Fristen versäumt oder Krankheiten nicht angegeben

Durch Schlamperei riskieren zum Beispiel Studenten oft den Versicherungsschutz.

Das Problem

Gesetzliche Krankenversicherung: Gesetzlich Versicherte, deren Pflichtmitgliedschaft endet, müssen sich freiwillig versichern. Verpassen sie die Frist, nimmt sie keine Kasse mehr als freiwilliges Mitglied auf. Sind sie bereits krank, wird auch ein privater Schutz schwierig. Gefährdet sind allen voran ältere Studenten und Arbeitslose ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Private Krankenversicherung: Privat Krankenversicherte können ihren Schutz verlieren, wenn sie im Antrag falsche oder unvollständige Angaben zu ihrer Gesundheit gemacht haben – gleich, ob aus Schludrigkeit, wider besseren Wissens oder weil der Vertreter dazu geraten hat.

Die Rechtslage

Gesetzliche Krankenversicherung: Wer aus der Familienversicherung oder Pflichtmitgliedschaft fällt, muss sich unbedingt binnen drei Monaten freiwillig versichern. Danach darf ihn überhaupt keine Kasse mehr nehmen, es sei denn, er wird wieder versicherungspflichtig. Alternativ bleibt für Gesunde ein privater Versicherungsschutz.

Private Krankenversicherung: Mit den Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag nehmen es die Privatversicherer genau: Finden sie auch nur teilweise falsche Angaben, können sie vom Vertrag zurücktreten. Ein andere Privatpolice ist dann kaum zu bekommen.

Zur Vorbeugung

Post: Nehmen Sie Post von Ihrer Kasse ernst und lesen Sie sie genau.

Beitritt: Verpassen Sie als gesetzlich Versicherter nicht die Drei-Monats-Frist zum Eintritt in die freiwillige Versicherung.

Beratung: Fragen Sie als gesetzlich Versicherter Ihre Kasse um Rat, wenn sich Ihre Lebensumstände ändern.

Privatversicherte: Achten Sie akribisch auf vollständige und wahrheitsgemäße Gesundheitsangaben im Versicherungsantrag. Sie können sich von einer Verbraucherzentrale helfen lassen. Den Rausschmiss können Privatversicherte zuweilen noch abwenden, wenn sie mit dem Versicherer stattdessen über einen Risikozuschlag verhandeln.

Der Ernstfall

Expertenhilfe: Lassen Sie Ihre rechtliche Situation prüfen, etwa von einem Rechtsanwalt, in der Verbraucherzentrale oder von gerichtlich zugelassenen Versicherungsberatern. Sie erreichen zuweilen auch eine Kulanzlösung.

Versicherungspflicht: Versuchen Sie versicherungspflichtig zu werden (siehe „Unser Rat“), etwa durch ein Angestelltenverhältnis, und so zurück in die Kasse zu schlüpfen. Bei jüngeren geht das häufig, ab dem Alter von 55 Jahren klappt das kaum noch.

Privatpolice: Alternativ können Sie einen Privatschutz abschließen. Ältere und Kranke haben aber oft Probleme, einen Vertrag zu bekommen.

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