Kredit umschulden Meldung

Noch sind die Zinsen niedrig. Viele Kreditnehmer haben die Chance jetzt umzusteigen und sich langfristig günstige Zinsen zu sichern. Je nach Höhe der Restschuld und der verbleibenden Laufzeit sind mehrere Tausend Euro Ersparnis möglich. Finanztest erklärt, wie der Umstieg bei Baudarlehen und Ratenkrediten funktioniert und was bei der Umschuldung zu beachten ist.

Chance zum Wechsel

Auch bei Baukrediten ist der Wechsel ohne Extra-Kosten häufiger möglich als bekannt. So können Baufinanzierer Darlehen mit variablem Zins jederzeit kündigen. Drei Monate nach der Kündigung können sie solche Darlehen durch einen günstigen neuen Kredit ablösen. Bei Krediten mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung ist der Ausstieg jederzeit nach Ablauf der ersten zehn Jahre möglich. Bei solchen Verträgen vergehen nach der Kündigung allerdings sechs Monate, bis ein neuer Kredit an die Stelle des alten treten kann.

Oft Entschädigung fällig

Die meisten Hauseigentümer kommen allerdings nur gegen Zahlung einer so genannten Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig aus ihrem teuren Altvertrag. Das macht die Hoffnung auf kurzfristige Zinsgewinne durch eine Umschuldung zunichte. Dennoch kann sich eine Umschuldung lohnen. Sie bietet die Chance, die restliche Zinsbindung des Altkredits von vielleicht zwei oder drei Jahren gegen eine viel längere Zinsbindung von 10 oder 15 Jahren zu tauschen. Kreditnehmer sichern sich damit langfristig die heute niedrigen Zinsen und beugen einem in den nächsten Jahren drohenden Zinsanstieg vor. Umschuldungsangebote sollten Kreditnehmer allerdings sorgfältig prüfen: Oft verlangen Banken überhöhte Ablösesummen, die den Umstieg unrentabel machen.

Forwards schauen

Eine Alternative zur Umschuldung im Zinstief bietet sich, wenn die Zinsbindung fürs Darlehen innerhalb der nächsten vier Jahre ausläuft. Bauherren können sich das günstige Zinsniveau auch über ein Forwarddarlehen sichern. Ein solches Darlehen funktioniert wie ein ganz normaler Anschlusskredit. Nur werden Zinsen, Monatsrate und sonstige Konditionen bis zu vier Jahre im Voraus verbindlich festgelegt. Der Zinssatz für Forwarddarlehen ist derzeit einige zehntel Prozent höher als für Baudarlehen, die sofort ausgezahlt werden. Die genaue Höhe des Zinsaufschlags hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit bis zum Ende der Zinsbindung noch überbrückt werden muss: Je länger der Vorlauf, desto höher der Aufschlag. Ob sich ein Forwarddarlehen tatsächlich lohnt, lässt sich erst im Nachhinein sicher sagen. Auf jeden Fall schafft es sofort Sicherheit: Die Anschlussfinanzierung steht, auch wenn die Zinsen bis zum Auslaufen der Zinsbindung wieder deutlich steigen sollten.

Daten für jeden Einzelfall

Im Einzelfall hilft eine spezieller Finanztest-Service bei der Planung der Anschlussfinanzierung: Für 51 Euro ermittelt die Analyse Umschuldung, unter welchen Umständen die Umschuldung lohnt und vergleicht ein konkretes Bankangebot für die Umschuldung mit den aktuellen Konditionen für Forwarddarlehen (Update: Dieser Service wurde eingestellt).

Sparen mit neuem Ratenkredit

Einfacher als bei den meisten Baudarlehen ist der zinssparende Wechsel bei Ratenkrediten. Schon sechs Monate nach der Auszahlung können Kreditnehmer den Vertrag mit einer Frist von nur drei Monaten kündigen und ein günstigeres Angebot annehmen. Nachteil: Die Bearbeitungsgebühr von meist 2 bis 3 Prozent der Kreditsumme geht verloren. Der Umstieg lohnt in der Regel dennoch: Die Umschuldung eines Kredits mit einer Restschuld von 15 000 Euro und noch 36 Monaten Laufzeit kann derzeit eine Zinsersparnis von über 1 000 Euro bringen.

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