Kreditkarten im Vergleich

Kreditkarten und Onlineshopping

Kreditkarten im Vergleich - Mit dieser Kreditkarte liegen Sie richtig
Onlineshopping. Mehr­stufige Sicher­heit­schecks sorgen für Sicherheit. © Getty Images / Kerkez

Seit 15. März 2021 gelten für Onlineshopping mit Kreditkarte Regeln, die Betrug besser verhindern sollen. Hier sind die Details zu den Regeln und Sicher­heits­vorkehrungen.

Kreditkarten im Vergleich Testergebnisse für 33 Kreditkarten

Inhalt

In unserer Übersicht Kreditkarten finden Sie heraus, welche Bank welches Tan-Verfahren einsetzt und welche Kosten für das Online-Shopping anfallen. Für Schnell­leser haben wir das neue Verfahren beim Onlineshopping in einer Grafik aufbereitet.

Online-Einkauf mit Kreditkarte – alle Details

Lange Zeit brauchte man nicht einmal die Kreditkarte selbst, um online einzukaufen oder eine Reise zu buchen. Es reichte, Karten­nummer, Prüf­nummer und das Ablaufdatum parat zu haben, um an der virtuellen Kasse zu zahlen. Doch Kreditkarten­daten können zum Beispiel durch einen Hacker­angriff oder Sicher­heits­lücken beim Onlinehändler in die Hände von Kriminellen geraten. Diese können dann mit den geklauten Kunden­daten auf Shopping­tour gehen.

Betrug und Miss­brauch wird reduziert

Für den Online-Geld­verkehr gelten mitt­lerweile Regeln, die auch Kreditkarten betreffen. Betrugs­risiken und Miss­brauch sollen so reduziert werden. Die Karten­daten alleine reichen nicht mehr fürs Onlineshopping. Wie beim Online­banking sind zusätzliche Sicher­heit­schecks mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung vorgesehen.

So funk­tionieren die 3D-Secure-Verfahren

Beim Einkauf mit der Kreditkarte kommen sogenannte 3D-Secure-Verfahren zum Zuge, die an die neue EU-Richt­linie angepasst wurden. Bei Visa nennt sich das Verfahren Visa Secure“, bei Mastercard „Mastercard Identity Check“, bei American Express „Safekey“. In der Regel müssen Kunden Zahlungen mit einer einmal gültigen Trans­aktions­nummer (Tan) frei­geben. Banken bieten verschiedene Verfahren an, die meist übers Mobiltelefon laufen.

Tan-Verfahren – so behalten Sie den Über­blick

Die gängigen 3D-Secure-Verfahren sind zum Teil auch unter anderen Namen bekannt. SMS-Tan wird auch MobileTan oder mTan genannt, AppTan wird auch als VR-Secu­reGo, EasyTan, Tan2Go, PushTan und SpardaSecureApp angeboten. Mehr über die EU-Richt­linie PSD2, die unterschiedlichen Tan-Verfahren und ihre Sicherheit erfahren Sie kostenlos in unserem großen Test Girokonten und Onlinebanking.

Einmalige Registrierung nötig

Kundinnen und Kunden müssen sich in der Regel für die 3D-Secure-Verfahren auf den Websites der Banken registrieren, dort Namen, Adresse und Kreditkarten­nummer angeben und einen Identifikationscode anfordern. Das geht auf verschiedenen Wegen.

Per Über­weisung. Inner­halb von wenigen Tagen erhalten die Kunden eine Gutschrift über einen Cent-Betrag. In der Informations­zeile verbirgt sich der Code.

Per Umsatz­anzeige. Der Code erscheint auf der Umsatz­anzeige der Kreditkarten­rechnung – oft schon Minuten später.

Per Post. Der Identifikationscode wird dem Kunden in einem Brief zuge­schickt.

Ist der Code da und wird ein Tan-Verfahren für das Smartphone gewählt, müssen Kundin oder Kunde die passende App der Bank laden. Um die Anmeldung abzu­schließen, besuchen sie erneut die Registrierungs-Website, geben den Code ein und wählen – sofern es mehrere Varianten gibt – ein Verfahren aus. Ist der Registrierung­scode richtig, wird es frei­geschaltet.

Unser Rat: Steigen Sie auf sicheres Verfahren um

Umstellung.
Selbst wenn es noch Händler gibt, die 3D-Secure noch nicht anwenden, sollten Sie schnell auf ein 3D-Secure-Verfahren wie „Mastercard Identity Check“ und „Visa secure“ umstellen.
Tan-Verfahren.
Die Banken bieten Ihnen unterschiedliche Tan-Verfahren an, Details dazu erfahren Sie im Vergleich Kreditkarten.
Sicherheit.
Als Kreditkartennutzer müssen Sie sich auch selbst vor Betrug schützen. Shoppen Sie nur auf Seiten, auf denen vor der Adresse https steht. Sichern Sie Handy und Apps mit Pin, Pass­wort oder Finger­abdruck.
Abbruch.
Wenn Ihnen ein Onlineshop keine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbietet, ist es sicherer, den Kauf abzu­brechen.

So läuft Onlineshopping mit Kreditkarte

Tech­nisch passiert nach der Kauf­entscheidung Folgendes:

  • Der Onlineshop leitet Kunden auf eine Internetseite mit 3D-Secure-Verfahren weiter, die mit der Bank des Kunden in Verbindung steht.
  • Bei dem Kunden öffnet sich im Browser ein Eingabefenster, das informiert, auf welchem Weg die Zahlung freigegeben werden muss.
  • Läuft die Identifikation korrekt – der Kunde gibt etwa die richtige Tan und falls gefordert auch noch ein Pass­wort ein –, bestätigt die Bank, dass er der recht­mäßige Karten­inhaber ist.
  • Damit ist der Kauf abge­schlossen. Die Bank­daten werden nur zwischen der Bank und der 3D-Secure-Website getauscht, der Händler hat währenddessen keinen Zugriff auf die Daten.

Ausnahmen von der Regel

Es kann noch vorkommen, dass nicht alle Trans­aktionen mit der zusätzlichen Absicherung versehen sind. So können Kunden bei ihrer Bank beantragen, bestimmte Händler davon auszunehmen. Stimmt die Bank zu, setzt sie den Händler auf eine sogenannte Whitelist. Beträge unter 30 Euro müssen auch nicht doppelt abge­sichert werden, sofern bis dahin nicht mehr als 5 Trans­aktionen zusammenkamen oder die Summe unter 150 Euro liegt.

Wenn die Kreditkarte verloren geht

Kommt die Karte abhanden, müssen die Kunden diese nach wie vor umge­hend sperren lassen. Neu ist, dass sie die Bank auch benach­richtigen sollten, wenn das Legimitations­medium abhanden kommt. Das ist in den meisten Fällen das Smartphone. Aber auch einfache Handys, PhotoTan-, ChipTan- und BestSign-Geräte fallen in diese Kategorie. Einige Banken verlangen bei Diebstahl und Verlust von Karte oder Legimitations­medium eine Anzeige bei der Polizei.

Sinn­voll ist es, bei der Verlustmeldung gleich nach­zufragen, ob solch eine Anzeige nötig ist. Kunden sind auch verpflichtet, beim SMS-Tan-Verfahren ihr Handy mit einer Pin-Nummer oder einem Pass­wort zu schützen. Beim AppTan-Verfahren muss der Kunde dafür sorgen, dass die App nur mit Pass­wort, Pin oder Finger­abdruck freigegeben werden kann.

Haftung bei grober Fahr­lässig­keit

Die neuen Tan-Verfahren versprechen mehr Sicherheit, Betrug ist dennoch nicht ausgeschlossen. Grund­sätzlich haftet ein Kunde im Miss­brauchs­fall nur, wenn er vorsätzlich oder grob fahr­lässig handelt. Ein Beispiel für grobe Fahr­lässig­keit wäre, dass er Kreditkarte und Handy offen auf dem Büro­schreibtisch liegen lässt.

Bei leichter Fahr­lässig­keit – etwa, wenn der Kunde seinen Computer mit aktueller Software geschützt hat, aber Hacker trotzdem Daten abgreifen konnten – haftet er bei den meisten Banken nicht. Einige Banken schreiben eine Teilhaftung vor: Kunden zahlen maximal 50 Euro für Schäden bis zur Karten­sperrung. Für Schäden, die nach der Sperrung verursacht wurden, haften Kunden nicht.

Manchmal hilft nur ein Kauf­abbruch

Sollte bei einem Online­einkauf die Kreditkartenzahlung nicht per 3D-Secure-Verfahren abge­sichert sein und es deshalb zu einem Miss­brauch kommen, haftet nicht der Kunde, sondern der Händler.

Trotzdem sollte es auch für Kunden ein Warnzeichen sein, wenn sie beim Onlineshopping mit der Kreditkarte nicht auf eine 3D-Secure-Seite weitergeleitet werden. Das kann auch beim Onlineshopping in anderen Ländern passieren, denn die Neuregelung betrifft nur den EU-Raum. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte in solch einem Fall den Kauf abbrechen und lieber die gewünschte Ware in einem Geschäft kaufen oder sich einen anderen, sicheren Onlineshop suchen.

Grafik: So läuft Onlineshopping mit Karte

Hier sehen Sie, wie das Onlineshopping abläuft.

Kreditkarten im Vergleich - Mit dieser Kreditkarte liegen Sie richtig
© Stiftung Warentest / René Reichelt

Kreditkarten im Vergleich Testergebnisse für 33 Kreditkarten

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171 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.04.2022 um 15:49 Uhr
Debitkarten / Akzeptanz

@PotsdamLaird: Zur Frage der Erfahrungen mit der Akzeptanz der Debitkarten von Visa oder Mastercard (und anderen) haben wir einen Leseraufruf gestartet, dessen Auswertung wir veröffentlichen in einer der zukünftigen Ausgaben von Finanztest werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.04.2022 um 15:46 Uhr
Debitkarten / Girocard

@BerlinLaird: In unserem Test zu den Girokonten haben wir neben den normalen Kosten für das Konto auch die Kosten für die Kredit- und oder Debitkarten dargestellt. Wer eine Gesamtschau dazu sucht, findet diese hier:
www.test.de/girokonten

PotsdamLaird am 02.04.2022 um 13:32 Uhr
Test am Thema vorbei - Teil 2

Ein Test, der diesen Unterschied negiert, geht an für den Verbraucher wichtigen Themen vorbei: Wie werden Debitkarten wirklich akzeptiert - auch international? Wie müssen sich Verbraucher umstellen, die Kreditkarten vielleicht auch benutzt haben, um am Ende des Monats dem Dispo zu entgehen? Unter welchen Umständen lohnt es sich, neben der kostenlosen Debitkarte auch weiterhin eine Kreditkarte vorzuhalten, die Kosten verursacht? Was ist mit traditionell an Kreditkarten gekoppelten Zusatzleistungen wie Versicherungen? Das scheinen mir doch die Fragen zu sein, vor die Verbraucher durch die aktuellen Kartenumstellungen der Banken gestellt werden.
Dass die Banken und Kreditkartenunternehmen so tun wollen, als bliebe alles beim Alten, kann ich verstehen. Ich schätze, ohne Kreditvergabe verringert sich deren Risiko.
Schade nur, dass Test.de und Finanztest dem unkommentiert folgen. Gerade diese sollten mit ihrer Expertise Bankkunden Orientierung geben, wenn solche Änderungen erfolgen.

PotsdamLaird am 02.04.2022 um 13:23 Uhr
Test am Thema vorbei - Teil 1

Dass weder Test.de noch Finanztest es schaffen, Debitkarten sauber von Kreditkarten zu unterscheiden, ist sehr bedauerlich. Zwar schreiben beide klar, dass Debitkarten gerade keinen Kredit geben sondern das Konto gleich belastet wird, aber dennoch werden Debitkarten immer wieder mit Kreditkarten gleichgestellt. Das Kreditkartenproblem der Teilzahlung stellt sich bei Debitkarten nicht. Die Tatsache, dass Debitkarten jetzt auch von den traditionellen Kreditkartenfirmen ausgegeben werden, macht Debitkarten aber nicht zu Kreditkarten. Die sofortige Kontobelastung ähnelt viel mehr der traditionellen EC- oder Girokarte. Warum sind diese dann nicht vom Test erfasst? Vielleicht müsste man den Test dann wirklich auf alle am Markt befindlichen Bankkarten erweitern.

Envoye am 28.03.2022 um 16:18 Uhr
ADAC-Kreditkarte

Ich habe noch nicht den ganzen Testbericht gelesen, von daher nur ein kleiner Erfahrungsbericht.
Als Soloselbstständiger mit unregelmäßigem Einkommen ist es sehr schwer ein kostenloses Girokonto oder eine Kreditkarte zu bekommen. Vor ein paar Jahren gab es noch ein paar Angebote (ING-DiBa, 1822 u.a.), die jedoch eingestellt wurden. Bei der 1822 war ich nicht einmal für eine Kreditkarte gut genug, worauf ich dort dann, nachdem das kostenlose Konto umgestellt wurde, dort gekündigt habe. Die DKB wollte mir ebenfalls keine Kreditkarte gewähren. Als Zweitkonto, um Geschäftliches abzuwickeln, also vollkommen unbrauchbar.
Dadurch bin ich bei der ADAC-Karte gelandet und habe damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Relativ hohes Limit, monatliche Abrechnung über mein Girokonto bei der Hausbank, günstig (weil ich die Zusatzoptionen nicht brauche). Auch in der praktischen Handhabung (kontaktloses Zahlen, Mautstationen und Tanken in Frankreich etc.) gab es keine Probleme an den Terminals.