Kreditkarte Meldung

Rüdiger und Heidrun Birkmann kritisierten American Express. Sie warteten Monate auf den Beleg für eine Abhebung mit ihrer Goldkarte.

Kreditkarte. Falsche Abbuchungen von ihrem Kartenkonto müssen Kunden sich nicht gefallen lassen. Ohne ihre Unterschrift geht nichts.

Rüdiger und Heidrun Birkmann konnten sich die Abbuchung von rund 1 000 Euro von ihrem Kreditkartenkonto nicht erklären. Sie baten ihre Kartenfirma, die American Express Services Europe Limited in Frankfurt (Amex), den Abbuchungsbeleg vorzulegen. Doch Amex reagierte nicht. Das war im Februar 2007

Die Birkmanns ließen daraufhin das Geld von ihrer Bank zurückrufen. Bis zur Klärung des Falls im August 2007 veranlasste das Ehepaar aus Berlin noch mehrere Rückbuchungen. Amex kündigte daraufhin die vier Gold Cards der Familie und beauftragte seine Inkassoabteilung, ausstehende Beträge einzutreiben.

Besonders übel nahmen die Birkmanns es Amex, dass die Kreditkartenfirma den Vorfall an die Schufa meldete. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Bürgern und erteilt Banken, Geschäften und Vermietern auf Nachfrage Auskünfte.

Ohne Erlaubnis abgebucht

Nötig gewesen wäre der Streit nicht. Hätte Amex den Beleg dafür vorgelegt, dass Tochter Anja mit ihrer Zusatzkarte in einem Amex-Büro in Berlin Bargeld abgehoben hatte, wäre der Fall sicher schnell geklärt worden.

Doch dazu hätte Amex Fehler einräumen müssen. Der Firma lag keine Abbuchungserlaubnis für Bargeldabhebungen der Tochter vor. Die Karte der Tochter war zum Bezahlen, nicht aber zum Geldabheben freigegeben. Deshalb kamen die Eltern zunächst auch gar nicht auf ihre Tochter.

Außerdem hat Amex nie eine Quittung für die Abbuchung vorgelegt.

Am Ende einigten sich Amex und die Birkmanns doch noch. Die Berliner überwiesen die 1 000 Euro, die noch offen waren. Dafür verzichtete Amex auf alle angefallenen Gebühren für das Hin- und Herbuchen und veranlasste die Löschung des Eintrags bei der Schufa.

Probleme gibt es vor allem auf Reisen

Jahr für Jahr ärgern sich Tausende Kunden über missverständliche oder falsche Abrechnungen ihrer Kreditkartenzahlungen. Ärger gibt es vor allem nach Reisen ins Ausland. Dort setzen Kunden ihre Kreditkarte besonders häufig ein.

Hauptursache für falsche Abbuchungen sind nach wie vor Kartenfälschungen. Schon deshalb ist es gut, wenn Kunden wie die Birkmanns misstrauisch sind. Die Kreditkartenfirmen führen fast jeden zweiten Schaden auf Fälschungen zurück.

Gefälscht wird beispielsweise in Restaurants und Geschäften. Da verschwindet der Kellner oder Geschäftsinhaber schon mal mit der Karte im Hinterzimmer und kopiert sie mit einem Lesegerät. Mit dem Duplikat wird dann fleißig bezahlt. Bis zur nächsten Kreditkartenabrechnung merkt keiner etwas.

Um Ärger zu vermeiden, sollten Kunden darauf bestehen, dass Kellner oder Verkäufer die Kreditkarte am Tisch oder auf der Ladentheke durch das Lesegerät ziehen.

Daten im Internet ausspioniert

Auch im Internet wird viel Schindluder getrieben. Dort sind Hacker am Werk, die schon mal die Website von Anbietern knacken, Kundendaten ausspionieren und mit ihrer Hilfe bezahlen.

Kunden sollten deshalb ihre Kartendaten nur verschlüsselt ins Internet eingeben. Verschlüsselt sind alle Verbindungen, die mit der Buchstabenfolge „https“ in der Adresse beginnen.

Geld unverzüglich zurückfordern

Die gute Nachricht für Kunden: Das ganze Geld, das Betrüger vom Kreditkartenkonto abbuchen lassen, muss das Kartenunternehmen zurückbuchen. Denn der Kunde hat keinen Beleg dafür unterschrieben.

Um sein Geld zurückzubekommen, muss der Kunde sein kontoführendes Institut „unverzüglich“ über die Falschabbuchung unterrichten. Die Bank muss die Buchung dann stornieren.

Unverzüglich heißt in der Juristensprache „ohne schuldhaftes Zögern“, also so schnell wie möglich. Keine Schuld trifft einen Menschen, der wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht in der Lage war, schneller zu handeln. Die meisten Kreditinstitute räumen Kunden eine vier- bis sechswöchige Einspruchsfrist ein.

Abbuchungen ohne Unterschrift

Hotels verlangen oft, dass der Kunde als Sicherheit seine Kreditkartennummer angibt. Später buchen sie dann für Extraleistungen wie Getränke- oder Telefonrechnungen Geld vom Kartenkonto ab – ohne Unterschrift, aber dennoch meist mit Einverständnis des Kunden.

Problematisch sind solche Abbuchungen, wenn die Vertragspartner sich über die Summe uneinig sind. Dann muss die Bank Beträge, für die es keinen Beleg gibt, auf Wunsch des Kunden zurückbuchen.

Um sich diese Mühe zu ersparen, sollten Kunden beim Auschecken aus dem Hotel den Kreditkartenbeleg über die gesamte Hotelrechnung verlangen und diesen unterschreiben.

Vorsicht bei Mietwagenfirmen

Abrechnungen von Mietwagenfirmen sind besonders tückisch. Häufig unterschreiben Kunden einen Mietvertrag mit Selbstbehalt oder einen Blankobeleg. Dann kann die Firma, wenn sie ihre Schlussabrechnung macht, den Betrag selbst einsetzen.

Solche Verträge sind wirksam. Die Bank oder Kartenfirma wird den von der Autovermietung verlangten Betrag vom Konto abbuchen, egal, wie überhöht er ist.

Selbst wenn der Kunde bestreitet, für die vom Autovermieter in Rechnung gestellte Beule verantwortlich zu sein, wird die Bank kein Geld für ihn zurückholen. Den Streit über den Blechschaden muss er mit dem Autovermieter selbst ausfechten.

So können sich Kunden schützen

Rechtsstreitigkeiten sind vor allem im Ausland aufwendig und teuer. Im Inland sind Auseinandersetzungen mit Vertragspartnern, Kartenfirma oder Bank einfacher zu regeln, aber eben doch ärgerlich.

Wenige Maßnahmen helfen, den Ärger von vornherein zu vermeiden. Da gerade Autovermietungen bei der Ausgabe des Autos oft Blankobelege fordern, sollten Kunden alles tun, um den Rechnungsbetrag bei der Rückgabe des Mietfahrzeugs zu klären.

Sie sollten das Auto vor Rückgabe volltanken, um überhöhte Nachtankkosten zu vermeiden. Außerdem sollten sie sich den einwandfreien Zustand des Autos von der Mietwagenfirma protokollieren lassen.

In die Abrechnung kann dann sofort der genaue Betrag eingetragen und vom Kunden unterschrieben werden. Gab es einen Blankobeleg, ist dieser nun hinfällig.

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