Für Geschäfte im Internet und auf vielen Reisen ist eine Kredikarte fast unverzichtbar. Doch nicht für jeden ist dieselbe die richtige.

Sie haben den Markt fest in der Hand. Von den mehr als 24 Millionen Kreditkarten in Deutschland tragen rund 23 Millionen die Logos von Mastercard und Visa und werden auch am häufigsten akzeptiert.

Doch Visa ist nicht gleich Visa und Mastercard nicht gleich Mastercard. Wie viel ein Kunde für die Karte bezahlt und welche Leistungen er bekommt, bestimmt der Kartenherausgeber. Das ist immer eine Bank, gelegentlich in Kooperation mit einem anderen Unternehmen. Wir helfen bei der Auswahl und beantworten die häufigsten Fragen.

Muss es immer die Kreditkarte der Hausbank sein?

Kreditkarten Test

Amazon.de Visa: Eine Karte mit Bonusprogramm für Onlineeinkäufe. Punkte sammeln kann der Kunde überall, einlösen nur bei Amazon.

Nein. Die Karte der Hausbank ist für Sie nur erste Wahl, wenn diese kostenlos ist und wenn Sie keine Extraleistungen brauchen. Sie können auch Angebote anderer Banken oder Kreditkartenanbieter prüfen und dabei gezielt nach bestimmten Leistungen schauen, die für Sie von Vorteil sind. Für Vielfahrer ist zum Beispiel die Rückerstattung von 2 Prozent der Tankstellenumsätze interessant. Diesen Vorteil bieten bestimmte Karten von Barclays und LBB.

Was ist wichtiger, der Kartenpreis oder die Leistungen der Kreditkarte?

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Prepaid Mastercard Swing: Wer damit bezahlen will, muss die Karte vorher mit Euro laden. Sie ist mit 19,90 Euro die billigste Guthabenkarte im Test.

Wenn Sie die Kreditkarte nur sporadisch im Urlaub einsetzen, ist der Jahrespreis ein wichtiges Auswahlkriterium. Kostenlos und nicht an ein Girokonto beim Herausgeber gebunden sind in unserer Stichprobe beispielsweise die Mastercards der KarstadtQuelle Bank und der Hypovereinsbank (FlexibleCard). Wenn Sie Ihre Karte häufig im Ausland einsetzen, sollten Sie auf Zusatzleistungen achten. Mit der Karte der DKB und der comdirect bank bekommen Sie zum Beispiel kostenlos Bargeld.

Welche Gebühren muss ich für eine Kreditkarte bezahlen?

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DKB Visa Card: Mit ihr gibt es weltweit kostenlos Bargeld am Geldautomaten. Voraussetzung: ein Girokonto bei der DKB. Umsätze werden monatlich per Lastschrift eingezogen (Charge Card).

Neben dem Jahrespreis verlangen die Anbieter oft eine Gebühr fürs Bargeldabheben am Automaten von meist 2 bis 4 Prozent. Der Mindestbetrag liegt häufig bei 5 Euro oder mehr. Für den Einsatz der Karte außerhalb der Euroländer verlangen die Anbieter 1 bis 2 Prozent. Diese Provision kommt zur Geldautomatengebühr meist dazu (siehe Test Reisekasse).

Wer zur Hauptkarte eine Zusatzkarte bestellt, muss bei den Karten im Test zwischen 0 und 44 Euro bezahlen. Manchmal kostet es extra, wenn Versicherungen mit der Karte verbunden sein sollen, zum Beispiel die verschiedenen Versicherungspakete der Barclays Bank.

Bekommt eigentlich jeder eine Kreditkarte, der sie haben will?

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Visa-Karte der comdirect bank: Mit ihr kann man im Ausland kostenlos Geld abheben. Wie bei ec-Karten werden die Umsätze direkt vom Girokonto abgebucht (Debit Card).

Nein. Fast alle Anbieter verlangen, dass Sie ein Konto bei einer deutschen Bank haben und dass Sie über 18 Jahre alt sind. Selbstständige müssen ihr Unternehmen länger als zwölf Monate führen. Außerdem prüfen die Kartenherausgeber Ihre Kreditwürdigkeit. Sie fragen bei der Schufa nach und wollen die Höhe Ihres Einkommens wissen.

Für Jugendliche und andere Kunden gibt es Karten auf Guthabenbasis, die Prepaid-Kreditkarten. Sie sind eigentlich keine richtigen Kreditkarten, denn der Kunde kann damit nur so viel ausgeben, wie er vorher aufgeladen hat.

Wie viel Geld kann ich am Automaten mit der Kreditkarte abheben?

Die Anbieter geben ein Tageslimit (zum Beispiel 500 Euro) und ein Wochenlimit (zum Beispiel 1 500 Euro) vor. Doch auch der Betreiber des Automaten legt einen Höchstbetrag fest. In unserem Praxistest (siehe Test Reisekasse) hätten unsere Testpersonen in Indonesien einmal nur 100 000 Rupien bekommen, das sind etwa 7 Euro.

Was verbirgt sich hinter der Werbung „flexible Rückzahlung“?

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Sunny Card der Santander Consumer Bank: Diese kostenlose Karte gibt es nur mit „Revolving Credit“. Lediglich 5 Prozent der Abrechnung werden automatisch eingezogen. Überweist der Kunde den Rest nicht rechtzeitig selbst, zahlt er dafür Kreditzinsen.

Dieses Angebot finden Sie im Kreditkartenantrag auch unter der Bezeichnung Teilzahlung oder „Revolving Credit“. Wenn Sie das ankreuzen, zahlen Sie nur einen Teil Ihrer Kreditkartenrechnung sofort. Meist legt die Bank einen Mindestbetrag fest. Für den Restbetrag werden teils happige Zinsen fällig. Bei der Barclaycard New Visa sind es 17,49 Prozent.

Auf der Abrechnung sind Umsätze, die nicht von mir stammen. Was tun?

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Barclaycard Green:Barclays nutzt den Klimawandel, um Kunden für eine grüne Karte zu werben. Sie können beim Bezahlen Gutes tun. 0,5 Prozent des Kartenumsatzes werden beispielsweise für Klimaschutzprojekte gespendet.

Reklamieren Sie falsche Buchungen unverzüglich bei Ihrer Bank. Meist haben Sie dafür laut Kartenbedingungen vier bis sechs Wochen Zeit. Die Bank muss die Buchung dann stornieren.

Wenn Ihre Karte gestohlen wurde, haften Sie ab der Sperrmeldung gar nicht mehr für einen Schaden, bis dahin meist mit maximal 50 Euro. Nur wenn Sie grob fahrlässig waren, müssen Sie voll für den Schaden einstehen. Bei Einkäufen im Internet muss der Händler im Streitfall beweisen, dass Sie wirklich eingekauft haben.

Muss ich bei einer Kündigung der Kreditkarte Fristen beachten?

Das kommt auf die Karte an. In unserer Stichprobe gibt es verschiedene Regelungen: von jederzeit ohne Kündigungsfrist (Santander Consumer Bank) bis zu einmal im Jahr mit dreimonatiger Kündigungsfrist (Postbank). Fordern Sie in jedem Fall die anteilige Jahresgebühr zurück.

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