Kreditkarten im Test Test

Viele Anbieter suggerieren, dass ihre Kreditkarten rundum kostenlos sind. Das sind sie aber oft nicht. Finanztest hat 23 weit verbreitete Kreditkarten unter die Lupe genommen. Fünf sind empfehlens­wert für Nutzer, die für eine Kreditkarte nicht eigens ein Giro­konto eröffnen wollen. Sieben gute Kreditkarten gibt es im Paket mit einem kostenlosen Giro­konto. Wir erklären, wie Sie bis zu 180 Euro im Jahr sparen – und warum Sie von „Revolving Credits“ die Finger lassen sollten.

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TestKreditkarten im Test16.10.2017
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Vorsicht, Teilzahlungs­falle!

Viele Anbieter haben mitt­lerweile die Teilzahlung – auch Revolving Credit genannt – im Karten­antrag voreinge­stellt. Das bedeutet, dass der Nutzer nur kleine Beträge zurück­zahlt und auf die übrige Summe hohe Zinsen zahlt – im Test waren das bis zu 23 Prozent pro Jahr. Wer seine Karte laufend nutzt, häuft so auf Dauer einen beträcht­lichen Schulden­berg an. Zwei Karten aus unserem Test sind nur auf den ersten Blick in der Anschaffung und beim Einsatz komplett kostenlos: In beiden Fällen kann der Kunde die Teilzahlung aber nicht ausschließen. Darum sind die Karten für die meisten Kunden nicht empfehlens­wert. Bei vier Kreditkarten ist die Teilzahlung voreinge­stellt, kann aber abge­wählt werden.

Zwei Modell­kunden

Wir haben 23 weit verbreitete Kreditkarten geprüft – und zwar Stan­dard­karten, keine Premium-Produkte. Um sie bewerten zu können, sind wir von zwei Modell­kunden ausgegangen:

  • dem Stan­dard­nutzer, der seine Kreditkarte haupt­sächlich für Einkäufe im Internet nutzt, und mit der Kreditkarte in einem Jahr bei Onlinehänd­lern 2 500 Euro und in Geschäften 500 Euro ausgibt, sowie
  • dem Reisenden, der im Ausland mit der Karte bezahlt und Geld abhebt. Er verreist zweimal im Jahr für jeweils zwei Wochen in ein Euro­land und ein Nicht-Euro­land. Im Euro­land hebt er viermal 250 Euro an einem Geld­automaten ab und kauft für 700 Euro in Läden ein. Im Nicht-Euro­land hebt er viermal 300 Euro am Geld­automaten ab und kauft in Läden für 800 Euro ein. Im Internet macht er Umsätze von 2 000 Euro.

Wir wollten wissen: Welche Karte ist für wen güns­tiger? Worauf müssen Nutzer achten? Welche Fallen gibt es?

Das bietet unser Kreditkarten-Test

Test­ergeb­nisse für 23 Kreditkarten. Unsere Tabelle zeigt Jahres­preise für unsere beiden Modell­kunden: den Stan­dard­nutzer, der die Karte für Internetkäufe nutzt, und den Reisenden, der sie im Ausland einsetzt. Wir haben zudem erhoben, welche Kosten bei Abhebungen am Geld­automaten im In- und Ausland anfallen, und ob der Anbieter Fremd­gebühren der Auto­maten­betreiber erstattet. Außerdem sagen wir, welcher effektive Jahres­zins für Teilzah­lungen fällig wird, ob kontaktloses Bezahlen möglich ist und wie hoch das Tages­limit für Bargeld­abhebungen ist.

Tipps. Wir erklären, welche Kreditkarten­typen es gibt, für wen sich welche Karte lohnt – und warum Karten mit Teilzahlungs­ver­einbarung nicht empfehlens­wert sind.

Glossar. Von „Akzeptanz­stellen“ über „Ersatz­karte im Ausland“ bis „Sicherheit“ erfahren Sie, was Sie zu den wichtigsten Stichwörtern im Zusammen­hang mit Kreditkarten wissen müssen.

Gut für Reisende

Für die meisten Reisenden ist es wichtig, dass der Einsatz ihrer Kreditkarte im Ausland wenig Kosten verursacht. Bei vielen Karten kommt außer­halb der Euro-Länder zu den Abhebungs­gebühren ein Aufschlag von meist 1,75 Prozent dazu, die Auslands­einsatz­gebühr. Sie wird auch beim Bezahlen verlangt. Beim Modell­kunden summiert sich allein dieser Posten bei einigen Anbietern immerhin auf rund 35 Euro pro Jahr. Zwei Kreditkarten sind nahezu ohne Einschränkung empfehlens­wert. Bei anderen Kreditkarten muss der Kunde darauf achten, dass er die Teilzahlung, die im Karten­antrag stan­dard­mäßig vereinbart wird, recht­zeitig rück­gängig macht

4 000 Euro Jahres­umsatz – ohne Abhebungen

Die teuerste Kreditkarte im Test kostet unseren Reisenden 183 Euro Jahres­kosten. Allein 55 Euro entfallen auf die Jahres­gebühr, es sei denn, der Nutzer macht 4 000 Euro Jahres­umsatz. Das klingt vielleicht nicht nach viel, doch es zählen nur die Umsätze im Handel und keine Bargeld­abhebungen.

Karten von regionalen Banken oft teuer

Finanztest rät davon ab, ungeprüft die Kreditkarte der Haus­bank zu nehmen. Als wir uns Angebote von zahlreichen Sparkassen und Volks­banken angeschaut haben, zeigte sich: Sie sind oft teuer und kosten zwischen 20 und 30 Euro im Jahr, die Gebühr wird nur manchmal – bei vorgegebenen Umsätzen – teil­weise oder ganz erlassen. Beim Abheben am Auto­maten werden im Ausland meist 2 bis 3 Prozent der Summe, mindestens aber ein Pauschal­betrag von oft 5 Euro fällig. Karten von Sparkassen und Volks­banken haben wir nicht in unsere Unter­suchung aufgenommen, weil es sie nicht bundes­weit gibt.

Leser­aufruf Kreditkarten­abrechnung

Und hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Wir möchten die monatlichen Abrechnungen von Kreditkarten darauf­hin über­prüfen, ob die Umsatz­daten verständlich und voll­ständig dargestellt werden. Insbesondere interes­sieren uns Fremdwährungs­umsätze. Wenn Sie 2017 im Ausland waren und mit Ihrer Kreditkarte Umsätze in Fremdwährung getätigt haben (beim Bezahlen oder Geld abheben), würden wir uns über Ihre Mithilfe freuen. So können Sie uns unterstützen: Senden Sie Kopien der entsprechenden Kreditkarten­abrechnungen an kreditkartenabrechnung@stiftung-warentest.de oder per Post an:

Stiftung Warentest
Stich­wort: Kreditkarten­abrechnung
Post­fach 30 41 41
10724 Berlin.

Selbst­verständlich behandeln wir alle Ihre Daten vertraulich.

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