Hans-Jürgen M. aus Köngernheim: Ich bin privat krankenversichert und habe auch eine Krankentagegeldversicherung. Deren Leistungen muss ich seit einiger Zeit in Anspruch nehmen. Aufgrund meiner längeren Krankheitsdauer hat mir mein Arbeitgeber zum 31. März 2001 gekündigt. Die private Krankenversicherung vertritt nun die Ansicht, dass damit die Versicherbarkeit für das Krankentagegeld entfallen sei und die Krankentagegeldversicherung zum 30. Juni (eventuell 30. September) beendet ist. Ist das rechtens?

Finanztest: Tatsächlich sehen die Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung vor, dass das Versicherungsverhältnis endet, wenn eine im Tarif bestimmte Voraussetzung für die Versicherungsfähigkeit wegfällt. Läuft gerade eine Tagegeldzahlung, dann können die Versicherungsgesellschaften den Vertrag erst drei Monate nach Eintritt der Arbeitslosigkeit beenden. Einzelne Versicherungsgesellschaften geben eine "Schonfrist" von sechs oder zwölf Monaten ­ spätestens dann ist Schluss.

Diese Klausel hat das Oberlandesgericht Saarbrücken allerdings in einem Urteil für unwirksam erklärt (Az. 5 U 539/99 ­ 37). Der Versicherte würde unangemessen benachteiligt, wenn er später eine neue Stelle antrete und dann eine neue Krankentagegeldversicherung zu ungünstigeren Konditionen abschließen müsse. Außerdem dürfe eine Versicherung ihr "Hauptleistungsversprechen", nämlich Schutz gegen Verdienstausfall bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit zu bieten, nicht ohne weiteres einschränken.

Falls Sie gegen Ihren Versicherer vorgehen wollen, können Sie sich auf dieses Urteil beziehen. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, dann sollten Sie aber auf jeden Fall vorher klären, ob diese bereit ist, die Prozesskosten zu tragen.

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