Krankenversicherung Meldung

Wer die Beiträge für Kasse oder Privatversicherung nicht zahlt, bekommt nur die Behandlung im Notfall erstattet.

Krankenversicherer dürfen säumige Zahler nicht rauswerfen. Nun will die Branche für sie einen „Minitarif“ schaffen.

Minitarif. Zehntausende Menschen zahlen den Beitrag für ihre gesetzliche Krankenkasse oder ihre Privatversicherung nicht – es fehlen Millionenbeträge. Die Privatversicherer überlegen, für solche Kunden einen Tarif zu schaffen, der noch weniger Leistung bietet als ihr Basistarif. Die HanseMerkur ist mit dem Tarif „Mini“ vorgeprescht. Die Idee: Die Privaten müssten in solchen Tarifen weniger Rückstellungen fürs Alter bilden. Bisher muss die Branche bei allen Kunden für das Alter sparen.

Rückstand. Die Branche wird die säumigen Zahler nicht los. Mitglieder der gesetzlichen Kassen sind seit April 2007 unkündbar. Die Privaten müssen Kunden, die nicht zahlen, seit Januar 2009 zumindest im Basistarif behalten. So türmen sich die Rückstände: Von 209 Millionen Euro sprechen die Privaten. Vermutlich sind es mehr, denn ihre Statistik umfasst nur Mitglieder, die mindestens sechs Monatsbeiträge hinterher sind. Die gesetzlichen Kassen bezifferten den Rückstand im Oktober auf rund 630 Millionen Euro für das Jahr 2009. Mit Kündigung können sie den säumigen Zahlern nicht mehr drohen, monieren die Kassen.

Nichtzahler. Bei den Privaten kommen gerade Selbstständige mit den oft hohen und stetig steigenden Beiträgen nicht hinterher. Bei den gesetzlichen Kassen zahlen Mitglieder nicht, die Beiträge selbst abführen müssen wie Selbstständige und Studenten. Viele prellen die Kasse auch um den monatlichen Zusatzbeitrag von 8 Euro, den sie selbst überweisen müssen.

Notfallschutz. Rutschen die Kunden mit zwei Monatsbeiträgen ins Minus, frieren Kassen und Private nach erfolgloser Mahnung den Versicherungsschutz ein. Im Notfall müssen sie aber zahlen, etwa im Falle einer lebensnotwendigen Behandlung, einer Geburt oder bei starken Schmerzen.

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