Gesetzlich Krankenversicherte müssen auch künftig nicht zu Früherkennungsuntersuchungen gehen. So hat es der Gemeinsame Bundesausschuss, der über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen entscheidet, beschlossen. Eine zwangsweise Untersuchung sei nicht möglich, da „alle angebotenen Untersuchungen zur Früherkennung durchaus auch Risiken haben“, begründete der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Rainer Hess, die Entscheidung.

Stattdessen soll es nur eine Beratungspflicht zu den Früherkennungsuntersuchungen für Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs geben. Von Krebs betroffene Patienten werden künftig von ihrer Kasse nur dann als chronisch krank anerkannt, wenn sie die Beratungen durch den Arzt nachweisen können. Für chronisch Kranke gilt eine Zuzahlungsgrenze von 1 Prozent des Jahreseinkommens des betroffenen Haushalts. Fehlt die Beratung, sind auch Krebspatienten voll zuzahlungspflichtig. Dann liegt die Obergrenze bei 2 Prozent.

Die Beratungspflicht gilt für nach dem 1. April 1987 geborene Frauen und nach dem 1. April 1962 geborene Männer, die gesetzlich versichert sind. Sie sollen einen Präventionspass erhalten, in dem sie die Beratung oder die Untersuchung eintragen lassen können.

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