Kredite Meldung

Bankkunden, die einen Kredit mit variablem Zinssatz aufgenommen haben, können jetzt eine Zinssenkung verlangen. Denn Banken sind bei ­laufenden Verträgen verpflichtet, den variablen Zinssatz zu senken, wenn sich ihre Refinanzierungsbedingungen verbessern. Das hat der Bundesgerichtshof schon 1986 entschieden (Az. III ZR 195/84).

Die Banken kommen zurzeit ohne Zweifel günstiger ans Geld. Im Dezember hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Hauptrefinanzierungszinssatz um einen halben Prozentpunkt auf 2,75 Prozent gesenkt. Das ist der Zinssatz, zu dem Kreditinstitute bei der EZB gegen Hinterlegung von Sicherheiten kurzfristig Geld aufnehmen können. Geld mit einer Laufzeit von drei Monaten wird am europäischen Geldmarkt zurzeit um gut einen halben Prozentpunkt billiger gehandelt als im Juni vergangenen Jahres. Die Rendite von längerfristigen Bankschuldverschreibungen ist sogar um fast einen Prozentpunkt gefallen.

Diese Vorteile dürfen Banken bei laufenden Kreditverträgen nicht für sich behalten, um zum Beispiel eine maue Ertragslage aufzubessern. Maßstab für Zinsanpassungen – nach oben wie nach unten – sind nach höchstrichterlicher Rechtsprechung nur die Refinanzierungskonditionen.

Kreditkunden sollten sich daher an ihre Bank wenden und eine rasche Zinssenkung fordern. Denn wenn der Kunde nicht aktiv wird, passiert häufig nichts.

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