Die Rest­schuld­versicherung ist dafür da, dass Kredite weiter abbezahlt werden, wenn der Kreditnehmer erkrankt. Doch die Versicherer schließen vieles aus. test.de erklärt, wann die Versicherung bei Arbeits­unfähigkeit einspringt, und welche Klauseln vor Gericht keinen Bestand haben.

Raten­schutz­police als Absicherung gegen Arbeits­unfähigkeit

Wer zahlt bei langer Arbeits­unfähigkeit meinen Kredit weiter? Manche Banken bieten ihren Kunden gleich bei der Kredit­vergabe eine Raten­schutz­police an. Sie soll sicher­stellen, dass die Raten weiter gezahlt werden, auch wenn jemand krank­heits­bedingt weniger Einkommen hat.

Psychische Erkrankung häufig ausgeschlossen

Eine der häufigsten Ursachen für lange Fehl­zeiten schließen die Versicherer jedoch oft aus: Leidet jemand an einer psychischen Erkrankung, zahlen sie nicht. Dieser Ausschluss ist rechtens, wenn er im Antrag deutlich zu sehen und verständlich formuliert war, sagt das Ober­landes­gericht Hamm (Az. 20 U 79/13). Es wies die Klage eines Mannes ab, der die Klausel über­raschend und undurch­sichtig fand.

Unklare Klauseln sind unwirk­sam

Anders urteilte der Bundes­gerichts­hof in einem weiteren Fall. Hier wollte der Versicherer „ernst­liche Erkrankungen“ vom Vertrag ausschließen. Als Beispiele listete er neben Krebs und Aids auch Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen oder Erkrankungen der Wirbelsäule und Gelenke auf. Dies fanden die Richter intrans­parent: Einer­seits stelle man sich unter der Formulierung „ernst­liche Erkrankung“ so schwere Leiden wie Krebs vor. Anderer­seits könnten mit den genannten Beispielen auch Bagatel­lerkrankungen wie leichte Rücken­beschwerden gemeint sein. Die Klausel sei unwirk­sam, da Kunden den Umfang des Leistungs­ausschlusses nicht einschätzen könnten (Az. IV ZR 289/13).

Risiko­lebens­versicherung als Ergän­zung zum Kranken­tagegeld

Bei einer langen Krankheit sind nicht nur die Kreditraten gefährdet. Nach dem Ende der sechs­wöchigen Lohn­fortzahlung vom Arbeit­geber müssen Arbeitnehmer mit Einkommens­verlusten rechnen, da das Krankengeld in der Regel unter­halb ihres normalen Netto­einkommens liegt. Sie können mit einer privaten Kranken­tagegeld­versicherung die Differenz zwischen dem Krankengeld von der gesetzlichen Kasse und ihrem Netto­verdienst abdecken. Selbst­ständige müssen ohnehin vorsorgen, um den Einkommens­ausfall abfedern. Bei größeren Krediten, insbesondere Immobiliendarlehen, empfiehlt sich zusätzlich zum Kranken­tagegeld eine Risiko­lebens­versicherung, die im Todes­fall die Familie absichert.

Kredit­schutz mit Lücken Meldung

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