Krankenversicherung Meldung

Seit 1. April sind zwei bislang frei erhältliche Medikamente unter bestimmten Voraussetzungen verschreibungspflichtig: Johanniskraut und Paracetamol.

Das Schmerzmittel Paracetamol ist verschreibungspflichtig, wenn die gesamte Packung mehr als 10 Gramm des Wirkstoffs enthält. Paracetamol kann in größeren ­Mengen Leberschäden verursachen.

Johanniskraut-Präparate sind verschreibungspflichtig, wenn sie laut ­Beipackzettel zur Behandlung mittelschwerer Depressionen zugelassen sind. Solche Patienten sollen einen Arzt aufsuchen.

Bei Johanniskraut hat die Neuregelung aber skurrile Folgen: Die Dosierung des Wirkstoffs ist für die Verschreibungspflicht nicht ausschlaggebend, sondern lediglich die Zulassung. Präparate, die für „depressive Verstimmung“ zugelassen sind, bleiben rezeptfrei, selbst wenn die Wirkstoffmenge höher ist als bei einem rezeptpflichtigen Mittel.

Bei teuren Johanniskrautmitteln für 40 oder 50 Euro ist die rezeptpflichtige Variante für gesetzlich Versicherte aber günstiger als der rezeptfreie Kauf, selbst wenn sie die Praxisgebühr mitrechnen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 416 Nutzer finden das hilfreich.