So haben wir getestet

Mobil­funk­tarife und Versicherungs­policen für Kreuz­fahrten, vier Reedereien im Sicher­heits­test und in der Über­prüfung von Umwelt- und sozialen Aspekten: Hier erläutern wir, wie wir bei den einzelnen Teilunter­suchungen aus Finanztest 1/2019 und test 1/2019 vorgegangen sind, und wie unsere Tabellen zu lesen sind.

Versicherungs­policen für Kreuzfahrer

Im Test: 68 speziell für Kreuz­fahrten angebotene Reise­versicherungen. Bei den Policen handelt es sich um Reiser­ücktritts- und Reise­abbruch­versicherungen sowie um Produktpakete mit Auslands­reise-Kranken­versicherungen und weiteren Versicherungen. Sie werden direkt von den Versicherungs­gesell­schaften AWP, ERV und HanseMerkur sowie von den vier umsatz­starken Reedereien Aida Cruises, Costa Crociere, MSC Kreuz­fahrten und Tui Cruises angeboten.

Unter „Das Paket enthält“ haben wir die wesentlichen Bestand­teile der Versicherungs­pakete aufgeführt. Teil­weise enthalten die Pakete außerdem Rege­lungen für die Unterstüt­zung im Notfall beziehungs­weise Assistance-Leistungen oder eine Seekrank­heits-Versicherung.

Stichtag der Unter­suchungen war der 1. Oktober 2018.

Reiser­ücktritts- und Reise­abbruch­versicherung

Grund­lage für die Bewertung der Versicherungs­bedingungen sind die Test­kriterien der Unter­suchung in Finanztest 3/2018:

Reiser­ücktritt (65%). Unsere Prüf­punkte:

  • Gibt es einen Verzicht auf Selbst­beteiligung, verbraucherfreundliche Fristen für den Abschluss, eine mögliche Reisedauer von mindestens einem Jahr, Geltung für jedes Alter und sind bei Familien­tarifen voll­jährige Kinder in Ausbildung mitversichert?
  • Wird auch eine bei Reise­buchung bezahlte Vermitt­lungs­gebühr erstattet?
  • Ist klar geregelt, dass der Versicherer voll leistet, wenn der Versicherungs­fall zuerst ihm gemeldet wird, der Kunde aber auch eine andere Versicherung in Anspruch nehmen könnte?
  • Greift der Schutz, wenn nicht nur dem Versicherten oder einer mitreisenden Person, sondern auch einer „Risik­operson“ (etwa einem Eltern­teil) etwas zustößt?
  • Erkennt der Versicherer neben nahen Angehörigen weitere wichtige Risik­opersonen an, zum Beispiel Lebens­partner oder -gefährten oder Personen, die minderjäh­rige oder pflegebedürftige Angehörige betreuen?
  • Gibt es bei gemein­sam gebuchten Reisen Einschränkungen bei der Anzahl der Mitreisenden und müssen diese gemein­sam versichert sein?
  • Gibt es Ausschlüsse bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen, chro­nischen psychischen Erkrankungen, Pandemien oder wenn medizi­nische Maßnahmen an nicht körper­eigenen Organen wie einer trans­plantierten Niere oder an Hilfs­mitteln wie Herz­schritt­machern oder Hörgeräten notwendig sind?
  • Ist klar geregelt, welche Erkrankung versichert ist?
  • Zahlt der Versicherer auch bei Vorerkrankungen, die lange nicht behandelt werden mussten?
  • Zahlt der Versicherer bei Impfun­verträglich­keit oder einem Termin für eine Organspende?
  • Zahlt er bei Arbeits­platz­verlust, -wechsel oder Antritt einer neuen Arbeit?
  • Zahlt der Versicherer, wenn Versicherte im Reise­zeitraum eine Prüfung wieder­holen müssen?
  • Zahlt er, wenn der Versicherte wegen eines erheblichen Schadens an seinem Eigentum oder dem einer Risik­operson seine Reise absagen muss?
  • Zahlt der Versicherer, wenn Versicherte die Reise wegen eines Terror­anschlags stornieren, der sich kurz vor Reiseantritt am Urlaubs­ort oder in dessen Nähe ereignete?
  • Springt der Versicherer ein, wenn Versicherte ihre Reise aus einem versicherten Grund zu spät antreten, und über­nimmt er die zusätzlichen Kosten der Anreise und Entschädigung für entgangene Reise­leistungen?
  • Zahlt er auch, wenn öffent­liche Verkehrs­mittel mehr als zwei Stunden Verspätung haben und deshalb das Kreuz­fahrt­schiff verpasst wird?

Reise­abbruch (25%). Unsere Prüf­punkte:

  • Über­nimmt der Versicherer zusätzliche Reise­kosten und erstattet er nicht in Anspruch genom­mene Reise­leistungen, wenn der Versicherte die Reise abbrechen oder unter­brechen muss?
  • Günstig ist es, wenn der Versicherer bei Abbruch inner­halb der ersten Hälfte der Reise, meist maximal acht Tage, den gesamten Reise­preis erstattet. Wir haben auch geprüft, ob der Versicherer bei Abbruch entgangene Reise­leistungen ohne Abzüge erstattet.
  • Der Versicherer soll mindestens folgende Abbruch­gründe anerkennen: Erkrankung, Tod, Unfall, Schwangerschaft, Bruch von Prothesen, Termin zur Organspende, Schaden am Eigentum, Verlust des Arbeits­platzes, neuer Arbeits­platz.
  • Wenn sich die Rück­kehr verspätet, erstattet der Versicherer zusätzliche Rück­reise­kosten und Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung?
  • Bei einer verspäteten Rück­kehr soll er mindestens folgende Gründe anerkennen: Erkrankung, Tod, Unfall, Komplikation bei Schwangerschaft, Bruch von Prothesen, Schaden am Eigentum, Elementar­ereig­nisse wie Erdbeben, die Erkrankung einer mitreisenden Person oder wenn sich die Rück­reise wegen Verspätung eines öffent­lichen Verkehrs­mittels um mehr als zwei Stunden verzögert.

Verständlich­keit (10 %)

Bewertet haben wir die Unterlagen für die Kunden nach Lesbarkeit, Verständlich­keit, Über­sicht­lich­keit, Voll­ständig­keit und Wider­spruchs­freiheit.

Gut ist es beispiels­weise, wenn kurze Sätze ohne komplizierte Verschachte­lungen verwendet werden.

Maßstab war unter anderem der Verständlich­keits­index der Universität Hohen­heim.

Auslands­reise-Kranken­versicherung

Grund­lage für die Bewertung der Versicherungs­bedingungen sind die Test­kriterien der Unter­suchung in Finanztest 4/2017:

Allgemeine Bedingungen (25%). Unsere Prüf­punkte:

  • Verzichtet der Versicherer auf eine verpflichtende Selbst­beteiligung?
  • Bekommen Neukunden alters­unabhängig Versicherungs­schutz?
  • Sind voll­jährige Kinder im Familien­tarif mitversichert, wenn sie noch in Ausbildung oder unter­halts­berechtigt sind?
  • Darf die Reise mindestens sechs Wochen, besser acht Wochen, dauern?
  • Erstattet der Versicherer alternative Behand­lungen und Arzneien, die sich in der Praxis als ebenso erfolg­versprechend wie schulmedizi­nische Methoden bewährt haben? Über­nimmt er die Kosten für die Behand­lung durch alternative Heilbe­handler wie Heilpraktiker, Osteopa­then oder Chiropraktiker?
  • Müssen im Schadens­fall vorab keine Ansprüche bei anderen Versicherern, Krankenkassen oder Sozial­versicherungs­trägern geltend gemacht werden?
  • Zahlt der Versicherer bis zur Wieder­herstellung der Trans­port­fähig­keit, auch wenn der Kunde länger behandelt werden muss, als die Reise maximal dauern durfte?

Krankenrück­trans­port, Kinder­betreuung, Über­führung/Bestattung (25%). Unsere Prüf­punkte:

  • Besteht ein Anspruch auf Rück­trans­port, sobald eine stationäre Behand­lung im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert? Besser: Hat der Versicherte nicht nur dann einen uneinge­schränkten Anspruch, wenn der Rück­trans­port medizi­nisch notwendig ist, sondern bereits, wenn er medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar ist?
  • Sieht es der Versicherer nicht als Obliegen­heits­verletzung an, wenn sich der Versicherte trotz seiner Weisung nicht zurück­trans­portieren lässt?
  • Sieht der Versicherer die Erstattung der Kosten des Rück­trans­ports ohne Abzug vor?
  • Über­nimmt der Versicherer beim Rück­trans­port die Kosten für eine Begleit­person?
  • Werden Versicherte sowohl am Urlaubs­ort als auch nach Rück­trans­port zum Wohn­ort in das nächst­gelegene geeignete Kranken­haus trans­portiert?
  • Werden Rooming-in-Kosten für Kinder bis einschließ­lich 16 Jahre erstattet?
  • Werden Kosten für Kinder­betreuung bis einschließ­lich 16 Jahre im Notfall über­nommen?
  • Werden Kosten für die Rück­reise minderjäh­riger Kinder erstattet, wenn ein Erwachsener krank wird?
  • Erstattet der Versicherer mindestens 10 000 Euro für die Über­führung Verstorbener oder die Bestattung vor Ort?

Medizi­nische Leistungen (30%). Unsere Prüf­punkte:

  • Vorerkrankungen: Verzichtet der Versicherer auf unklare Formulierungen wie „akute Erkrankung“, „unvor­hergesehene Erkrankung“ oder „nicht absehbare Behand­lung“? Schließt der Versicherer nur die Behand­lungen vom Schutz aus, die schon vor der Reise geplant waren oder die aufgrund einer ärzt­lichen Diagnose schon bei Reiseantritt fest­standen? Dieser Ausschluss sollte jedoch nicht für Reisen gelten, die der Versicherte wegen eines familiären Todes­falles antreten muss.
  • Verzichtet der Versicherer darauf, Leistungen für Behand­lungen von einzelnen Erkrankungen, zum Beispiel HIV-Infektionen, oder für Folgen von Organspenden generell auszuschließen?
  • Ist die Behand­lung von psychischen Erkrankungen einge­schlossen? Gilt ein möglicher Ausschluss nur für Psycho­analyse und Psycho­therapie?
  • Sind Sport­verletzungen versichert (außer bei Berufs­sport­lern)?
  • Wird neben schmerz­stillender Zahnbe­hand­lung auch provisorischer Zahn­ersatz ohne Betrags­grenzen und Warte­zeiten erstattet? Gibt es ihn nicht nur nach Unfällen?
  • Gehören zur Leistung Hilfs­mittel wie Gehhilfen oder ein Roll­stuhl, die unfall- oder krank­heits­bedingt ärzt­lich verordnet werden?
  • Werden Heil­mittel, etwa physika­lische Therapien wie Massage, über­nommen?
  • Werden ambulante und stationäre Behand­lungen uneinge­schränkt erstattet? Oder nur „unaufschieb­bare“ Behand­lungen oder Operationen?
  • Ist klar geregelt, dass der Versicherer bei akut auftretenden Schwanger­schafts­komplikationen einschließ­lich Fehl- und Früh­geburten uneinge­schränkt zahlt?
  • Ist in den Versicherungs­bedingungen klar geregelt, dass der Versicherer die Behand­lung von Früh­geborenen bei einer Früh­geburt im Ausland ohne Zusatz­beitrag über­nimmt?

Leistung für Schäden durch Krieg, Pandemie, Kern­energie (10%). Unsere Prüf­punkte:

  • Sind Leistungen für Schäden durch Krieg oder Unruhen nur dann ausgeschlossen, wenn das Auswärtige Amt vor Reise­beginn eine Reisewarnung ausgesprochen hat? Oder wenn der Versicherte sich aktiv am Kriegs­geschehen beteiligt?
  • Gibt es keine starren Fristen, um das Land zu verlassen, wenn über­raschend während des Auslands­auf­enthaltes Unruhen ausbrechen?
  • Sind Leistungen bei sogenannten Pandemien wie der Schweinegrippe oder nach einem Atom­unfall einge­schlossen?

Verständlich­keit (10 %)

Bewertet haben wir die Unterlagen für die Kunden nach Lesbarkeit, Verständlich­keit, Über­sicht­lich­keit, Voll­ständig­keit und Wider­spruchs­freiheit.

Gut ist es beispiels­weise, wenn kurze Sätze ohne komplizierte Verschachte­lungen verwendet werden.

Maßstab war unter anderem der Verständlich­keits­index der Universität Hohen­heim.

Weitere Unter­suchungen

Beitrag für das Versicherungs­paket (Preisbeispiele).

Der Beitrag für das Versicherungs­paket hängt vom Reise­preis und Leistungs­umfang des Tarifs und in einigen Fällen auch vom Alter der Versicherten ab (siehe Spalte: Alters­klassen für Beitrag). Bei einigen Tarifen unterscheiden sich die Beiträge je nach dem Fahr­gebiet beziehungs­weise dem Geltungs­bereich.

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Mobil­funk­tarife für Kreuz­fahrten

Im Test: 61 Internet­tarife, die von den Kreuz­fahrt-Reedereien für die Nutzung eines eigenen mobilen Endgeräts (Handy, Tablet) angeboten werden. Bei den Tarifen handelt es sich um Pakete für Social-Media-Dienste und das Surfen im Internet. Die Tarifpakete werden direkt von den vier umsatz­starken Reedereien Aida Cruises, Costa Crociere, MSC Kreuz­fahrten und Tui Cruises angeboten.

Nutzung eines eigenen mobilen Endgeräts (Handy, Tablet)

Auswahl: Dargestellt sind die Tarife der Kreuz­fahrt-Reedereien Aida, Costa, MSC und Tui für die Internetnut­zung und die Kosten für das Telefonieren nach Deutsch­land von Bord der Kreuz­fahrt­schiffe.

Social-Media-Tarife: Wer diese Tarife bucht, kann mit seinem Handy oder Tablet Social-Media-Anwendungen wie Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp, Threema, Snapchat und andere Messenger-Dienste nutzen. Video­anrufe sind in der Regel nicht möglich. Der Preis hängt von der Dauer der Reise oder dem gebuchten Daten­volumen ab.

Internetpakete Volumen: Wer diese Tarife bucht, kann mit seinem Handy oder Tablet E-Mails empfangen und senden und Nach­richten lesen oder senden. Je nach gebuchtem Paket ist zudem das Surfen inner­halb oder außer­halb Europas möglich. Der Preis hängt von der Dauer der Reise oder dem gebuchten Daten­volumen ab.

Internetpakete Tage: Wer diese Tarife bucht, kann mit seinem Handy oder TabletE-Mails empfangen und senden und Nach­richten lesen oder senden. Je nach gebuchtem Paket ist zudem das Surfen inner­halb oder außer­halb Europas möglich. Der Preis hängt von der Dauer der Reise oder dem gebuchten Daten­volumen ab. Die Nutzung wird tage­weise berechnet.

Internet Minuten­tarife: Wer diese Tarife bucht, kann mit seinem Handy oder TabletE-Mails empfangen und senden und Nach­richten lesen oder senden. Je nach gebuchtem Paket ist zudem das Surfen inner­halb oder außer­halb Europas möglich. Die Nutzung wird minuten­weise berechnet.

Anbieter und Produkt: Name der Kreuz­fahrt-Reederei und Tarifbezeichnung.

Preis für Internet: Dieser Preis wird für das jeweilige Paket berechnet.

Telefonieren über das bord­eigene Kabinentelefon

Die Nutzung ist unabhängig von der Buchung eines Daten­pakets möglich.

Direkt­wahl: Der Nutzer kann die Telefonate direkt vom Kabinentelefon aus führen. Direkte Anrufe auf das Kabinentelefon sind in der Regel nicht möglich. Die Reisenden sind nur über eine allgemeine Telefonruf­nummer des Schiffes erreich­bar.

Telefon­kosten für abge­hende Gespräche: Dieser Preis wird berechnet für Gespräche von Bord des Schiffes nach Deutsch­land.

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CSR und Sicherheit: Vier Reedereien im Test

Im Test: Vier Reedereien, die bei Reisenden aus Deutsch­land für Kreuz­fahrten in europäischen Meeren große Markt­bedeutung haben. Geprüft haben wir pro Reederei drei Schiffe – je ein älteres, ein eher mittel­altes und ein neueres, das im Unter­suchungs­zeitraum im Mittel­meer oder Nord-/Ostseeraum unterwegs war.

Unter­suchungs­zeitraum: April bis Oktober 2018.

Unter­suchungen: Wir haben parallel zwei Unter­suchungen durch­geführt – eine zur Sicherheit und eine zur Unternehmensverantwortung der Reedereien, eng­lisch: Corporate Social Responsibility, kurz CSR.

Die CSR-Unter­suchung konzentriert sich auf Anforderungen an Arbeits­bedingungen und Umwelt­schutz, die über gesetzliche Rege­lungen hinaus­gehen. Wir haben die Reedereien per Fragebögen zu CSR-relevanten Anforderungen sowie zu sozial-ökologischen Maßnahmen, deren Umsetzung und Kontrollen auf den Schiffen befragt. Sie sollten uns die Angaben mit Dokumenten belegen. Zusätzlich über­prüften zwei Experten die Aussagen der Reedereien im Rahmen von Inspektionen auf den Schiffen und in den Zentralen an Land.

Auch für den Sicher­heits­test gingen je zwei Experten an Bord, die unter anderem als Kapitäne, nautische Offiziere oder Schiffs­betriebs­ingenieure ausgebildet sind. Sie befragten die Crew, prüften sicher­heits­relevante Einrichtungen, Hilfs­mittel und Dokumente. Außerdem beob­achteten sie, wie die Besat­zung bei Übungen vorgeht, etwa bei der für Passagiere obliga­torischen Evakuierungs­übung. Auf unseren Wunsch fanden kurz­fristig angesetzte Zusatz­trainings zur Brandbekämpfung und zum „Wasser­einbruch im Maschinenraum“ statt. Details der Übung waren den Crews nicht bekannt. In den Land­zentren der Reedereien begut­achteten unsere Inspektoren zudem das zentrale Sicher­heits­management sowie die sicher­heits­relevanten Einrichtungen und Prozesse dort.

Um einen Eindruck der Sicher­heits­maßnahmen und des Nach­haltig­keits­engagements aus Passagiersicht zu erhalten, fuhren pro Anbieter zwei bis drei Tester verdeckt auf Schiffen mit. Sie notierten zum Beispiel, wie Evakuierungs­übungen ablaufen oder ob auf Einwegflaschen verzichtet wird. Das ging nicht in die Bewertung ein, unseren Testern fiel aber auch nichts Gravierendes auf.

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Prüfungen zur Sicherheit von Kreuz­fahrt­schiffen

Sicher­heits­management der Reederei: 30 %

Wir über­prüften, wie die Unterstüt­zung durch Land­zentren organisiert und die Sicher­heits­strategie und das Sicher­heits­management der Reederei im Unternehmen verankert ist. Unsere Inspektoren untersuchten Grund­sätze der Reederei, ob kritische Ereig­nisse systematisch erfasst und zur Verbesserung genutzt werden, ob die Systeme schlüssig und über­sicht­lich aufgebaut sind.

Neben einer sicheren tech­nischen Ausstattung ist die Qualifikation der Besat­zung der wichtigste Faktor für die Sicherheit. Daher waren uns zum Beispiel die verlangten Qualifikations­stan­dards, die kontinuierliche Fort­bildung der Crew und die Über­prüfung der Leistungs­fähig­keit wichtig.

Eine wichtige Rolle für das zentrale Notfall­management der Reedereien spielen Flotten­steuerungs­zentralen an Land. Sie beraten die Besat­zung ihrer Schiffe, um sicher­heits­gefähr­dende Ereig­nisse zu verhindern, zum Beispiel beim Umfahren von Schlecht­wetter­gebieten, und unterstützen sie bei Problemen, organisieren Hilfs­maßnahmen auf See oder an Land. Wir über­prüften beispiels­weise, ob die Zentralen über adäquate Kommunikations­mittel, Zugriff auf Schiffs­daten und andere relevante Daten­banken und Notfall­pläne verfügen und ob das Personal an Land qualifiziert und durch Übungen auf Ernst­fälle vorbereitet ist.

Persönliche Sicherheit an Bord: 30 %

Die Reedereien müssen die Sicherheit der Passagiere für die gesamte Reise mitdenken, von der Buchung bis zum Land­gang. Bei den allgemeinen Sicher­heits­vorkehrungen achteten wir zum Beispiel darauf, dass beim Check-in die Personalien geprüft wurden und ob Sicher­heits­maßnahmen für Kinder gelten – wie Bordkarten mit einge­schränkten Zugangs­funk­tionen. Untersucht wurden Sicher­heits­übungen und -informationen, Hinweise zu Gesundheit und Hygiene oder in welchem Maß mobil einge­schränkte Menschen an Bord Unterstüt­zung erhalten.

Zur Unfall­prävention, etwa bei Unacht­samkeit oder stärkerem Seegang, sollten zum Beispiel Treppen und Kabinengänge mit Hand­läufen ausgestattet sein, die Relings an Deck kinder­sicher, Bodenbeläge rutsch­fest, Rettungs­schwimmer an den Pools sein.

Wir erwarten auch Maßnahmen zur Kriminalitäts­prävention: Zum Beispiel sollten der Zugang zu Kabinen kontrollier­bar sein, Wert­sachen sicher aufbewahrt werden können, öffent­liche Bereiche tech­nisch und personell über­wacht werden.

Bei der medizi­nischen Versorgung prüften wir unter anderem, ob das Bord­hospital gut ausgeschildert, medizi­nisches Personal rund um die Uhr erreich­bar und Defibrillatoren in öffent­lichen Bereichen verfügbar waren. Das Ausfliegen von Patienten sollte ein Hubschrauber­lande­platz oder ein Bereich ermöglichen, von dem Passagiere aus der Luft abge­holt werden können (Winsch­bereich).

Sicherheit im Notfall an Bord: 40 %

Feuer ist eine große Gefahr an Bord. Brand­schutz­einrichtungen und regel­mäßige Übungen sind für Schiff und Besat­zung Pflicht. Unsere Inspektoren über­prüften zum Beispiel die entsprechende Ausstattung in öffent­lichen Bereichen, Kabinen und Crewbereichen sowie die Funk­tions­fähig­keit des Notstrom­systems. Das Verhalten der Besat­zung wurde bei einer Brand­schutz­übung auf jedem Schiff geprüft.

In einer weiteren Übung, einem simulierten Wasser­einbruch im Maschinenraum, prüften unsere Inspektoren, ob die Besat­zung notwendige Hand­lungs­ketten und Entscheidungen sachgerecht und zügig umsetzt. Zudem prüften sie die Ausstattung zur Bekämpfung eines Wasser­einbruchs, etwa wasser­dichte Türen.

Die Evakuierung eines Schiffs ist das äußerste Mittel, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Daher müssen alle Passagiere zu Beginn der Kreuz­fahrt an einer Übung (Muster­übung) teilnehmen. Die Inspektoren über­prüften unter anderem notwendige persönliche und kollektive Rettungs­mittel, Zustand und Kenn­zeichnungen, die Lage der Flucht- und Rettungs­wege, Aufzüge, Notausgänge und Sammelstellen. Sie nahmen pro Schiff an einer Muster­übung teil und beob­achteten das Verhalten der Crew und die Organisation der Übung.

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Prüfungen in den Punkten Umwelt und Soziales

Unter­nehmens­politik der Reederei

Wir bewerteten unter anderem soziale und ökologische Unter­nehmens­leit­linien sowie Grund­sätze der Reederei, wie Nach­haltig­keits­berichte, flotten­weite soziale und ökologische Anforderungen und deren Kontrollen, etwa eigene Verpflichtungen in Bezug auf den Umwelt­schutz, Destinations­konzepte sowie die Trans­parenz durch die Teil­nahme an der Befragung, die Genehmigung von Besuchen auf den Schiffen und vertrauliche Interviews mit von uns ausgewählten Besat­zungs­mitgliedern.

Arbeits­bedingungen auf Kreuz­fahrt­schiffen

Anhand von Dokumenten, Inspektionen und Interviews prüften wir Rege­lungen zur Vertrags­gestaltung, zur Entlohnung, zu Urlaubs- und Arbeits­zeiten sowie zur Einhaltung von Ruhe­zeiten. Untersucht wurde unter anderem auch die Art der Unterbringung, Weiterbildungs­maßnahmen, Anforderungen an Gesund­heits- und Arbeits­schutz, Frei­zeit- und Erholungs­angebote für Crewmitglieder an Bord sowie Rege­lungen zu multikulturellen Arbeits­gemeinschaften und zum Land­gang. Wir bewerteten auch, wie die Reedereien die Arbeits­bedingungen kontrollieren.

Umwelt­schutz auf Kreuz­fahrt­schiffen

Anhand von Dokumenten und Inspektionen prüften wir zum Beispiel Rege­lungen zum Einsatz von Treibstoffen, zu Schad­stoff­filtern und zur Vermeidung von Emissionen, die über gesetzliche Anforderungen hinaus­gehen. Zudem beur­teilten wir Maßnahmen zur Abfall­vermeidung und -wieder­verwertung sowie das Abwasser­management und welche Maßnahmen die Reedereien etabliert haben, um den Wasser­verbrauch zu reduzieren und Wasser wieder zu verwenden. Wir bewerteten zudem, ob ökologische Schu­lungen und Kontrollen statt­finden sowie deren Dokumentation.

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