Zumut­bare Belastung: So rechnen die Finanz­ämter bisher

Nicht nur Krank­heits­kosten zählen steuerlich als außergewöhnliche Belastung. Auch Ausgaben für Pflege, Unterhalt und Beerdigungs­kosten können dazu­kommen. Die Kosten wirken sich erst aus, wenn sie zusammen höher sind als die zumut­bare Belastung. Die Höhe der zumut­baren Belastung eines Steuerzah­lers hängt davon ab:

  • wie hoch seine Jahres­einkünfte sind,
  • ob er verheiratet ist oder nicht,
  • ob er Kinder hat – und wenn ja wie viele.

Familien­stand

Prozent­satz vom Gesamt­betrag der Einkünfte (Euro)1

bis 15 340

bis 51 130

über 51 130

Steuerzahler ohne Kinder

Nicht verheiratet

5 %

6 %

7 %

Verheiratet

4 %

5 %

6 %

Steuerzahler mit Kindern2

Bis zwei Kinder

2 %

3 %

4 %

Ab drei Kinder

1 %

1 %

2 %

    • 1 Differenz zwischen Einnahmen und Werbungs­kosten/Betriebs­ausgaben. Von Kapital­einnahmen gehen Sparerpausch­betrag und Alters­entlastungs­betrag ab.
    • 2 Kinder, für die 2013 mindestens für einen Monat Anspruch auf Kinder­geld bestand.

    Beispiel: Familie Müller hat im vergangenen Jahr 3 600 Euro für ein Zahnimplantat und Kontaktlinsen zugezahlt. Davon erkennt das Finanz­amt bisher nur 2 160 Euro an. Die Rechnung geht so: Pia und Paul Müller haben zusammen jähr­liche Einkünfte von 48 000 Euro. Da sie ein Kind haben, berechnet das Finanz­amt 3 Prozent von ihren Einkünften als „zumut­bare Belastung“. Sie beträgt 1 440 Euro. Diesen Betrag zieht die Behörde von den 3 600 Euro Kosten ab.

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