Forschung: Hoffnung für hoffnungslose Fälle

Vor 15 Jahren begegnete Dr. Herbert Kappauf zum ersten Mal einem Krebspatienten, dessen Lun­genmetas­tasen sich ohne medizinische Behandlungzurückgebildet hatten.

Für seine Beobachtungen erntete er im Kollegenkreis damals „freundliches Gelächter“ – er habe wohl die Röntgenaufnahmen vertauscht. Das war für ihn die Initialzündung. Er durchforstete die Fachliteratur nach ähnlichen Fällen und nahm Kontakt auf zu den wenigen Wissenschaftlern, die sich weltweit mit der spontanen Rückbildung von Krebs beschäftigen. Dieses seltene Phänomen gehört auch heute noch zu einer Kategorie von fast tabuisierten Beobachtungen, so Dr. Kappauf, bei denen die „Meinungsmacher in der medizinischen Welt eher misstrauisch und achselzuckend mit dem Hinweis abwinken, es handle sich um ein unwichtiges oder gar unwissenschaftliches Randphänomen“. Doch inzwischen sind die diagnostischen Verfahren so weit entwickelt, dass Krankheitsverläufe und Heilungsprozesse zweifelsfrei belegt und dokumentiert werden können. 21 Fälle hat Dr. Herbert Kappauf gesammelt, überprüft und in seinem Buch „Wunder sind möglich“ dokumentiert. Dort schildert er ausführlich zahlreiche Patientengeschichten, beschreibt die wichtigsten wissenschaftlichen Er­klärungen für Spontanheilungen bei Krebs, schildert, welche Rolle die seelische Verfassung spielen könnte und welche Belege es hierfür gibt. Der erfahrene Krebsarzt will Krebskranken vor allem auch Mut machen: Die Therapiemöglichkeiten vieler Krebserkrankungen haben sich in den vergangenen Jahren verbessert und günstige Krankheitsverläufe sind nicht selten. Auch das Phänomen Spontanremission gibt Krebskranken Hoffnung – zeigt es doch, „dass auch in der Konfrontation mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung, bei der die Ärzte keine Heilungschancen mehr sehen, die Zukunft genauso wenig sicher vorausgesagt werden kann wie bei anderen Menschen auch“.

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