Kredite fürs Modernisieren Test

Dieses 100 Jahre alte Haus in Cott­bus wird komplett saniert und ausgebaut. Eine gute Dämmung gehört dazu.

Solche Schulden lohnen sich: Förderkredite der KfW-Bank kombinieren Minizinsen mit hohen Zuschüssen.

Noch nie war es so günstig, ein Haus energieeffizient zu sanieren oder alters­gerecht umzu­bauen. Eigentümer, die ihre alte Heizung austauschen, Dach und Wände dämmen oder neue Fenster einbauen, erhalten seit dem 1. August mehr Geld und bessere Konditionen für Förderkredite der staatlichen KfW-Bank. Sie können wählen, ob sie einzelne Arbeiten ausführen oder ein ganzes Paket schnüren.

Für die Komplett­sanierung bekommen Haus­eigentümer jetzt einen Förderkredit bis zu 100 000 Euro (vorher 75 000 Euro) zu einem Zins­satz von nur 0,75 Prozent. Außerdem profitieren sie von höheren Tilgungs­zuschüssen. Benötigt das Gebäude nach der Sanierung nicht mehr Energie als ein Neubau, erlässt die Staats­bank jetzt zum Beispiel 15 statt 10 Prozent der Kreditsumme.

Tilgungs­zuschüsse gibt es erst­mals auch für einzelne Sanierungs­arbeiten.

Enorme Zuschüsse zum Kredit

Kredite fürs Modernisieren Test

2014 hat die KfW am häufigsten den Austausch von Heizungen gefördert.

Unsere Berechnungen zeigen: Kunden, die einen Kredit aufnehmen, verdienen daran sogar! Im KfW-Sanierungs­programm sind die Tilgungs­zuschüsse stets höher als die Zinsen, die der Kreditnehmer während der zehnjäh­rigen Zins­bindung zahlt.

In der Tabelle Zinssätze und Zuschüsse der KfW-Bank für Modernisierer steht deshalb vor dem Effektivzins, der alles zusammen­rechnet, ein Minus: Der Kunde gewinnt je nach Kredit­variante 0,05 bis über 6 Prozent Zinsen im Jahr. Schöpft der Haus­eigentümer den Höchst­kredit für eine Sanierung zum KfW-Effizienzhaus aus, hat er nach zehn Jahren 6 800 bis 25 000 Euro mit dem Kredit verdient.

Minuszinsen gelten allerdings nur für eine Zins­bindung von zehn Jahren. Bleibt danach eine Rest­schuld, bietet die KfW zwar auch die Anschluss­finanzierung an – aber nur zu einem dann markt­üblichen Zins­satz. Wer 20 oder sogar 30 Jahre für die Rück­zahlung braucht, muss damit rechnen, dass der Kredit nach zehn Jahren viel teurer wird.

Kombination mit Bauspar­vertrag

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Neue Fenster stehen auf der Wunsch­liste von Haus­eigentümern weit oben.

Eine zins­sichere Lösung bieten die Bausparkassen mit ihren Kombikrediten. In dieser Variante schließt der Eigentümer das KfW-Darlehen zusammen mit einem Bauspar­vertrag ab. Wir haben den Gesamt­effektivzins für diese Kombination berechnet und fest­gestellt, dass die Lösung günstig ist.

Verglichen haben wir die Bausparkassen­angebote für eine Sanierung zum KfW-Effizienz­haus 100 (Tabelle: Zinssicher finanzieren mit KfW-Kredit und Bausparvertrag). Bei den güns­tigsten Kombikrediten zahlt der Kunde über die gesamte Lauf­zeit von 18 bis 21 Jahren hinweg so gut wie keine Zinsen. Ein üblicher KfW-Kredit mit laufender Tilgung wäre teurer, falls der Anschluss­zins­satz nach zehn Jahren auf mehr als 3 Prozent steigt.

Und so funk­tioniert der Kombikredit: Auf den Kredit zahlt der Kunde nur die Zinsen. Statt zu tilgen, spart er den Bauspar­vertrag an. Nach zehn Jahren zahlt er die Kreditsumme mit der zugeteilten Bausparsumme – seinem Guthaben und einem Bauspardarlehen – zurück. Dadurch geht der KfW-Kredit am Ende der Zins­bindung nahtlos in das fest­verzins­liche Bauspardarlehen über. Dessen Zins­satz von meist 1,25 bis 3,00 Prozent ist heute schon garan­tiert.

Auf die Sparbeiträge zahlen Bausparkassen nur Minizinsen, meist nicht mehr als 0,25 bis 0,50 Prozent im Jahr. Davon gehen die Abschluss­gebühr von 1,0 oder 1,6 Prozent der Bausparsumme und oft Konto­gebühren ab. Trotzdem sind die Kombikredite derzeit eine gute Wahl.

Geld für alters­gerechten Umbau

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Fördergeld von der KfW-Bank gibt es auch für ein neues Bad mit eben­erdiger Dusche.

Nicht ganz so günstig wie für eine energetische Sanierung sind die KfW-Kredite für einen alters­gerechten Umbau. Die Zins­sätze sind etwas höher und Tilgungs­zuschüsse entfallen (Tabelle: Zinssätze und Zuschüsse der KfW-Bank für Modernisierer). Aber auch diese Konditionen sind deutlich güns­tiger als die für einen üblichen Bank­kredit.

Einen Förderkredit erhalten zum Beispiel Eigentümer, die Bad oder WC barrierefrei umbauen oder den Wohnungs­grund­riss verändern, um mehr Bewegungs­freiheit zu schaffen. Mit dem Geld können sie auch Zugangs­wege verbreitern, Schwellen beseitigen oder durch Rampen über­brücken oder ein Notrufsystem installieren.

Förderung nur unter Auflagen

Ob alters­gerechter Umbau oder energetische Sanierung: Für die Förderung stellt die KfW Bedingungen. Die neue Heizung, die Sanitär­installationen und das Dämm­material müssen tech­nische Mindest­anforderungen erfüllen. Fachfirmen müssen die Arbeiten ausführen. Eigen­leistungen des Eigentümers oder privater Helfer werden nicht gefördert. Dabei entstehende Material­kosten werden nur mitgefördert, wenn ein Sach­verständiger die fachgerechte Ausführung der Arbeiten bestätigt.

Für eine energetische Gebäudesanierung schreibt die KfW dem Eigentümer vor, einen unabhängigen Sach­verständigen mit der Fach­planung und Baubegleitung zu beauftragen. Mit dieser Auflage können die meisten aber gut leben: Die Hilfe des Experten liegt in der Regel in ihrem eigenen Interesse. Und die KfW über­nimmt die Hälfte des Honorars.

Ein echter Wermuts­tropfen ist dagegen der Verlust von Steuer­vorteilen: Den Hand­werk­erlohn für eine KfW-geförderte Sanierung darf der Eigentümer nicht steuerlich geltend machen.

Manche Banken mauern

Haus­eigentümer berichten immer wieder über Schwierig­keiten, an einen KfW-Kredit zu kommen. Kein Wunder: Die KfW vergibt die Kredite nicht selbst, sondern nur über andere Banken und Bausparkassen – und die schränken die Vergabe oft nach eigenen Regeln ein. Einige bieten Förderdarlehen nur in Kombination mit einem eigenen Kredit an. Und viele Banken steigen erst ab Kredit­beträgen von 25 000 oder 50 000 Euro ein. So viel braucht niemand, der nur den Heizkessel erneuern will.

Die Banken und Bausparkassen (Tabelle: Diese Kreditinstitute vermitteln KfW-Kredite) vergeben KfW-Darlehen schon ab kleinen Summen – ohne Zusatz­kredit und auch an Haus­eigentümer, die vorher nicht Kunden bei ihnen waren.

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