Hand­ball. Unnötig hart aus Über­eifer ist noch nicht unsport­lich.

Gewisse Kampf­hand­lungen sind bei wett­kampf­orientierten Sport­arten nicht zu vermeiden, so das Ober­landes­gericht Frank­furt am Main (Az. 22 U 50/17). Eine Angreiferin aus einer Jugend­mann­schaft Hand­ball hat deshalb keinen Anspruch auf Schaden­ersatz und Schmerzens­geld nach einem Zusammen­stoß mit der gegnerischen Torfrau im Sechs­meterraum. Der Vorfall ereignete sich kurz vor Schluss des Matches, als die Torfrau versuchte, den Sprungwurf der Spielerin abzu­wehren. Die Klägerin stürzte dabei und erlitt einen Kreuzbandriss im linken Knie. Der Schieds­richter schickte die Torfrau mit Roter Karte vom Feld, erstattete aber keinen Bericht. Daraus schloss das Gericht, dass sich das regelwid­rige Verhalten der Torhüterin im Rahmen des körperbetonten Spiel­betriebs hielt, was ein Sach­verständiger bestätigte. Springe ein Spieler in den Sechs­meterraum hinein, sei ein Zusammen­stoß sein Risiko. Die Vorinstanz hatte der Klage weit­gehend statt­gegeben. Das Ober­landes­gericht ließ die Revision zu.

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