Kreuz­fahrt Meldung

Erneut ein Vulkan­asche-Fall: Wer wegen des Vulkan­ausbruchs 2010 in Island nicht zum Start seiner Kreuz­fahrt fliegen konnte, muss die Passage nicht bezahlen – auch wenn er die Anreise selbst organisiert hat. Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) entschieden. test.de berichtet.

Nieder­lage in Norder­stedt

Geklagt hatte eine Ehepaar. Es hatte für April 2010 eine Karibik-Kreuz­fahrt gebucht. Sie sollte in den USA beginnen. Doch wegen der Aschewolke des islän­dischen Vulkans Eyjafjallajökull fiel der Flug in die USA aus. Das Paar kündigte den Vertrag und forderte die Anzahlung zurück. Das Reisebüro weigerte sich. Schlimmer noch: Wegen der Kündigung in letzter Minute müssten die verhinderten Kreuzfahrer 90 Prozent des Reise­preises zahlen, argumentierten die Reise­kaufleute. Das Amts­gericht in Norder­stedt und das Land­gericht in Kiel gaben dem Reisebüro Recht. Die Richter in Schleswig-Holstein urteilten: Die Eheleute müssen das Anreiserisiko selbst tragen.

Sieg in Karls­ruhe

Stimmt nicht, entschied der BGH in letzter Instanz verbraucherfreundlich. Kreuz­fahrten sind Pauschalr­eisen, begründeten die Bundes­richter ihr Urteil. Der Anspruch des Anbieters auf Bezahlung entfällt deshalb, wenn der Trip wegen höherer Gewalt ausfällt. Als höhere Gewalt werten die Gerichte unabwend­bare Ereig­nisse wie Natur­katastrophen, aber auch Brände, Verkehrs­unfälle, Geisel­nahmen, kriegerische Unruhen, Streiks und Terrorismus.

Bundes­gerichts­hof, Urteil vom 18.12.2012
Aktenzeichen: X ZR 2/12

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