Krankenzusatzversicherungen Meldung

Zusatzversicherungen sorgen dafür, dass auch Kassenpatienten sich die besten Ärzte aussuchen können. Bei schweren Krankheiten kann das entscheidend sein.

Optimal versorgt im Krankenhaus? Zwar hat ein gesetzlich Versicherter Anspruch auf alle Leistungen, die medizinisch notwendig sind. Doch für die Kasse zählt nicht nur die Heilung, sondern auch das Wirtschaftlichkeitsprinzip: Sie will die Kosten im Griff behalten.

Dagegen zählt für den Patienten nur eins: Gesund werden, auch wenn er dafür die teuersten Ärzte braucht. Das gilt erst recht bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung: Da ist der beste Professor gerade gut genug. Ob man den zu sehen bekommt, darüber entscheiden der einweisende Arzt sowie der zuständige Sachbearbeiter in der Krankenkasse.

Patienten mit stationärer Krankenhauszusatzversicherung hingegen können selbst entscheiden, in welchem Krankenhaus und von welchem Chefarzt sie sich behandeln lassen.

Freie Arztwahl

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Der Anspruch auf Behandlung durch die leitenden Krankenhausärzte ist unseres Erachtens der wichtigste Baustein einer stationären Zusatzversicherung. Sie stellt Kassenpatienten in diesem wichtigen Punkt mit Privatversicherten gleich. Wer einen solchen Vertrag abschließt, sollte daher darauf achten, dass die "Wahlleistung Arzt" in dem gewünschten Tarif enthalten ist. Bei einigen Angeboten muss sie nämlich als Zusatzbaustein separat eingekauft werden.

Mitversichert ist dann die Behandlung durch alle an der Therapie beteiligten leitenden Ärzte. Das gilt auch für Bereiche wie Anästhesie oder Labormedizin. Die Chefärzte müssen die Leistungen persönlich erbringen und können sich nicht durch den jeweiligen Stationsarzt vertreten lassen ­ es sei denn, sie sind durch Notfälle verhindert.

Tipp:

Einige Verträge sehen die Kostenerstattung nur bis zum 3,5fachen der ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ) vor, dem GOÄ-Höchstsatz. Gesuchte Professoren nehmen jedoch auch schon mal das Sechsfache oder noch mehr. Wir raten daher zu Verträgen ohne Begrenzung auf den Höchstsatz. Doch auch bei diesen Tarifen gilt im Krankheitsfall: Wenn Sie es tatsächlich mit einem so teuren Arzt zu tun bekommen, sollten Sie in jedem Fall dessen Honorarforderung vom Zusatzversicherer prüfen lassen ­ und zwar vor Unterzeichnung des Behandlungsvertrags.

Erweiterte Krankenhauswahl

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Der zweite wichtige Baustein ist die freie Krankenhauswahl. Als Kassenpatient haben Sie üblicherweise nur die Auswahl unter den beiden Kliniken, die der einweisende Arzt benennt ­ meist sind das die nächstgelegenen. Mit einer Zusatzpolice hingegen können Sie bundesweit aussuchen. Diese Option sollte unbedingt im Vertrag enthalten sein, denn ohne sie würde die freie Arztwahl wenig bringen, wenn Sie beispielsweise zum Lungenspezialisten nach Berlin oder München wollen, die zusätzlichen Kosten im dortigen Krankenhaus aber nicht übernommen werden.

Natürlich könnten gesetzlich Versicherte in so einem Fall auch ihre Krankenkasse um eine Verlegung aus medizinischen Gründen bitten. Wenn der Sachbearbeiter dort jedoch der Ansicht ist, die Behandlung könne genauso gut im nächsten Kreiskrankenhaus stattfinden wie im teuren Uni-Klinikum, muss der Patient entweder auf den gewünschten Professor verzichten oder die Differenz zu den höheren Pflegesätzen selbst tragen ­ das können mehrere Hundert Mark pro Tag sein.

Ist hingegen erweiterte Krankenhauswahl mitversichert, zahlt die Krankenkasse den Betrag, der im Kreiskrankenhaus fällig gewesen wäre, und die Zusatzversicherung übernimmt die zusätzlichen Kosten des von Ihnen gewählten Hospitals. Achtung: Wenn Sie in eine Privatklinik gehen oder in ein Krankenhaus, mit dem die Kassenverbände keinen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben, zahlt zwar die Zusatzversicherung ihren Anteil, nicht aber die Krankenkasse. Auch mit einer stationären Zusatzversicherung sollten Sie also fragen, ob die von Ihnen gewünschte Klinik einen Kassenvertrag hat.

Darüber hinaus bietet die Police einigen Luxus. Je nach Tarif werden die Kosten für ein Ein- oder Zweibettzimmer übernommen. Vielen Patienten gilt ein Einzelzimmer als echtes Plus bei einem Krankenhausaufenthalt. Doch wer vor allem das Gesundheitsrisiko preisgünstig versichern will, kann vielleicht darauf verzichten, denn Zweitbetttarife sind deutlich günstiger. Mitunter sind auch alle Einbettzimmer belegt. Einige Tarife sehen deshalb ein Ersatzkrankenhaustagegeld als Erstattung vor, falls der Versicherte in ein Zwei- oder Mehrbettzimmer geht.

Hinzu kommen eventuell weitere Wahlleistungen: Gratis-TV, Telefon am Bett, besonderes Essen. Bad und WC sind in einigen Kliniken in allen Zimmern vorhanden und werden daher nicht gesondert berechnet. Wo das aber nicht der Fall ist, müsste der Patient sie selbst bezahlen ­ oder von der Zusatzversicherung bezahlen lassen.

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