Krebsvorsorge Meldung

Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern. Besonders die Generation über 60 Jahre ist durch ihn betroffen. Die Früherkennung durch den PSA-Test bietet bei aggressiven Tumoren die Chance auf Heilung. Sie birgt aber auch das Risiko falscher Einschätzungen und Übertherapien. Eine neue Webseite soll aufklären und Orientierung bieten.

Der PSA-Test

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Der Test misst ein in der Prostata gebildetes Eiweiß (Prostata-spezifisches Antigen), das im Blut nachgewiesen wird. Der Wert kann ein Indikator für Krebs sein. Der PSA-Test kann einen Tumor schon in frühem Stadium aufspüren, wenn die Chancen auf Heilung noch sehr hoch sind. Der Nutzwert des Tests ist aber umstritten. Grund sind die häufigen Fehl- und Überdiagnosen.

Unsichere Diagnosen

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Die Stiftung Warentest hat mehrere Studien ausgewertet und ist zu folgendem Ergebnis gekommen: Von tausend getesteten Männern werden im Schnitt 190 positiv getestet. Dabei handelt es sich jedoch in 150 Fällen um Fehlalarm. Männer, die falsch-positiv getestet werden müssen neben beträchtlichen psychischen Belastungen weitere Untersuchungen verkraften. Erst Tastuntersuchungen, Ultraschall und Gewebeentnahme geben eindeutige Sicherheit. Trotz PSA-Test sind zudem auch Fehldiagnosen in die andere Richtung nicht ausgeschlossen: Bei 10 der tausend Männer wurde der Krebs übersehen. In insgesamt 40 Fällen war die Diagnose durch die PSA-Früherkennung richtig und ein Tumor wurde entdeckt.

Behandlung nicht immer nötig

Auch wenn ein Tumor entdeckt wird ist nicht immer eine Behandlung erforderlich. Viele Tumore sind gutartig oder wachsen so langsam, dass sie nie zu Beschwerden führen werden. Ihre Therapie kann sogar gefährlich sein – Inkontinenz und Impotenz sind häufig die Folge einer Behandlung bei Prostatakrebs.

Bewertung der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest kam bei ihrer Untersuchung von Methoden zur Krebsfrüherkennung zu einem eindeutigen Ergebnis: Sie bewertet die Risiken des PSA-Tests höher als seinen Nutzen. Der Test selbst ist harmlos, seine oft falschen oder nicht eindeutigen Befunde können jedoch zu unnötigen psychischen und physischen Belastungen führen. Für Männer ergibt sich ein Dilemma: Der Test ist in vielen Fällen überflüssig und belastend. Er kann aber im Ernstfall auch ihr Leben retten. Um zu einer persönlichen Entscheidung zu gelangen, hilft eine neue Website weiter.

Neue Webseite hilft bei der Entscheidung

Das Deutsche Krebsforschungszentrum, der AOK-Bundesverband und die Universität Bremen informieren mit einer neuen Informationsplattform. Die Seite soll Männern helfen in das Thema PSA-Test einzusteigen. Es finden sich dort allgemeine Infos über Prostatakrebs und die Früherkennung durch den PSA-Test. Nach jedem Abschnitt besteht die Möglichkeit das Gelesene zu bewerten: spricht es der persönlichen Einschätzung nach eher für oder gegen den Test? Aus den Antworten wird eine grafische Übersicht generiert. So behalten die Nutzer leicht den Überblick und können die einzelnen Punkte nach und nach abhaken. Statistiken und Zahlen werden durch Grafiken verdeutlicht. Erfahrungsberichte anderer Männer, ein Attribut das ausgebaut werden soll, können zusätzliche Orientierung bieten.

Ärztliche Beratung oft mangelhaft

Orientierung tut Not. Denn in vielen Fällen mangelt es auch Medizinern an Wissen über den PSA-Test. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2004. Die Ärzte haben damals in punkto Beratung schlecht abgeschnitten: Nur zwei von zwanzig Fachärzten der Urologie berieten sehr gut. Vier waren befriedigend, sieben ausreichend, weitere sieben sogar mangelhaft. Auf fundierte Aufklärung und gründliche Beratung können Patienten offensichtlich nicht immer zählen. Das ist auch finanziell ärgerlich: Die Patienten zahlen den PSA-Test selbst. Je nach Praxis kostet er zwischen 25 und 40 Euro. Männer, bei denen der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, bekommen den Test von der Kasse bezahlt. Die neue Webseite kann eine Einstiegshilfe sein. Auch die Stiftung Warentest bietet umfangreiche Informationen zum Thema: Krebsfrüherkennung.

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