Unterzieht sich eine Privatpatientin einem Gentest, weil in ihrer Familie schon mehrere Menschen an Krebs erkrankt sind, so kann sie die Kosten dafür nicht auto­matisch von der Kranken­versicherung erstattet bekommen. Das hat das Land­gericht Stutt­gart entschieden (Az. 13 S 131/12). Der Gentest gehöre weder zu den Heilbe­hand­lungen noch zu den Vorsorgeunter­suchungen.

Eine Heilbe­hand­lung setze voraus, dass eine Erkrankung vorliegt, und Vorsorgeunter­suchungen haben den Zweck, die Krankheit früh zu erkennen. Der Gentest hingegen diene lediglich zur Risiko­einschät­zung, so das Gericht.

Ob die Kosten für einen Gentest über­nommen werden, hängt immer von den einzelnen gesetzlichen oder privaten Kranken­versicherern ab. Es gibt Versicherer, die sowohl den Gentest als auch eine vorsorgliche Brust­amputation bezahlen, andere schließen beides grund­sätzlich aus. Wer sich für einen Gentest interes­siert, sollte sich vorher mit seinem Versicherer absprechen.

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