Kranken­versicherung: Zurück in die gesetzliche Kasse – so gehts

Kranken­versicherung - Zurück in die gesetzliche Kasse – so gehts

Doktors Liebling. Privatpatienten sind in Arzt­praxen gern gesehen. Doch was ist, wenn die Beiträge immer weiter steigen?

Die Beiträge in der privaten Kranken­versicherung steigen. Wer raus will, sollte rasch handeln. Wir erklären, wer in die gesetzliche Krankenkasse zurück­kehren kann und wie das geht.

Wenn die Beiträge steigen

Dass jemand aus der privaten Kranken­versicherung raus möchte, kann verschiedene Gründe haben. Der häufigste: Die Beiträge steigen, das Einkommen nicht. Doch ein Wechsel zurück in die gesetzliche Kranken­versicherung ist nicht ohne weiteres möglich. Damit will der Gesetz­geber verhindern, dass Gutverdienende erst die Vorteile der privaten Versicherung mitnehmen und später, wenn sie älter und häufiger krank sind, den solidarisch finanzierten Krankenkassen zur Last fallen.

Tipp: Sie suchen generelle Informationen zur privaten Kranken­versicherung? Alles, was Sie wissen müssen, finden Sie im großen, kostenlosen Special Private Krankenversicherung.

Rück­kehr nur unter bestimmten Voraus­setzungen

Um wieder Zutritt zur gesetzlichen Kranken­versicherung zu erhalten, brauchen privat Versicherte erst einmal eine „Eintritts­karte“. Für die meisten heißt das: Sie müssen zunächst versicherungs­pflichtig in der gesetzlichen Kranken­versicherung werden. Das ist etwa der Fall, wenn sie als Arbeitnehmer über 450 und nicht mehr als 5 362,50 Euro (Werte für 2021) im Monat verdienen, ihr Einkommen also über der Gering­fügig­keits­grenze, aber unter der Versicherungs­pflicht­grenze liegt. Oder wenn sie Arbeits­losengeld (ALG I) beziehen, studieren oder sich in Ausbildung befinden.

Wie Arbeitnehmer in die Kasse zurück­kommen

Arbeitnehmer unter 55 Jahren werden wieder versicherungs­pflichtig, wenn ihr Einkommen unter die Jahres­arbeits­entgelt­grenze von derzeit 64 350 Euro brutto im Jahr (5 362,50 Euro im Monat) sinkt. Zum Entgelt zählen auch regel­mäßige Sonderzah­lungen wie Weihnachts- oder Urlaubs­geld. Wer schon am 31. Dezember 2002 privat versichert war, muss sein Gehalt sogar unter 58 050 Euro brutto im Jahr (Werte für 2021) drücken.

Finanztest erklärt, was Arbeitnehme­rinnen und Arbeitnehmer tun können, die

  • ihr Gehalt nicht reduzieren wollen,
  • bereits 55 Jahre oder älter sind,
  • sich in der Vergangenheit haben von der Versicherungs­pflicht befreien lassen.

Haupt­beruflich Selbst­ständige haben es schwer

Selbst­ständig Erwerbs­tätige kommen nur in die Kasse zurück, wenn die selbst­ständige Tätig­keit nicht mehr ihr Haupt­beruf ist. Denn sonst ist sowohl die Versicherungs­pflicht als auch die Familien­versicherung ausgeschlossen.

Finanztest erklärt:

  • was Selbst­ständige tun können, die ihre Selbst­ständig­keit nicht weit­gehend aufgeben wollen,
  • worauf es den Kassen ankommt, damit eine Selbst­ständig­keit als Neben­job anerkannt wird.

Rückweg über Umwege

Wer sehr geringe Einkünfte hat, kommt auch über die Familien­versicherung beim gesetzlich versicherten Ehe- oder gleich­geschlecht­lichen Lebens­partner unter. Wer es über Versicherungs­pflicht oder Familien­versicherung auch nur für einen Tag in die gesetzliche Kranken­versicherung schafft, darf sich freiwil­lig weiterversichern. Früher waren dafür Vorversicherungs­zeiten erforderlich. Doch die gelten nur noch in wenigen Ausnahme­fällen, beispiels­weise, wenn jemand nach dem Ende der Versicherungs­pflicht oder Familien­versicherung in eine andere Kasse wechseln möchte.

Finanztest erklärt, welche Rege­lungen gelten,

  • wenn ein Privatversicherter mit einer gesetzlich kranken­versicherten Person verheiratet ist oder in einer einge­tragenen Lebens­part­nerschaft lebt,
  • wenn Privatversicherte vorüber­gehend im EU-Ausland arbeiten.

Wenns doch nicht geht

Der Weg zurück in die gesetzliche Kranken­versicherung ist längst nicht für jeden sinn­voll und möglich. Die Alternative für viele: ein Tarifwechsel inner­halb der privaten Kranken­versicherung, um den Beitrag zu senken.

Finanztest erklärt,

  • wie Privatversicherte durch einen Tarifwechsel zum Teil mehrere Hundert Euro im Monat sparen,
  • was bei Leistungs­verzicht und Selbst­behalt zu beachten ist,
  • was es mit „Stan­dard­tarif“ und „Basis­tarif“ auf sich hat.

Wenn für Sie bereits klar ist, dass Sie in der privaten Kranken­versicherung bleiben werden, und Sie vor allem daran interes­siert sind, mit einem Tarifwechsel Geld zu sparen, finden Sie ausführ­liche Informationen in unserem Special Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung.

Dieses Thema ist im März 2016 erschienen und wird seitdem regel­mäßig aktualisiert, zuletzt am 1. Januar 2021.

Dieser Artikel ist hilfreich. 120 Nutzer finden das hilfreich.