Anbieter von Kreuz­fahrten dürfen Trinkgeld nicht vom Bord­konto Reisender abbuchen, wenn vorher keine ausdrück­liche Erlaubnis einge­holt wurde. Hinweise, dass die Trinkgelder gekürzt, gestrichen oder erhöht werden können, reichen nicht aus. So entschied das Land­gericht Koblenz (Az. 15 O 36/17, nicht rechts­kräftig).

Zehn Euro pro Person und Nacht

Im dem verhandelten Fall hatte der Reise­ver­anstalter Berge und Meer Touristik GmbH auto­matisch 10 Euro pro Person und Nacht abge­bucht. Auf diese Praxis wurde im Klein­gedruckten und im Reise­prospekt hingewiesen. Auch, dass die Zahlung an der Rezeption gekürzt, gestrichen oder erhöht werden kann, wurde erwähnt.

Verbraucherzentrale klagte erfolg­reich

Der Bundes­verband der Verbraucherzentralen (vzbv) klagte jetzt gegen die Zwangs­trinkgelder und bekam recht. Die Richter urteilten: Kunden müssen einer Zahlung, die über die Haupt­leistung hinaus­geht, immer ausdrück­lich zustimmen. Der Reiseanbieter hatte mit den routine­mäßigen Abbuchungen gegen das „Gebot der Ausdrück­lich­keit“ verstoßen.

Tipp: Welche Rege­lungen für Trinkgeld, Handy­kosten und Reisemängel gelten, erklären wir ausführ­lich in unserem Special Kreuzfahrt: So klappt es mit der Traumreise.

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