Vorsicht bei der Korrespondenz mit Versicherern: Vergreift sich ein Kunde grob im Ton und wirft seinem Versicherer im Streit sogar „Betrug und Unterschlagung“ vor, kann das Ärger geben. Fristlos kündigen darf die Gesellschaft dem Kunden aber nicht ohne weiteres. Möglich ist das nur, wenn sie ihn vorher abgemahnt und auf die Folgen seines Tuns hingewiesen hat, so das Oberlandesgericht Hamm (Az. 20 U 78/01).

Ein Kunde hatte sich mit seinem privaten Krankenversicherer um eine Beitragserhöhung von 7,54 Euro gestritten. Nach seinen verbalen Entgleisungen kündigte ihm die Gesellschaft fristlos.

Das darf sie nicht, so das Gericht. Dieser Bagatellstreit verletze die Interessen des Unternehmens nicht in dem Maße, dass eine fristlose Kündigung ohne Vorwarnung gerechtfertigt sei. Der Versicherer muss den Kunden jetzt zurücknehmen.

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