Kreditkarten im Vergleich

Das Char­geback-Verfahren nutzen: So reklamieren Sie wirkungs­voll

Kreditkarten im Vergleich Testergebnisse für 33 Kreditkarten

Inhalt

Die Abbuchung von Ihrer Visa- oder Mastercard-Kreditkarte war ein Irrtum oder ein Betrug? Oder Sie haben die Ware oder Dienst­leistung nicht bekommen und das inner­halb von in der Regel 120 Tagen ab dem Tag der Zahlung reklamiert? So gehen Sie vor:

Kreditkarten im Vergleich - Mit dieser Kreditkarte liegen Sie richtig
© Stiftung Warentest / René Reichelt

Zunächst an den Händler wenden

Bei unklaren Buchungen wenden Sie sich zuerst an den Händler – am besten per Brief oder E-Mail. Setzen Sie eine Frist von zwei Wochen. So haben Sie für die Bank einen Nach­weis, dass Sie sich um eine Klärung bemüht haben.

Schritt 2: Die Bank einschalten

Können Sie sich mit dem Händler nicht einigen, wenden Sie sich an die karten­ausgebende Bank. Von ihr oder der Internetseite der Bank bekommen Sie das Reklamations­formular. Im Formular kreuzen Sie an, was falsch gelaufen ist und legen die geforderten Nach­weise bei.

Sind die Bedingungen für eine Rück­erstattung erfüllt, bekommen Sie den Betrag auf Ihr Karten­konto gutgeschrieben. Bevor Sie über das Geld verfügen können, müssen Sie abwarten, ob der Händler wider­spricht. Wenn er dem Karten­heraus­geber beweist, dass die Buchung richtig war, ist Ihr Geld wieder weg. Bis alles endgültig geklärt ist, kann es einige Zeit dauern.

Achtung. Bei American Express, dem dritt­größten Kreditkarten-System in Deutsch­land, gibt es kein Char­geback-Verfahren. Kunden können aber Fehl­buchungen ihrer Kreditkarte bei American Express reklamieren und werden bei der Klärung vom Unternehmen unterstützt.

Char­geback auch bei Insolvenz

Nicht erbrachte Leistungen aufgrund der Insolvenz von Reiseanbietern oder Fluggesell­schaften (Thomas Cook, Air Berlin) fallen unter den Reklamations­grund „Ware/Dienst­leistung nicht erhalten“, wenn Sie alles in Eigen­regie gebucht haben.

Für Pauschalr­eisen gilt: Sie müssen sich im ersten Schritt an die Insolvenz­versicherung des Pauschalreise­ver­anstalters wenden, um Ihren Anspruch aus dem Sicherungs­schein geltend zu machen. Wird der Schaden von der Insolvenz­versicherung nicht oder nur teil­weise getragen, muss die karten­ausgebende Bank auf Antrag des Kunden ein Char­geback-Verfahren einleiten.

Banken können das Char­geback-Verfahren nicht mit Hinweis auf Corona aussetzen. Das haben uns Visa und Mastercard bestätigt. Führt Ihre Bank das Verfahren nicht durch, wenden Sie sich an die für die Bank zuständige Schlichtungs­stelle.

Kreditkarten im Vergleich Testergebnisse für 33 Kreditkarten

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171 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.04.2022 um 15:49 Uhr
Debitkarten / Akzeptanz

@PotsdamLaird: Zur Frage der Erfahrungen mit der Akzeptanz der Debitkarten von Visa oder Mastercard (und anderen) haben wir einen Leseraufruf gestartet, dessen Auswertung wir veröffentlichen in einer der zukünftigen Ausgaben von Finanztest werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.04.2022 um 15:46 Uhr
Debitkarten / Girocard

@BerlinLaird: In unserem Test zu den Girokonten haben wir neben den normalen Kosten für das Konto auch die Kosten für die Kredit- und oder Debitkarten dargestellt. Wer eine Gesamtschau dazu sucht, findet diese hier:
www.test.de/girokonten

PotsdamLaird am 02.04.2022 um 13:32 Uhr
Test am Thema vorbei - Teil 2

Ein Test, der diesen Unterschied negiert, geht an für den Verbraucher wichtigen Themen vorbei: Wie werden Debitkarten wirklich akzeptiert - auch international? Wie müssen sich Verbraucher umstellen, die Kreditkarten vielleicht auch benutzt haben, um am Ende des Monats dem Dispo zu entgehen? Unter welchen Umständen lohnt es sich, neben der kostenlosen Debitkarte auch weiterhin eine Kreditkarte vorzuhalten, die Kosten verursacht? Was ist mit traditionell an Kreditkarten gekoppelten Zusatzleistungen wie Versicherungen? Das scheinen mir doch die Fragen zu sein, vor die Verbraucher durch die aktuellen Kartenumstellungen der Banken gestellt werden.
Dass die Banken und Kreditkartenunternehmen so tun wollen, als bliebe alles beim Alten, kann ich verstehen. Ich schätze, ohne Kreditvergabe verringert sich deren Risiko.
Schade nur, dass Test.de und Finanztest dem unkommentiert folgen. Gerade diese sollten mit ihrer Expertise Bankkunden Orientierung geben, wenn solche Änderungen erfolgen.

PotsdamLaird am 02.04.2022 um 13:23 Uhr
Test am Thema vorbei - Teil 1

Dass weder Test.de noch Finanztest es schaffen, Debitkarten sauber von Kreditkarten zu unterscheiden, ist sehr bedauerlich. Zwar schreiben beide klar, dass Debitkarten gerade keinen Kredit geben sondern das Konto gleich belastet wird, aber dennoch werden Debitkarten immer wieder mit Kreditkarten gleichgestellt. Das Kreditkartenproblem der Teilzahlung stellt sich bei Debitkarten nicht. Die Tatsache, dass Debitkarten jetzt auch von den traditionellen Kreditkartenfirmen ausgegeben werden, macht Debitkarten aber nicht zu Kreditkarten. Die sofortige Kontobelastung ähnelt viel mehr der traditionellen EC- oder Girokarte. Warum sind diese dann nicht vom Test erfasst? Vielleicht müsste man den Test dann wirklich auf alle am Markt befindlichen Bankkarten erweitern.

Envoye am 28.03.2022 um 16:18 Uhr
ADAC-Kreditkarte

Ich habe noch nicht den ganzen Testbericht gelesen, von daher nur ein kleiner Erfahrungsbericht.
Als Soloselbstständiger mit unregelmäßigem Einkommen ist es sehr schwer ein kostenloses Girokonto oder eine Kreditkarte zu bekommen. Vor ein paar Jahren gab es noch ein paar Angebote (ING-DiBa, 1822 u.a.), die jedoch eingestellt wurden. Bei der 1822 war ich nicht einmal für eine Kreditkarte gut genug, worauf ich dort dann, nachdem das kostenlose Konto umgestellt wurde, dort gekündigt habe. Die DKB wollte mir ebenfalls keine Kreditkarte gewähren. Als Zweitkonto, um Geschäftliches abzuwickeln, also vollkommen unbrauchbar.
Dadurch bin ich bei der ADAC-Karte gelandet und habe damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Relativ hohes Limit, monatliche Abrechnung über mein Girokonto bei der Hausbank, günstig (weil ich die Zusatzoptionen nicht brauche). Auch in der praktischen Handhabung (kontaktloses Zahlen, Mautstationen und Tanken in Frankreich etc.) gab es keine Probleme an den Terminals.