Hier beant­worten die Finanztest-Experten eine Leserfrage zum Kauf auf Kreuz­fahrt­schiffen: „Ich habe bei einer Kreuz­fahrt eine Uhr gekauft. Nur wenige Monate später war sie defekt. Die italienische Reederei steht auf dem Kauf­beleg. Sie sagt aber, ich solle mich an den Hersteller wenden. Ist das rechtens?“

Reederein muss als Verkäuferin haften

Laut Kauf­beleg ist die Reederei Verkäuferin, also ein Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union (EU). Sie muss sich an europäische Verbraucher­schutz­vorschriften halten. Das gilt auch auf einer Kreuz­fahrt – selbst wenn ein Schiff unter der Flagge eines nicht europäischen Staates fährt und auf dem Schiff dessen Recht gilt.

Rechte von Käufern gelten in der ganzen EU

Grund­sätzlich haben in der EU Privatkäufer Gewähr­leistungs­rechte, wenn sie bei einem EU-Unternehmer eine Ware gekauft haben, die mangelhaft ist. Der Anspruch auf Gewähr­leistung gilt zwei Jahre ab Erhalt der Ware. Hat der Hersteller eine Garantie gegeben, können Sie wählen, ob Sie seine Garantie in Anspruch nehmen oder die Gewähr­leistung beim Verkäufer geltend machen. Haben Sie sich an die Reederei als Verkäuferin gewendet, darf diese Sie nicht an den Hersteller verweisen. Sie muss sich um die Reparatur oder Neulieferung kümmern. Tut sie dies nicht, können Sie vom Kauf zurück­treten und Ihr Geld zurück­fordern.

Tipp: Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Kauf­recht finden Sie im FAQ Kaufrecht auf test.de.

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