Kranken­versicherung Meldung

Studenten brauchen eine Kranken­versicherung. Doch nicht immer müssen sie dafür einen eigenen Vertrag abschließen. Viele sind noch beitrags­frei über die Eltern versichert. test.de sagt, was Hoch­schüler wissen müssen.

Gesetzliche Kranken­versicherung

Studenten sind kranken­versicherungs­pflichtig und müssen dies auch nach­weisen. Sie haben drei Möglich­keiten, sich zu versichern:

Beitrags­frei. Wer als Schüler schon über die Eltern beitrags­frei in der gesetzlichen Krankenversicherung familien­versichert war, kann dies im Studium bis zum 25. Lebens­jahr bleiben. Die Familien­versicherung ist ausgeschlossen, wenn folgende vier Bedingungen gleich­zeitig zutreffen:

  • Die Eltern sind verheiratet
  • Ein Eltern­teil ist privat kranken­versichert
  • Der Privatversicherte verdient brutto mehr als der gesetzlich versicherte Partner
  • Der Privatversicherte verdient mehr als 4 687,50 Euro brutto im Monat (2016).

Für alle, die vor dem Studium Wehr- oder Zivil­dienst geleistet haben, verlängert sich die kostenlose Familien­versicherung um die Zeit ihres Dienstes. Für den seit Juli 2011 einge­führten freiwil­ligen Wehr­dienst oder einen Freiwil­ligen­dienst (etwa nach dem Bundes­freiwil­ligen­dienst­gesetz oder dem Jugend­freiwil­ligen­diens­tegesetz) gilt die Verlängerung für höchs­tens zwölf Monate. Familien­versicherte Studenten dürfen zudem nicht nebenher arbeiten, es sei denn, sie haben nur einen Minijob.

Studentische Pflicht­versicherung. Ist ein Student älter als 25 Jahre oder hat er monatlich mehr als 405 Euro Einnahmen (bei Minijobs: 450 Euro), ist eine beitrags­freie Versicherung über die Eltern nicht mehr möglich. In diesem Fall muss er sich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflicht­versichern. Der Beitrags­satz für studentische Kranken­versicherungen ist bei allen Kassen gleich. Er beträgt zurzeit inklusive Pflege­versicherung 83,10 Euro im Monat. Sind Studenten mindestens 23 Jahre alt und haben sie keine Kinder, zahlen sie etwas mehr. Die Kosten für private Kranken­versicherungen liegen meist deutlich höher. Achtung: Meist fallen bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse Zusatz­beiträge an. Dann erhöht sich Ihr monatlicher Beitrag je nach Kasse um durch­schnitt­lich 1,1 Prozent­punkt.

Freiwil­lige Versicherung. Die studentische Pflicht­versicherung gilt nur bis zum Abschluss des 14. Fach­semesters, längs­tens jedoch bis zum Ende des Semesters, in dem das 30. Lebens­jahr voll­endet wird. Wer auf dem zweiten Bildungsweg die Hoch­schulreife erworben hat, kann sich als Student sogar bis zum Alter von 37 Jahren günstig versichern. Danach müssen Studierende die freiwil­lige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse beantragen. Haben sie kein Einkommen oder nur ein sehr geringes, dann berechnet die Kasse den Beitrag aus einem fiktiven Mindest­einkommen. 2016 beträgt dies 968 Euro im Monat. Für Studierende gilt dann der ermäßigte Beitrags­satz ohne Krankengeld­anspruch von 14,0 Prozent. Dazu kommt noch der Beitrag für die Pflege­versicherung, so dass Hoch­schüler monatlich rund 165 Euro Beitrag zahlen müssen.

Tipp: Als Bafög-Empfänger können Sie vom Bafög-Amt einen Zuschuss zur Kranken- und Pflege­versicherung bekommen, wenn sie selbst Beiträge für die Kranken­versicherung bezahlen.

Private Kranken­versicherung

Wer schon als Jugend­licher privat versichert war und das bleiben möchte, kann sich von der gesetzlichen Versicherungs­pflicht befreien lassen. Er muss dann aber das gesamte Studium lang privat versichert bleiben. Auch nach Ende der studentischen Pflicht­versicherung können Studierende anstatt sich freiwil­lig gesetzlich zu versichern, eine private Versicherung abschließen. Das ist aber in der Regel nicht güns­tiger. Außerdem besteht das Risiko, in der Privatversicherung „fest­zusitzen“, wenn jemand nach dem Studium keine sozial­versicherungs­pflichtige Anstellung findet oder wenn er sich selbst­ständig macht.

Das ist nötig fürs Ausland

Wer ins Ausland fährt, benötigt zudem eine Auslands­reise-Kranken­versicherung. Für einen normalen Urlaub reicht eine Jahres­police. Für den längeren Aufenthalt im Ausland – etwa bei einem Auslands­semester – sind spezielle Tarife für Einzel­reisen nötig.

Themenpaket Studien­beginn

Kranken­versicherung Meldung

Die Kranken­versicherung ist nur ein Aspekt, mit dem sich Studierende neben ihrem eigentlichen Studium noch beschäftigen müssen. Im Themenpaket Studienbeginn beant­wortet test.de die wichtigsten Fragen: Wie lässt sich das Studium finanzieren, was müssen Studenten beim Jobben beachten, welche Versicherungen brauchen sie? Die Stiftung Warentest informiert über Ermäßigungen und Vergüns­tigungen, und sagt, was Sie tun können, wenn es mit dem Studien­platz nicht auf Anhieb klappt. Das Themenpaket kostet 3 Euro.

* Diese Meldung ist am 7. Januar 2014 auf test.de erschienen und wurde zuletzt am 20. Juli 2016 aktualisiert.

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