Autokauf: Rabatt für jeden

Kreditberatung beim Autokauf Test

Weil der Absatz stagniert, locken Autohändler ihre Kunden mit günstigen Krediten. Unsere Testkunden bekamen auch leicht einen Rabatt auf den Kaufpreis.

Für die deutschen Autokäufer läuft es besser als gedacht. Die Autopreise werden wohl in den kommenden Monaten nicht steigen und den Listenpreis muss sowieso kein Käufer zahlen. „Der Durchschnittsrabatt lag im Februar bei 17 Prozent“, sagt der Automobilforscher Ferdinand Dudenhöffer. Darin eingerechnet sind auch Zugaben wie Winterreifen und die Übernahme von Überführungs- und Zulassungskosten durch den Händler.

Einen Rabatt bekommt nahezu jeder Autokäufer. Das haben Testpersonen von Finanztest berichtet. Sie hatten 63 Gespräche in Filialen von neun Markenhändlern geführt, um zu prüfen, wie Kunden zur Autofinanzierung beraten werden (siehe „Kreditberatung beim Autokauf“). Die Tester bekamen einen Preisnachlass, noch bevor der Händler wusste, ob der Kunde das Auto bar bezahlen oder auf Kredit kaufen will.

Knapp 70 Prozent der Händler boten von sich aus einen finanziellen Rabatt an, weitere 18 Prozent auf Nachfrage. Andere Händler stellten eine kostenlose Zulassung oder Inspektion, die Inzahlungnahme des alten Autos oder kostenfreie Zusatzausstattungen wie Fußmatten in Aussicht.

Ob ein Händler einen Rabatt in Geld oder Sachwerten gewährt und wie hoch er ist, hängt nicht nur vom Verhandlungsgeschick des Käufers ab, sondern auch vom gewünschten Automodell. Am meisten wird der Käufer herausholen, der sich für ein weniger begehrtes Modell interessiert. Er kann zum Beispiel damit argumentieren, dass ein solcher Wagen schwer wieder zu verkaufen ist.

Die meisten kaufen auf Raten

Kreditberatung beim Autokauf Test

Scharf rechnen. Für einen durchschnittlichen Neuwagen muss ein Arbeitnehmer etwa eineinhalb bis zwei Jahre arbeiten. Da ist eine günstige Finanzierung wichtig.

Nur noch ein Viertel der Autokäufer bezahlt das Auto bar. Wer das Auto einmal besitzen will und monatlich genug zur Verfügung hat, wählt den klassischen Ratenkredit. Mehr als 50 Prozent der Ratenzahler entscheide sich inzwischen aber für eine Drei-Wege-Finanzierung. Sie schieben damit die Kaufentscheidung hinaus.

In der Drei-Wege-Finanzierung entscheiden die Kunden am Ende der Laufzeit über Kauf, Weiterfinanzierung oder Rückgabe des Fahrzeugs. Die monatliche Rate ist etwa halb so hoch wie bei einer klassischen Finanzierung. Wer das Auto aber kaufen will, muss am Ende eine Schlussrate zahlen, die zwischen 30 und gut 50 Prozent des Kaufpreises beträgt.

Der Kunde zahlt sowohl mit dem klassischen Ratenkredit als auch mit der Drei-Wege-Finanzierung nicht viel mehr als beim Barkauf. Das ergab unser Vergleich von Finanzierungsangeboten von 25 Anbietern für elf beliebte Neuwagenmodelle (siehe Tabelle „Von Audi bis VW“).

Um die Kosten der Finanzierung untereinander und mit dem Barkauf vergleichbar zu machen, haben wir für jede Variante den Gegenwartswert berechnet. Er gibt den Wert an, den künftige Zahlungen heute besitzen. Es zeigt sich, dass in einzelnen Fällen eine Finanzierung sogar etwas günstiger als der Barkauf sein kann – immer dann, wenn der Käufer für sein Gespartes einen besseren Zins bekommt, als er für den Kredit bezahlen muss.

Beispiel Opel Astra Caravan: Die herstellereigene GMAC Bank bietet die klassische Ratenfinanzierung für 1,9 Prozent Zins an. Das ergibt einen Gegenwartswert von gut 20 300 Euro. Das liegt rund 500 Euro unter dem Kaufpreis. Die Drei-Wege-Finanzierung für dasselbe Modell ist noch einmal um gut 300 Euro günstiger.

Rabatte sind in diesem Vergleich noch nicht eingerechnet. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass Händler sie unabhängig von der Art der Finanzierung gewähren.

Nur die Leasingangebote kalkulieren die Anbieter von vornherein mit Rabatt. Sie sind deshalb in der Tabelle nur grob mit den anderen Varianten zu vergleichen. Da der Kunde beim Leasing nur die Nutzung bezahlt, haben wir unterstellt, dass er sich nach der Leasingzeit ein gleichwertiges gebrauchtes Auto kauft.

Es lohnt sich, beim Verkaufsgespräch nachzufragen, ob das vorgelegte Angebot tatsächlich das beste ist, denn die Händler können mehr als einen Finanzpartner haben. Meist machen die herstellereigenen Banken das beste Angebot für einen Kredit oder eine Drei-Wege-Finanzierung. Doch für Audi, BMW und Renault stammt der günstigste Kredit von VR Leasing.

Zwischen dem besten und dem teuersten Angebot lagen in unserem Test bis zu 2 750 Euro (Mercedes CLK 209).

Hausbank oder Herstellerbank

Natürlich muss der Kunde die Finanzierung nicht über den Autohändler machen. Er kann sich das Geld auch von einer anderen Bank leihen. Dafür muss er abwägen, was günstiger ist: der Kredit von der Autobank oder der von der Hausbank.

Beispiel: Für einen VW Touran (Kaufpreis 23 300 Euro) bietet die Herstellerbank die Finanzierung für einen effektiven Jahreszins von 3,9 Prozent an (Laufzeit 36 Monate). Verlangt die Hausbank 9 Prozent, muss der Kunde einen zusätzlichen Rabatt von etwa 7 Prozent auf den Kaufpreis des Autos aushandeln. Wenn die Hausbank 7 Prozent anbietet, nur noch gut 4 Prozent.

Reizvoll sind für viele private Autokäufer auch Leasingangebote. Die Händler werben vor allem mit der niedrigen Monatsrate. Sie beträgt oft nur ein Drittel der Rate für eine klassische Finanzierung.

Wer least, wird nicht Besitzer des Autos. Er zahlt mit der Monatsrate nur die Miete und den Wertverlust während der Vertragslaufzeit. Danach gibt er das Auto an den Händler zurück. Zu Beginn ist häufig eine Sonderzahlung fällig. Die muss der Kunde jeweils angespart haben. Steuerliche Entlastung wie Selbstständige haben Privatkunden beim Leasing nicht.

Günstige Autos auf anderen Wegen

Autokäufer können auch anders sparen. Zum Beispiel, wenn sie „Tageszulassungen“ kaufen. Das sind Fahrzeuge, die nur wenige Tage auf den Namen des Autohändlers zugelassen waren und ganz wenige Kilometer gefahren sind. Auch Vorführ- und Firmenfahrzeuge – sogenannte Jahreswagen – bieten viele Autohändler bis zu 25 Prozent billiger an.

Es kann sich sogar lohnen, ein Auto in einem anderen EU-Land zu kaufen. Ersparnisse von bis zu 20 Prozent sind drin. Informationen dazu gibt die Europäische Verbraucherzentrale (EVZ) oder der ADAC (siehe „Adressen“).

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