Krankenversicherung Meldung

Gesetzlich Krankenversicherte, die zwischen 1998 und Mitte 2000 Krankengeld bekommen haben, können Nachschlag verlangen. Berechtigt ist, wer im Jahr vor der Erkrankung Einmalleistungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten hat. Das Sozialgericht Gelsenkirchen hat in drei Fällen Kassen dazu verurteilt, solche Einmalzahlungen nachträglich zu berücksichtigen (Az. S 17 KR 166/01, Az. S 24 KR 173/01 und Az. S 17 KR 139/01). Gegen das letztgenannte Urteil wurde Revision eingelegt, sodass jetzt das Bundessozialgericht entscheiden muss. Kassenpatienten müssen aber Forderungen für 1998 sofort geltend machen. Sie verjähren sonst Ende 2002.

Es geht um viel Geld: Bei 100 Mark Krankengeld macht die Nachzahlung für einen Arbeitnehmer mit 14 Monatsgehältern 16,67 Mark (heute: 8,52 Euro) pro Tag aus. Wenn er für 20 Tage 2 000 Mark Krankengeld erhalten hat, geht es um 170,40 Euro.

Früher wurden bei der Berechnung des Krankengeldes Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht berücksichtigt, obwohl die Versicherten dafür Kassenbeiträge zahlten. Viele fanden das ungerecht. Um Massen von Widersprüchen und Klagen zu vermeiden, versprachen die Kassen, nach Entscheidung über einige Musterfälle Nachteile auch auszugleichen, wenn Versicherte nichts unternommen hatten.

Das Bundesverfassungsgericht gab den Klägern in den Musterfällen Recht. Der Bundestag erließ danach ein Gesetz, dass künftig Einmalzahlungen beim Krankengeld zu berücksichtigen sind. Nachzahlen sollten die Kassen aber nur, wenn Versicherte Widerspruch oder Klage erhoben hatten.

Die Kassen gerieten in eine Zwickmühle: Einerseits sind sie ans Gesetz gebunden, andererseits hatten sie versprochen, auch ohne Widerspruch und Klage nachzuzahlen. Ein großer Teil der Kassen hielt sich ans Gesetz. Die neue Regelung lasse ihnen keine andere Wahl, argumentierten sie. Doch das Sozialgericht Gelsenkirchen urteilte: Versicherte haben auch ohne Widerspruch und Klage Anspruch auf eine Nachzahlung, wenn sie sich auf die Erklärungen der Kassen verlassen haben.

Tipp: Anträge auf eine Nachzahlung müssen richtig begründet werden. Unterstützung im Streit mit der Krankenkasse gibts bei allen Verbraucherzentralen. Sie halten einen Musterbrief und detaillierte Informationen bereit.

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