Kreditkartenkündigung Meldung

Die Erstattung der restlichen Jahresgebühr verweigert die Postbank einem Kunden, der seine Kreditkarte bei ihr vorzeitig gekündigt hat. Die Bank lehnte die Rückzahlung der anteiligen 26,67 Mark ab, obwohl sich Kunde Dieter Neininger auf ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt am Main berufen hatte.

Die Richter untersagten der Santander-Bank kürzlich, vorab gezahlte Kreditkartengebühren komplett zu behalten, wenn der Kunde vorzeitig kündigt. Die Banken müssten erstatten, was sie durch die Kündigung einsparen (Az. 1 U 108/99).

Die Postbank schrieb nun jedoch, nach Prüfung durch die Rechtsabteilung habe sich ergeben, dass dieses Urteil nicht für die Kreditkarten der Postbank gilt. Also gebe es nichts zurück.

Das hält Hartmut Strube, Jurist bei der Verbraucher-Zentrale NRW, jedoch für fragwürdig. "Natürlich gilt das Urteil ausdrücklich nur für die Santander-Bank, denn nur ihr wurde die Klausel untersagt, die Restgebühren zu behalten."

Das Gericht habe aber deutlich gemacht, dass die Gebühr nicht pauschal für die Karte, sondern für die Nutzung gezahlt wird und man deshalb nach dem vorzeitigen Nutzungsende einen Anspruch auf Erstattung habe. Jurist Strube rät deshalb allen Betroffenen mit Rechtsschutzversicherung, die Rückzahlung einzuklagen. Wegen des Prozessrisikos vor Gericht rät er von einer Klage auf eigene Kosten jedoch ab.

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