im Vergleich mit Rentenfonds

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Zins­wende, Energiekrise, Börsental­fahrt - Zinsen: Tages­geld im Vergleich mit Rentenfonds
Zins­erhöhung. Steigende Zinsen lassen Anleihen-ETF zunächst ins Minus rutschen, ehe die Renditen wieder positiv werden.

Finanzmärkte im Blick, fundiert und aktuell. Wir bieten Tipps und Analysen für die Anlage mit Fonds und ETF. Neu: Pantoffel-Portfolio – mit Tages­geld oder Anleihen-ETF?

Inhalt

Pantoffel-Portfolio: Mit Tages­geld oder mit Anleihen-ETF

(05.08.2022)

Beim Pantoffel-Portfolio haben Sie die Wahl: Sie können den Sicher­heits­baustein mit Tages­geld bestü­cken oder auch mit einem Euro-Anleihen-ETF. Wir zeigen im Vergleich die Vor- und Nachteile beider Varianten.

Kein Kurs­risiko bei Tages­geld

Tages­geld brachte zwar die vergangenen Jahre kaum Zinsen, dafür gibt‘s hier kein Kurs­risiko. Sofern man Konten mit negativen Zinsen vermeidet, rutscht man mit dem Vermögen auf dem Tages­geld nominal nicht ins Minus. Bei Anleihen-ETF sieht es dagegen anders aus. Sie können zumindest zeit­weise Verluste ausweisen, zum Beispiel dann, wenn am Markt die Zinsen steigen.

Anleihen-ETF verbuchten lange Zeit Kurs­gewinne

Jahre­lang lief es umge­kehrt. Anleihen-ETF verbuchten enorme Kurs­gewinne, weil die Zinsen immer weiter fielen. In der Rück­schau sahen Anleihenfonds im Vergleich zu Tages­geld daher lange Zeit besser aus. Wir haben uns dennoch schon vor Jahren entschieden, für die Pantoffel-Simulationen Tages­geld statt Rentenfonds zu nutzen. Die Vergangen­heits­renditen der Anleihen waren nicht für die Zukunft zu erwarten. Je weiter die Zinsen fielen, desto größer wurde das Zins­änderungs­risiko. Vor zirka andert­halb Jahren haben wir schließ­lich von Rentenfonds abge­raten. In den vergangenen Monaten ist einge­treten, wovor wir gewarnt haben: Die Zinsen sind gestiegen – und Rentenfonds haben zeit­weise über 10 Prozent verloren.

Anleger können Renten-ETF behalten

Mitt­lerweile sehen wir die Situation bei den Rentenfonds nicht mehr so kritisch. Wer mindestens fünf Jahre Zeit hat und weitere vorüber­gehende Einbußen im einstel­ligen Bereich verkraften kann, kann wieder in Renten-ETF investieren. Wer nie aus Renten-ETF raus­gegangen ist, kann nun auch drin bleiben. Ausnahme: Für Pantoffel-Entnahme­pläne empfehlen wir weiterhin Tages­geld als Sicher­heits­baustein oder eine Mischung aus Tages­geld und Renten-ETF.

Vergleich Rentenfonds versus Tages­geld

Wir zeigen über einen Zeitraum von 20 Jahren, wie sich ein Welt-Pantoffel-Portfolio mit Tages­geld im Vergleich zu einem Welt-Pantoffel mit einem Euro-Staats­anleihen-ETF entwickelt hätte.

Die folgende Tabelle gibt einen Über­blick über die Renditen für verschiedene Zeiträume, der Chart darunter macht die Wert­entwick­lung im Zeit­verlauf trans­parent. Zum Vergleich bietet der Chart auch die Wert­entwick­lung von Tages­geld, einem Euro-Staats­anleihen-ETF und einem MSCI World-ETF.

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Der Pantoffel-Mix hat funk­tioniert

  • Über längere Zeiträume ab zehn Jahre liegt der Pantoffel mit Anleihen vor dem Pantoffel mit Tages­geld. Dies liegt an der höheren Rendite der Anleihen-ETF im Zeitraum der Zins­senkungen. Der ausgewogene Pantoffel mit Anleihen brachte über 10 Jahre 7,6 Prozent Rendite pro Jahr – trotz Corona- und Ukraine-Krise. Der ausgewogene Pantoffel mit Tages­geld erzielte über zehn Jahre eine jähr­liche Rendite von 6,6 Prozent.
  • Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, liegen das Pantoffel-Portfolio mit dem Tages­geld und das mit den Anleihen-ETF gleich­auf.
  • In den jüngeren Jahren wäre Tages­geld die bessere Wahl gewesen. Anleihen-ETF verloren bis zu 13 Prozent inner­halb eines Jahres. Was Anleihen-Investoren trösten kann: Die Pantoffel-Mischung hat trotzdem funk­tioniert, wie folgender Vergleich der schlechtesten Jahres­rendite zeigt: Mit einem Aktien-ETF allein hätten Anleger auf Jahres­sicht 38 Prozent verlieren können. Im Mix mit Tages­geld betrug der schlimmste Jahres­verlust 18,4 Prozent, im Mix mit Anleihen sogar „nur“ 16,5 Prozent.
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siriustag21 am 22.07.2022 um 13:24 Uhr
Ab 27. Juli senkt die EZB den Einlagezins auf 0%


Jetzt sollten die Banken und Sparkassen das Verwahrgelt spätestens zum 27 Juli 2022 abschaffen, da die Begründung dafür entfällt. Meine Geldanlage bleibt aber bei dem Geldinstitut, das in den letzten Jahren von mir kein Verwahrgelt gefordert hat.

siriustag21 am 22.07.2022 um 13:19 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.05.2022 um 17:55 Uhr
Morgan Stanley Global Opportunity halten?

@Franz_X: Danke für Ihre Frage zum Fonds Morgan Stanley Global Opportunity. Wir haben eben (11.5.22) auf dieser Seite eine kurze Analyse zu diesem Fonds und möglichen Alternativen veröffentlicht.

Franz_X am 06.05.2022 um 13:15 Uhr
A1h6xk/A1h6xm halten oder verkaufen

Da diese Fonds laut Finanztest aufgrund der früheren Top-Bewertungen zu den beliebtesten gehörten, wird diese Frage wohl mehr Leser interessieren. Deswegen poste ich sie hier.
Der Verlust seit Jahresanfang beträgt ca. 30%. Lohnt es sich, den Fonds jetzt noch zu verkaufen oder sollte man warten, bis diese Fonds sich unter Umständen wieder erholen? Immerhin sind doch einige sehr volatile Titel im Portfolio. Andererseits ist die Streuung der Fonds relativ gering und es kann sein, dass Holdings, wie Amazon oder Facebook erst mal für länger Zeit so niedrig bleiben.

Profilbild test_de-Projektleiter_Krueger am 14.04.2022 um 15:38 Uhr
Gaspreis absichern?

@j-m.s: ETF, welche nur den Gaspreis abbilden, gibt es nicht Deutschland. Es gibt von verschiedenen Großbanken Zertifikate auf den Gaspreis - dann aber immer auf Futures und oft gehebelt. Im ETF-Bereich gibt es als Alternative ETF auf Aktienunternehmen aus dem Energiesektor oder ETF auf gemischte Rohstoffindizes, in denen auch Gas enthalten ist. Wir werden nächste Woche auf dieser Seite einen Beitrag dazu veröffentlichen.