Krankenversicherung Meldung

Selbstständige und Erwerbslose sind besonders häufig nicht krankenversichert – trotz Pflicht zur Absicherung. Finanztest erklärt die Regeln bei einer Rückkehr in die Kasse.

Immer noch Menschen ohne Absicherung

Rund 137 000 Menschen waren im Jahr 2011 laut Statistischem Bundes­amt ohne Kranken­versicherung. Das sind etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl der Menschen ohne Kranken­versicherungs­schutz ist im Vergleich zu 2007 um 30 Prozent gesunken. In diesem Jahr wurde die Absicherung Pflicht. Je 0,8 Prozent der Selbst­ständigen und Erwerbs­losen waren im vergangenen Jahr nicht kranken­versichert. Sie sind viermal so häufig ohne Absicherung wie der Bevölkerungs­durch­schnitt.

Rück­kehr zur Versicherung

Seit April 2007 gilt die Pflicht zur Kranken­versicherung für alle, die den gesetzlichen Kassen zuzu­ordnen sind Themenseite Gesetzliche Krankenkasse. Seit 2009 müssen sich alle anderen um privaten Schutz kümmern Themenseite Private Krankenversicherung. Wer längere Zeit ohne Schutz ist, kann genau in die gesetzliche Krankenkasse zurück, in der er vorher versichert war. Alle anderen, darunter viele Selbst­ständige, müssen sich privat versichern. Wichtig: Auch die privaten Versicherer dürfen niemanden aufgrund von Krankheiten ablehnen. Sie müssen mindestens ihren Basis­tarif anbieten.

Beiträge sind nach­zuzahlen

Krankenkasse und private Versicherung können die Beiträge für die Zeit nach­fordern, in denen ihre Mitglieder nicht versichert waren – sogar bis zum Beginn der Versicherungs­pflicht. Kann der Kunde das nicht bezahlen, dürfen sie auch Beiträge erlassen oder zumindest eine Ratenzahlung vereinbaren. Wer seine Beiträge trotz Mahnung nicht zahlt, hat nur Anspruch auf eine Notfall­versorgung bei akuten Schmerzen, notwendigen Operationen und während der Schwangerschaft. Anspruch auf Krankengeld besteht nicht.

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