Zusätzlicher Schutz hat mehrere Haken

Kreditversicherung Test

Versicherungen, die bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit die Raten für einen Immobilienkredit decken sollen, sind meist nicht zu empfehlen.

Bauherren und Immobilienkäufer können sich und ihre Angehörigen nicht nur für den Todesfall vor hohen Schulden schützen: Gemeinsam mit einigen Versicherern wie Cardif oder Genworth Financial bieten Banken und Sparkassen Kreditversicherungen an, die fällige Raten übernehmen, wenn der Kunde den Job verliert oder aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten kann.

Der Schutz hat allerdings so viele Schwächen, dass wir ihn kaum empfehlen können: Verschiedene Klauseln in den Versicherungsbedingungen machen es schwer, zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit die erhoffte Leistung zu bekommen.

Schutz hat seinen Preis

Außerdem ist eine solche Kreditversicherung sehr teuer: Will ein 35-jähriger Bauherr bei einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren eine monatliche Kreditrate von 500 Euro für den Fall der Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit absichern, können Beiträge zwischen 3 000 und knapp 5 000 Euro fällig werden. Je nach Angebot ist dieser Gesamtbetrag in monatlichen Raten oder als Einmalzahlung vorweg zu zahlen.

Allein für diesen Versicherungsschutz muss der Versicherte somit auf einen Schlag Beiträge leisten, die ausreichen, um die Kreditraten für mehr als ein halbes Jahr zu zahlen.

Fester Job als Voraussetzung

Eine Garantie, dass der Versicherer bei Arbeitslosigkeit zahlt, hat der Kunde nicht. Folgende Einschränkungen und Voraussetzungen für den Versicherungsschutz sind möglich:

  • Vorheriger Job: Art und Dauer der vorherigen Beschäftigung sind ein häufiges Kriterium: Etwa, dass der Versicherte vor der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate ununterbrochen beim gleichen Arbeitgeber für mindestens 15 Stunden in der Woche beschäftigt gewesen sein muss.
  • Wartezeit: Der Versicherer zahlt nicht, wenn die Arbeitslosigkeit kurz nach Vertragsabschluss beginnt. Manche Anbieter geben eine Wartezeit von drei Monaten vor, andere eine von sechs Monaten.
  • Karenzzeit: Der Versicherer springt nicht gleich ein, sondern zum Beispiel erst nach drei Monaten ohne Job.
  • Leistungsdauer: Gezahlt wird häufig nicht für die gesamte Zeit der Arbeitslosigkeit, sondern nur begrenzt, beispielsweise für ein Jahr.

Nur im Einzelfall sinnvoll

Die Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit des Versicherten werden häufig bis zum Ende der Zinsbindung gezahlt oder bis zu einem bestimmten Alter des Versicherten – beispielsweise bis zu seinem 55. Geburtstag.

Für den Abschluss eines Vertrags muss der Versicherte zwar häufig keine Gesundheitsfragen beantworten. Kann der Versicherer im Fall einer Arbeitsunfähigkeit jedoch eine relevante Vorerkrankung nachweisen, steht der Kunde letztlich doch mit leeren Händen da.

Um einen vorübergehenden finanziellen Engpass zu überbrücken, kann der Schutz bei Arbeitsunfähigkeit im Einzelfall sinnvoll sein – zum Beispiel, wenn jemand keine private Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt. Doch die Kreditnehmer sollten sich den Vertrag genau ansehen und prüfen, welche Leistungsausschlüsse tatsächlich gelten.

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