Krebserregende Discounterware Meldung

Stiftung Warentest ist weiter auf der Suche nach krebserregenden Stoffen in Discounterware. Dieses Mal nahmen die Tester Regenschirme von Tchibo und Aldi Nord und einen Bohr- und Meißelhammer von Plus ins Visier. Und wieder fanden sie krebserregende Stoffe in den Produkten. Eine erfreuliche Erkenntnis gab es allerdings: Aldi hat anscheinend reagiert, im Regenschirm waren keine gefährlichen Stoffe enthalten.

Es wird weitergehen

Stiftung Warentest hat in den vergangenen Wochen kontinuierlich Discounter-Billigwerkzeuge nach krebserregenden Stoffen untersucht. Die Tester fanden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in einem Hammerset und einem Winkelschleifer von Aldi und einer Universalsäge und einem Tacker von Plus, den Weichmacher Di(2-ethylhexyl)phtalat (DEHP) in Maurerkellen und einem Bits- und Bohrerset von Lidl und schließlich Nonylphenol in einer Handsäge von Lidl. Nun hat die Stiftung das Untersuchungsspektrum erweitert: Neben einem Billigwerkzeug von Plus überprüfte sie auch Regenschirme von Aldi und Tchibo.

Aldi hat gelernt

Krebserregende Discounterware Meldung

Seit 14. September im Angebot für 3,99 Euro bei Aldi Nord: Regenschirm

Der Griff des Regenschirms von Aldi Nord ist aus einem etwas weichen, dunklen Kunststoff. Grund genug, um ihn nach krebserregenden Stoffen zu untersuchen. In vergangenen Tests fanden die Prüfer immer wieder gesundheitsgefährdende Substanzen in solchen Kunststoffen. Doch das Labor gibt beim Aldi-Schirm Entwarnung. Die Prüfer fanden im Griff keine krebserregenden Stoffe. Keine PAK, kein Weichmacher und kein Nonylphenol. Stiftung Warentest hofft, dass das kein Zufall ist. Alle Discounter sollten ihre Hersteller dazu verpflichten, einen Nachweis zu erbringen, dass keine krebserregende Stoffe in den Produkten sind.

  • Fazit. Der Schirmgriff von Aldi Nord enthält keine krebserregenden Stoffe. Aldi hat vermutlich Konsequenzen gezogen.

Nonylphenol im Griff

Krebserregende Discounterware Meldung

Im September im Angebot für 10,99 Euro bei Tchibo: Regenschirm

Anders siehts beim Regenschirm von Tchibo aus. Der Griff riecht schon unangenehm. Und er enthält auch gesundheitsgefährdende Substanzen. So stecken zum Beispiel pro Kilogramm Kunststoff 1640 Milligramm Bisphenol A und 125 Milligramm Nonylphenol im Griff. Anscheinend hat der Hersteller Recycling-Kunststoffe verwendet. Bisphenol A und Nonylphenol sind hormonell wirkende Substanzen, die sich in der Umwelt anreichern und bei Tieren zur Veränderung der Sexualorgane führen können. Inwieweit Nonylphenol und Bisphenol A in den Körper eindringen und derartige Wirkungen verursachen können, ist ungeklärt. Weiterhin fanden die Prüfer das Flammschutzmittel Tetrabrombisphenol A - 148 Milligramm pro Kilogramm. Dieser halogenhaltige Stoff ist im Schirm völlig überflüssig. Bromierte Flammenschutzmittel können im Brandfall gesundheits- und umweltschädliche Dioxine bilden.

  • Fazit. Der Griff des Schirms von Tchibo enthält Stoffe wie Nonylphenol, Tetrabrombisphenol A und Bisphenol A. Diese haben in Produkten wie Schirmen nichts zu suchen. Also am besten den Schirm bei Tchibo liegen lassen.

Wieder ein Hammerset

Krebserregende Discounterware Meldung

Seit 15. September im Angebot für 49,99 Euro bei Plus: Bohr- und Meißelhammerset

Richtig zugeschlagen haben die Hersteller beim Bohr- und Meißelhammerset, welches aktuell bei Plus zu haben ist. Im Staubfänger, in der Kabelummantelung und im Griff lassen sich deutliche Mengen PAK nachweisen: Naphtalin, Benzo[b]fluoranthen, Benzo[a]pyren und Dibenzo[a,h]anthracen. Die höchsten Werte fanden die Tester in der Kabelummantelung: 1763 Milligramm PAK pro Kilogramm. Benzo[a]pyren ist in einer ziemlich hohen Menge enthalten: 102 Milligramm. Mögliche Wirkung für den Körper: krebserregend, fruchtschädigend, erbgutverändernd und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigend. Kritisch ist auch die PAK-Belastung des Griffs mit 29 Milligramm pro Kilogramm. Denn Nutzer haben über längere Zeit Hautkontakt mit dem Griff.

  • Fazit. Finger weg, Handschuhe anziehen oder am besten zurückbringen!

Nicht alle reagieren

Stiftung Warentest wird auch in Zukunft Discounterware, insbesondere Billig-Werkzeuge, auf krebserregende Substanzen untersuchen. Das Ziel ist klar: Die Discounter sollen ihre Hersteller dazubringen, Produkte anzubieten, die frei sind von PAK oder Weichmacher.

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