So haben wir getestet

Im Test

Unsere Testpersonen haben von Februar bis April 2012 Kreditangebote bei Filialbanken und Direktanbietern eingeholt. Vor den Gesprächen in den Filialen vereinbarten sie einen Termin. Pro Bank haben fünf Tester ein Angebot für einen Ratenkredit in Höhe von 4 000 Euro und einer Laufzeit von 48 Monaten eingeholt. Eine Restkreditversicherung wollten sie ausdrücklich nicht. Unsere Testpersonen hatten eine ausreichende Kreditwürdigkeit für den verlangten Kredit.

Abwertungen

Jeder Fall, in dem die Europäische Standardinformation für Verbraucherkredite nicht ausgehändigt wurde, führte zur Abwertung des Gruppenurteils „Kreditangebot“ um eine halbe Note. Wenn alle Standardinformationen, die eine Bank ausgehändigt hat, nicht individuell ausgefüllt waren, wurde das Gruppenurteil „Kreditangebot“ einmalig um eine halbe Note abgewertet.

Eine Anfrage bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa), die die Kreditwürdigkeit des Kunden verschlechterte, führte zur Abwertung des Finanztest-Qualitätsurteils um eine halbe Note. Das Gleiche gilt, wenn bei der Schufa Daten gespeichert wurden, die in keinem Zusammenhang mit der Kreditberatung stehen.

Hat der Bankberater den Kunden während der Beratung nicht darüber unterrichtet, dass er bei der Schufa anfragt, haben wir das Finanztest-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet.

Allgemeine Begleitumstände (5 %)

Der Prüfpunkt umfasst bei den Filialbanken zum Beispiel, ob das Gespräch pünktlich begann und diskret verlief. Die Berater durften vom Kunden nicht verlangen, dass er sein Girokonto verlegt. Sie sollten ihm keine weiteren Produkte verkaufen.

Bei den Onlineangeboten muss der Kunde auf der Homepage ein repräsentatives Beispiel für den effektiven Jahreszins finden. Wir haben zudem geprüft, ob der Kunde durch Voreinstellungen zu Entscheidungen gedrängt wird, zum Beispiel zum Kauf einer Restkreditversicherung.

Erfassung der Kundensituation (35 %)

Der Berater sollte anhand der Einnahmen und Ausgaben das frei verfügbare Einkommen des Kunden ermitteln. Das Ergebnis sollte er mitteilen und die Berechnung mit nachhause geben.

Kreditangebot (60 %)

Form und Inhalt. Es wurde geprüft, ob der Kunde ein individuelles Angebot erhielt. Es sollte alle für den Kredit wichtigen Angaben wie Effektivzinssatz, Gesamtkreditbetrag und Höhe der monatlichen Rate enthalten. Die Gültigkeit des Angebots musste erkennbar sein.

Restkreditversicherung. Der Berater sollte ein Angebot ohne Versicherungen erstellen. Hat er trotzdem Kreditangebote mit Versicherungen gemacht, musste erkennbar sein, welche Risiken damit versichert sind.

EU-Standardinformation nicht ausgehändigt.

Wir haben geprüft, ob der Kunde schon beim Einholen des Angebots das individuell ausgefüllte Formblatt „Europäische Standardinformation für Verbraucherkredite“ bekam. Es enthält alles, was der Kunde wissen muss (siehe „Europaweit einheitliche Regeln“).

Schufa-Anfragen mit falschem Merkmal (0 %)

Wenn der Kunde nur ein Angebot will, müssen Bankberater bei ihrer Schufa-Anfrage am Computer das Merkmal „Kreditkonditionen“ wählen. Es wirkt sich nicht auf die Kreditwürdigkeit des Kunden aus.

Schufa-Anfragen ohne Kenntnis des Kunden (0 %)

Wenn Bankmitarbeiter bei der Schufa Daten zur Kreditwürdigkeit des Kunden abfragen, sollten sie den Kunden darüber im Rahmen des Gesprächs zumindest unterrichten.

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