Krankenversicherungsbeiträge Meldung

Freiwillig Krankenversicherte laufen bei der Steuererklärung für 2010 Gefahr, rund 1 000 Euro zu wenig zu bekommen.

Das Problem. In der jährlichen Steuerbescheinigung, die Arbeitnehmer von der Firma bekommen, stehen auch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Einige der Lohnbuchhaltungsprogramme, mit denen Firmen die Bescheinigung erstellen, weisen dort nur den Beitrag des Arbeitnehmers aus – ohne Arbeitgeberzuschuss. Wer die genannte Summe in die Steuererklärung einträgt, gibt viel zu wenig an. Denn die Finanzämter gehen davon aus, dass hier der gesamte Beitrag steht.

Das Missverständnis. Wenn dann die Finanzämter, wie bisher üblich, von dem Betrag in der Steuererklärung den Arbeitgeberzuschuss abziehen, bleiben fast keine Krankenversicherungsbeiträge übrig, die die Steuern mindern. Das kann zu 1 000 Euro Mehrbelastung führen. Ursache sind missverständliche Vorgaben des Finanzministeriums. Erst nachdem viele Programme zur Gehaltsabrechnung bereits fertig waren, stellte das Ministerium klar, dass für freiwillig Versicherte die vollen Beiträge zu melden sind. Viele Unternehmen wollen jetzt neue Bescheinigungen ausstellen. So lange sollten die Betroffenen mit der Steuererklärung für 2010 warten.

Die Kontrolle. Wer die Steuererklärung dennoch schon abgeben möchte, sollte kontrollieren, ob die Beiträge, die unter Nr. 25 und 26 in der Steuerbescheinigung stehen, den Arbeitgeberzuschuss enthalten. Wenn ja, ist der Betrag in die Zeilen 12 und 15 der Anlage Vorsorgeaufwand einzutragen. Wenn nicht, muss der Zuschuss addiert werden. Er steht unter Nr. 24 in der Bescheinigung. Diesen Betrag trägt der Steuerzahler außerdem in Zeile 37 auf der zweiten Seite der Anlage Vorsorgeaufwand ein.

Der Einspruch. Wo die Steuererklärung bereits eingereicht wurde, verspricht das Bundesfinanzministerium nun, dass die Finanzämter Fälle mit gekürzten Beiträgen automatisch erkennen und auch selbst berücksichtigen. Betroffene sollten das aber kontrollieren. Für einen Einspruch bleibt nur ein Monat Zeit.

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