Krankenversicherung Meldung

Privat Krankenversicherte müssen immer tiefer in die Tasche greifen. Viele beschweren sich zum Jahres­wechsel über Beitrags­erhöhungen von 5 bis 15 Prozent, teils sogar 20 Prozent. Wer heute mit Mitte 30 in die Private Kranken­versicherung (PKV) geht, muss damit rechnen, als Rentner das Dreifache des aktuellen Beitrags zu zahlen.

Privat versichert

Der Vorteil in der privaten Krankenversicherung ist, dass der Versicherte ein Leben lang Anspruch auf die vertraglich vereinbarten Leistungen hat. In den meisten Tarifen zahlen die Versicherer mehr Honorar an Ärzte, übernehmen auch rezeptfreie Medikamente, Behandlungen durch Heilpraktiker und die Kosten für den Chefarzt. Dazu sind die Beiträge für junge Gutverdiener oft niedriger als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der Nachteil aber: Die Beiträge steigen im Laufe des Lebens kräftig an – und zwar unabhängig davon, wie viel der Versicherte im Alter verdient.

Wechsel nicht ohne weiteres möglich

Wer als privat Krankenversicherter aufgrund der hohen Kosten in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln will, hat ein Problem: Ein Wechsel ist nur möglich, wenn der Privat-Versicherte arbeitslos wird oder sein Gehalt unter die Versicherungs-Pflichtgrenze von derzeit 50 850 Euro rutscht. Selbstständige können in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln, wenn sie eine Festanstellung annehmen, bei der das Einkommen ebenfalls unter der Versicherungs-Pflichtgrenze liegt. Langfristig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben können die vormals privat Krankenversicherten jeweils nur, wenn sie mindestens 12 Monate lang pflichtversichert sind.

Älter als 55 Jahre

Aber Vorsicht: Ab dem Alter von 55 Jahren ist ein Wechsel in eine gesetzliche Krankenkasse (GKV) grundsätzlich nicht mehr möglich. Selbst dann nicht, wenn der Versicherte eine sozialversicherungspflichtige Stelle antritt, arbeitslos wird oder in Rente geht. Versicherte, die mindestens zehn Jahre privat versichert sind, können dann lediglich innerhalb der PKV in einen günstigeren Tarif wechseln. Die Leistungen und Beiträge des Basistarifs sind mit denen der GKV zu vergleichen.

Tipp: Finanztest plant zu diesem Thema einen umfangreichen Artikel in der am 15. Februar erscheinenden März-Ausgabe.

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